Brasilianische Fichte (Columbea brasiliensis)
Columbea brasiliensis: Morphologie und taxonomische Geschichte
Tief in den Archiven der historischen Botanik findet sich dieser Name, der einst für einen der eindrucksvollsten Waldbäume Südamerikas vergeben wurde. Wissenschaftlich wurde Columbea brasiliensis im Jahr 1867 von Botanikern wie Élie-Abel Carrière detailliert beschrieben. Die Pflanze repräsentiert eine uralte Entwicklungslinie der Nacktsamer, deren Vorfahren bereits das Mesozoikum prägten.
Taxonomie
- ∟ царство Plantae
- ∟ Abteilung Tracheophytes
- ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
- ∟ Überklasse Gymnospermae
- ∟ Abteilung Pinophyta
- ∟ Unterklasse Cupressidae
- ∟ Ordnung Araucariales (Südliche Schmucktannen)
- ∟ Familie Araucariaceae (Araukariengewächse)
- ∟ Gattung Columbea (Araukarien)
- ∟ Art Columbea brasiliensis (Brasilianische Fichte)
Morphologie
Das Wuchsbild zeichnet sich durch einen hoch aufragenden Stamm aus, der im unteren Bereich meist völlig astlos bleibt. Erst im oberen Drittel breiten sich die kräftigen Äste weit aus und formen eine markante, fast flache Baumkrone. Die Zweige sind lückenlos mit scharfen, dreieckig-lanzettlichen Blättern besetzt, die viele Jahre am Baum verbleiben.
Die Fortpflanzungsorgane sind streng zweihäusig getrennt. Die weiblichen Zapfen sind massiv und schwer, während die weicheren männlichen Zapfen in großer Zahl den Pollen an den Wind abgeben. Bei Reife zerfallen die weiblichen Zapfen noch am Baum und schleudern die ungeflügelten Samen zu Boden.
Anwendungen
Historisch betrachtet stand das harzreiche, feinjährige Holz im Zentrum der lokalen Forstwirtschaft, wo es für Masten und Konstruktionsholz geschätzt wurde. Die Forstwirtschaft hat die natürlichen Bestände stark verändert, sodass der Fokus heute fast ausschließlich auf Schutzmaßnahmen liegt. In begrenztem Rahmen werden die nahrhaften Samen lokal gesammelt und auf Märkten als Delikatesse angeboten.
Interessante Fakten
Die taxonomische Einordnung dieser Pflanze hat im Laufe der letzten Jahrhunderte mehrere Revisionen erfahren, was den Namen zu einem interessanten Studienobjekt für Biologen macht. Forscher betrachten diese Gehölze oft als lebende Fossilien, da ihr grundlegender Bauplan seit Millionen von Jahren nahezu unverändert geblieben ist.
Verbreitungsgebiet
- Brasilien
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)
- Global Biodiversity Information Facility (GBIF)