Blanchets Homalolepis (Homalolepis blanchetii)
Homalolepis blanchetii: Die Calunga des brasilianischen Cerrado
In den trockenen, feuergeprägten Weiten des brasilianischen Cerrado behauptet sich Homalolepis blanchetii als widerstandsfähiges Gehölz. Diese Art ist eng mit den sandigen und nährstoffarmen Böden der zentralbrasilianischen Savanne verbunden. Botaniker schätzen ihre anatomischen Anpassungen an periodische Trockenheit.
Die Erstbeschreibung erfolgte im Jahr 1848 durch den russischen Botaniker Nicolai Stepanowitsch Turczaninow, der die Pflanze nach dem Schweizer Naturforscher Jacques Samuel Blanchet benannte. Im Rahmen aktueller taxonomischer Überarbeitungen wird das Taxon häufig als Synonym der weit verbreiteten Homalolepis ferruginea geführt, behält jedoch in historischen und regionalen Florenwerken einen eigenständigen Status.
Taxonomie
- ∟ царство Plantae
- ∟ Abteilung Tracheophytes
- ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
- ∟ Angiosperms
- ∟ mesangiosperms
- ∟ eudicots
- ∟ Superrosids
- ∟ rosids
- ∟ malvids
- ∟ Ordnung Sapindales
- ∟ Familie Simaroubaceae (Bittereschengewächse)
- ∟ Gattung Homalolepis (Homalolepis-Baum)
- ∟ Art Homalolepis blanchetii (Blanchets Homalolepis)
Morphologie
Der Wuchs von Homalolepis blanchetii äußert sich meist als gedrungener Strauch oder kleiner Baum, der selten Höhen von über drei Metern überschreitet. Das Wurzelsystem ist extrem tief ausgebildet, um auch in trockenen Monaten tiefere Wasserschichten zu erreichen.
- Blätter: Die Blätter sind unpaarig gefiedert und weisen auf der Unterseite oft eine feine, rostfarbene Behaarung auf, was der Art ihren synonymen Namen ferruginea einbrachte.
- Blüten: Die Blütenstände bestehen aus dicht gedrängten, kleinen Blüten mit cremeweißen bis gelblichen Kronblättern. Die Staubfäden besitzen behaarte Schuppen an der Basis.
- Früchte: Als Früchte werden holzige, eiförmige Steinfrüchte ausgebildet, deren widerstandsfähige Schale die Samen vor Hitze und Verdunstung schützt.
Anwendungen
Unter dem Trivialnamen Calunga ist diese Pflanze in der traditionellen Medizin des brasilianischen Hinterlandes fest verankert. Die bitteren Auszüge der Wurzeln und Rinde werden als kräftigendes Tonikum bei Magenbeschwerden geschätzt.
Aufgrund der enthaltenen Quassinoide untersuchen Forschungsgruppen Extrakte der Pflanze auf entzündungshemmende Eigenschaften. Eine forstwirtschaftliche oder gärtnerische Nutzung findet aufgrund des langsamen Wachstums nicht statt.
Interessante Fakten
Die feine, filzige Behaarung der Blätter schützt die Pflanze vor übermäßiger Transpiration, indem sie ein Mikroklima direkt auf der Blattoberfläche erzeugt.
Als typischer Vertreter der Cerrado-Flora besitzt die Pflanze eine dicke, korkige Rinde, welche sie vor den regelmäßig auftretenden natürlichen Steppenbränden schützt.
Verbreitungsgebiet
- Brasilien (Bahia, Goiás, Maranhão, Minas Gerais, Mato Grosso do Sul, Mato Grosso, Piauí, Sergipe, Tocantins)
- Kolumbien (La Guajira)
Quellen
- Global Biodiversity Information Facility (GBIF): https://www.gbif.org/species/3708891
- Devecchi, M.F. & Pirani, J.R. (2018). Reestablishment of Homalolepis (Simaroubaceae). Phytotaxa 366 (1): 1-108.
- Flora e Funga do Brasil: https://floradobrasil.jbrj.gov.br/