San-Pedro-Martir-Katzenpfötchen (Calyptridium martirense)
Calyptridium martirense: Überlebenskünstler der Sierra
In den kargen, windgepeitschten Höhenlagen der mexikanischen Sierra de San Pedro Mártir trotzt eine zierliche Pflanze den extremen Bedingungen des steinigen Bodens. Diese seltene Art, bekannt als Calyptridium martirense, besiedelt sandige Lichtungen und Nadelwaldecken in Höhen von über 2000 Metern.
Mit ihren rosettenartig angeordneten, sukkulenten Blättern hat sich die Pflanze perfekt an die starke Sonneneinstrahlung und die schnellen Temperaturwechsel angepasst. Die winzigen Blüten, die an gebogenen Trieben erscheinen, verleihen diesem verborgenen Spezialisten eine subtile Schönheit in einer sonst rauen Bergwelt.
Taxonomie
- ∟ царство Plantae
- ∟ Abteilung Tracheophytes
- ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
- ∟ Angiosperms
- ∟ eudicots
- ∟ Superasterids
- ∟ Ordnung Caryophyllales
- ∟ Familie Montiaceae
- ∟ Gattung Calyptridium (Kappen-Katzenpfötchen)
- ∟ Art Calyptridium martirense (San-Pedro-Martir-Katzenpfötchen)
Morphologie
Calyptridium martirense wächst als einjährige krautige Pflanze, die dichte, flach am Boden anliegende Rosetten bildet. Die fleischigen, spatelförmigen bis verkehrt-eiförmigen Blätter sind primär in einer grundständigen Rosette angeordnet, treten jedoch auch wechselständig an den niederliegenden bis aufsteigenden Stängeln auf.
Die Blütenstände sind als dichte, wickelige Zymen ausgebildet, die sich während der Blütezeit strecken. Jede Blüte besitzt zwei auffällige, nierenförmige Kelchblätter mit breiten, weißen und pergamentartigen Rändern, welche die eigentlichen Blütenblätter überragen und auch an der reifenden Frucht verbleiben.
Die Kronblätter sind meist vierzählig, von weißer bis zartrosa Färbung und umschließen ein bis drei Staubblätter. Nach erfolgreicher Bestäubung entwickelt sich eine kleine, längliche Kapselfrucht, die glänzende, schwarze Samen freisetzt.
Blütezeit
Spätes Frühjahr bis Sommer, meist von Mai bis August nach der Schneeschmelze.
Interessante Fakten
- Extreme Höhenanpassung: Die Pflanze gedeiht ausschließlich in den subalpinen Zonen der Baja California und ist an nährstoffarme, felsige Granitböden angepasst.
- Überlebensstrategie der Kelchblätter: Die vergrößerten, trockenhäutigen Kelchblätter dienen vermutlich als Schutz für die heranreifenden Samen vor intensiver UV-Strahlung und Austrocknung.
- Botanische Einordnung: Lange Zeit wurde die Art als Varietät von Calyptridium parryi geführt, bevor sie aufgrund distinkter morphologischer Merkmale den Status einer eigenständigen Art erhielt.
Verbreitungsgebiet
- Mexiko
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)
- World Flora Online (WFO)
- Tropicos, Missouri Botanical Garden
- Global Biodiversity Information Facility (GBIF)