Ungleiche Kermesbeere (Anisomeria)

Yerba purga Pircún de Chile

Anisomeria: chilenische Endemiten der Familie Phytolaccaceae

Als chilenische Endemiten besiedeln die Arten der Gattung Anisomeria küstennahe und gebirgige Lebensräume des südamerikanischen Landes. Die Pflanzen zeichnen sich durch ihre Anpassung an die spezifischen klimatischen Bedingungen Chiles aus. Die Gattung wurde im Jahr 1832 durch den Botaniker David Don erstbeschrieben.

Einige Vertreter sind in ihrer Heimat unter dem Namen Yerba purga oder Pircún bekannt. Sie spielen eine Rolle in der regionalen Volkskunde.

Taxonomie

Morphologie

Die Vertreter der Gattung Anisomeria wachsen als Sträucher oder Halbsträucher, die oft fleischige oder verholzte Wurzeln ausbilden. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind ledrig und ganzrandig.

Die Fortpflanzungsorgane weisen folgende Besonderheiten auf:

  • Blütenstand: Es werden dichte, end- oder seitenständige Trauben gebildet.
  • Blüten: Die zwittrigen Blüten besitzen vier ungleiche Kelchblätter und meist 10 bis 20 Staubblätter.
  • Frucht: Der Fruchtknoten besteht aus 4 bis 8 Fruchtblättern, aus denen beerenartige oder trockene Früchte hervorgehen.

Anwendungen

In der chilenischen Volksmedizin findet die Art Anisomeria coriacea traditionell Anwendung als starkes Abführmittel (Purgiermittel), worauf auch der spanische Trivialname Yerba purga hinweist. Die Pflanze enthält Wirkstoffe, die eine starke Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt ausüben. Eine Anwendung sollte aufgrund potenzieller Toxizität nur mit äußerster Vorsicht erfolgen.

Interessante Fakten

Der Gattungsname leitet sich aus dem Griechischen ab und verweist auf die ungleiche Anzahl der Blütenteile. Diese Asymmetrie unterscheidet sie von vielen verwandten Phytolaccaceae-Gattungen.

Zusätzliche Besonderheiten der Gattung umfassen:

  • Endemismus: Alle anerkannten Arten der Gattung kommen ausschließlich in Chile vor.
  • Artenanzahl: Die Datenbanken führen je nach taxonomischer Auffassung zwischen drei und vier anerkannte Arten.

Verbreitungsgebiet

  • Chile

Natürliche Varietäten

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO) - Royal Botanic Gardens, Kew
  • World Flora Online (WFO)
  • Missouri Botanical Garden (Tropicos)
  • Global Biodiversity Information Facility (GBIF)

Technische Information

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos