Achtmännige Blutbeere (Rivina octandra)
Rivina octandra (Trichostigma octandrum): Liane der Neotropis
Der schwedische Naturforscher Carl von Linné beschrieb diese wuchsstarke Kletterpflanze ursprünglich unter dem Namen Rivina octandra, bevor spätere botanische Revisionen sie als Trichostigma octandrum reklassifizierten. Die Art gehört zur Familie der Petiveriaceae und zeichnet sich durch ihren lianenartigen Wuchs aus.
In den feuchten Wäldern der Neotropis besiedelt die Pflanze vorwiegend Waldränder und Lichtungen. Ihre langen, windenden Triebe nutzen benachbarte Bäume und Sträucher als Stütze, um das Kronendach zu erreichen.
Taxonomie
- ∟ царство Plantae
- ∟ Abteilung Tracheophytes
- ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
- ∟ Angiosperms
- ∟ mesangiosperms
- ∟ eudicots
- ∟ Superasterids
- ∟ Ordnung Caryophyllales
- ∟ Familie Petiveriaceae
- ∟ Gattung Rivina (Blutbeere)
- ∟ Art Rivina octandra (Achtmännige Blutbeere)
Morphologie
Als verholzende Liane entwickelt die Art äußerst flexible, aber sehr zugfeste Stängel. Die dunkelgrünen Laubblätter stehen wechselständig an den Trieben, besitzen eine elliptische bis eiförmige Spreite und laufen an der Spitze spitz zu.
Die Blütenstände erscheinen in Form von achselständigen oder endständigen Trauben. Die namensgebenden acht Staubblätter (aus dem Griechischen octo für acht und aner für männlich) sind ein markantes taxonomisches Merkmal. Die Früchte reifen zu dunkelvioletten bis fast schwarzen, saftigen Beeren heran.
Anwendungen
Aufgrund ihrer bemerkenswerten mechanischen Eigenschaften haben die Stängel eine kulturhistorische Bedeutung in der indigenen und lokalen Handwerkskunst der Neotropis.
- Die flexiblen Triebe werden traditionell als robustes Bindematerial im natürlichen Hausbau verwendet.
- In der Korbflechterei schätzt man die langen, ununterbrochenen Ranken für die Herstellung widerstandsfähiger Gefäße.
Interessante Fakten
Die dunklen Beeren sind eine wichtige Nahrungsquelle für frugivore Vogelarten, die im Gegenzug als Vektoren für die endozoochore Samenverbreitung dienen.
Die Umbenennung in Trichostigma erfolgte unter anderem wegen der stark geteilten, pinselartigen Narbe der Blüte, die sich deutlich von den Merkmalen der echten Rivina-Arten unterscheidet.
Verbreitungsgebiet
- Vereinigte Staaten
- Mexiko
- Kuba
- Brasilien
- Argentinien
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)
- World Flora Online (WFO)
- Tropicos
- Global Biodiversity Information Facility (GBIF)