Harmands Samaderabaum (Samadera harmandiana)

Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Samadera harmandiana: Herkunft, Giftigkeit & Merkmale

In den dichten, saisonal überschwemmten Uferwäldern des mächtigen Mekongs verbirgt sich eine Pflanze mit einer faszinierenden Überlebensstrategie. Samadera harmandiana gedeiht prächtig in diesen extremen Süßwasser-Mangroven, wo sie eine wichtige Rolle im lokalen Ökosystem spielt.

Obwohl die auffälligen Früchte dieses Gewächses für den Menschen hochgradig giftig sind, dienen sie bestimmten Flussfischen als willkommene Nahrungsquelle. Diese ungewöhnliche ökologische Beziehung führt dazu, dass sogar das Fleisch der Fische vorübergehend toxisch wird.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Angiosperms
  • mesangiosperms
  • eudicots
  • Superrosids
  • rosids
  • malvids
  • Ordnung Sapindales
  • Familie Simaroubaceae (Bittereschengewächse)
  • Gattung Samadera (Samadera-Baum)
  • Art Samadera harmandiana (Harmands Samaderabaum)

Morphologie

Samadera harmandiana wächst als Strauch oder kleiner Baum und erreicht eine Wuchshöhe von etwa 5 bis 8 Metern. Seine morphologischen Eigenschaften spiegeln die Anpassung an feuchte Flussufer wider.

  • Blätter: Die einfachen Blätter weisen auf ihrer Unterseite unregelmäßig verstreute, konkave Drüsen auf.
  • Blüten: Die zwittrigen Blüten stehen in achsel- oder endständigen Blütenständen, meist als gestielte Dolden oder Trauben. Sie besitzen 3 bis 5 Kelchblätter mit einer zentralen Drüse sowie 3 bis 5 gedrehte, unterseits behaarte Kronblätter, die deutlich länger als der Kelch sind.
  • Fruchtknoten und Griffel: Der Diskus ist so hoch wie breit und ähnelt einem Gynophor, während der Griffel eine unauffällige Endnarbe trägt.
  • Früchte: Die sehr großen, seitlich und dorsoventral zusammengedrückten Früchte haben im oberen Bereich einen scharfkantigen Rand und sind hochgradig giftig.

Blütezeit

Die Blütezeit erstreckt sich von März bis Mai, gefolgt von der Fruchtreife im Juli.

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

Das Holz von Samadera harmandiana besitzt hervorragende Brenneigenschaften und wird in den Herkunftsregionen traditionell als hochwertiges Kaminholz genutzt. Zudem enthält die Pflanze biologisch aktive, bakterizide Verbindungen, die für die moderne pharmakologische Forschung von großem Interesse sind.

Interessante Fakten

Die Beziehung zwischen dieser Pflanze und der lokalen Tierwelt offenbart faszinierende ökologische Phänomene. Zudem spiegelt die wissenschaftliche Benennung eine bewegte Geschichte der botanischen Forschung wider.

  • Giftige Fischspeise: Karpfenartige Fische wie Leptobarbus hoevenii fressen die Früchte, wodurch ihr eigenes Fleisch für den Menschen giftig wird. Bei der Art Tor cf. tambra färben sich bei Vergiftung die Augen rot und die Schuppen werden weißer.
  • Traditionelle Zubereitung: Lokale Fischer können vergiftete Fische dennoch essbar machen, indem sie den Kopf und die Innereien entfernen und das Fleisch in der Sonne trocknen oder marinieren.
  • Namensgebung: Das Epitheton harmandiana ehrt den französischen Botaniker Julien Harmand, der im 19. Jahrhundert die Flora Südostasiens erforschte.
  • Taxonomische Odyssee: Nach einer vorübergehenden Eingliederung in die Gattung Quassia im Jahr 1962 zeigten DNA-Analysen im Jahr 2007, dass Samadera eine eigenständige evolutionäre Linie darstellt.

Verbreitungsgebiet

  • Kambodscha
  • Laos
  • Vietnam

Technische Information

Taxonsynonyme: Quassia harmandiana

Externe Datenbanken: POWO, Tropicos