Nehvizdy-Urblatt (Nehvizdyella)
Nehvizdyella: Eine ausgestorbene Ginkgo-Verwandte der Urzeit
Als fossile Gattung der Ginkgogewächse bereichert diese ausgestorbene Samenpflanze unser Verständnis über die Evolution der Flora im Cenomanium Tschechiens. Die Entdeckung ihrer versteinerten Überreste lieferte den ersten Hinweis auf die Existenz von salztoleranten Vertretern (Halophyten) innerhalb der Ginkgophyta.
Die einzige bekannte Art dieser Gattung ist Nehvizdyella bipartita, deren Funde in der Peruc-Korycany-Formation gemacht wurden. Forscher gehen davon aus, dass diese Pflanzen in prähistorischen Salzmarschen an den Küsten wuchsen.
Taxonomie
- ∟ царство Plantae
- ∟ Abteilung Tracheophytes
- ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
- ∟ Überklasse Gymnospermae
- ∟ Klasse Ginkgoopsida (Ginkgopflanzen)
- ∟ Ordnung Ginkgoales
- ∟ Familie Ginkgoaceae (Ginkgogewächse)
- ∟ Gattung Nehvizdyella (Nehvizdy-Urblatt)
Morphologie
Die fossilen Überreste zeigen hochspezialisierte morphologische Strukturen, die typisch für die Evolution der Ginkgo-Verwandten sind. Besonders die Fortpflanzungsorgane weisen einzigartige Merkmale auf.
- Samenorgane: Zusammengesetzte Strukturen aus einer Hauptachse und zwei kurzen Seitenachsen, an deren Enden große, cupula-ähnliche Strukturen sitzen.
- Samenanlage: Eine aufrechte (orthotrope) Samenanlage befindet sich innerhalb der Cupula und war im frühen Entwicklungsstadium fast vollständig umschlossen.
- Pollenkörner: An den Samen wurden monosulcate Pollenkörner des Typs Cycadopites nachgewiesen.
- Zugeordnete Organe: Zur Pflanze gehören Blätter des Typs Eretmophyllum obtusum, Kurzsprosse (Pecinovicladus kvacekii) sowie fossiles Stammholz (Ginkgoxylon cf. gruettii).
Interessante Fakten
Die ökologische Anpassung dieser fossilen Gattung stellt eine wissenschaftliche Besonderheit dar. Analysen der Ablagerungsschichten deuten darauf hin, dass diese urzeitlichen Pflanzen salzhaltige Küstenlebensräume besiedelten.
Dies ist der bislang erste und einzige Beleg für das Vorkommen von echten Halophyten unter den Ginkgophyta. Die monodominante Verteilung der verschiedenen Morphotaxa an den Fundorten erleichterte Paläobotanikern die Rekonstruktion der gesamten Pflanze.
Verbreitungsgebiet
- Tschechien
Quellen
- Zhou, Z. (2009). An overview of fossil Ginkgoales. Palaeoworld, 18(1), 1–22.
- Taylor, T. N., Taylor, E. L., & Krings, M. (2009). Paleobotany: The Biology and Evolution of Fossil Plants. Academic Press.
Technische Information
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