Gefiederte Efeutute (Epipremnum pinnatum)

Drachenschwanz-Pflanze Tonga-Efeutüte Tibatib
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Epipremnum pinnatum: Pflege, Herkunft & Besonderheiten

In den feuchten Monsunwäldern Südostasiens ranken sich dichte grüne Bänder an riesigen Urwaldbäumen empor und schaffen ein mystisches Bild ewigen Lebens. Epipremnum pinnatum beginnt seine Reise bescheiden auf dem Waldboden, um sich bald als kletternder Epiphyt dem Sonnenlicht entgegenzustrecken.

Die Blätter dieser faszinierenden Pflanze verändern im Laufe ihres Lebens spektakulär ihre Form. Während junge Exemplare einfache, lanzenförmige Blätter tragen, entwickeln reife Pflanzen tief geschlitzte Wedel, die an eine Drachenrute erinnern.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Angiosperms
  • monocots
  • Ordnung Alismatales (Froschlöffelartige)
  • Familie Araceae (Arongewächse)
  • Unterfamilie Monsteroideae
  • Gattung Epipremnum (Efeututen)
  • Art Epipremnum pinnatum (Gefiederte Efeutute)

Lebendiger Puls

Morphologie

Unter optimalen Naturbedingungen erreicht Epipremnum pinnatum beachtliche Längen von bis zu 15 Metern. Seine kräftigen Sprossachsen weisen Durchmesser von 5 Millimetern bis hin zu 4 Zentimetern auf, wobei die Internodien zwischen 2 und 25 Zentimeter lang werden können.

  • Blattwerk: Die Blätter weisen einen ausgeprägten Dimorphismus auf. Jugendblätter sind klein und ungeteilt, während reife Blätter eine Länge von 10 bis 93 Zentimetern erreichen und tief fiederspaltig geschlitzt sind.
  • Wurzelsystem: Entlang der Knoten bilden sich haftende Luftwurzeln aus, die sich fest an der Rinde von Wirtsbäumen oder Felswänden verankern.
  • Blütenstand: Die Pflanze bildet meist einen einzelnen, kolbenförmigen Blütenstand (Spadix) von 8,5 bis 25 Zentimetern Länge, der von einer kahnförmigen Spatha umhüllt wird.
  • Frucht: Die grünen Beeren enthalten ein klebriges, orange-rotes Fruchtfleisch sowie hellbraune, nierenförmige Samen.

Blütezeit

In den Heimatgebieten meist zwischen Mai und Juni.

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Pflegeparameter

Licht

Hell bis halbschattig, vor direkter Mittagssonne geschützt, um Blattverbrennungen zu vermeiden.

Bewässerung

Mäßig, aber regelmäßig gießen, sobald die oberen Erdschichten leicht angetrocknet sind; Staunässe unbedingt vermeiden.

Temperatur

Warmes Raumklima zwischen 18 und 25 °C bevorzugt, im Winter nicht unter 15 °C fallen lassen.

Luftfeuchtigkeit

Erhöhte Luftfeuchtigkeit ist ideal; regelmäßiges Besprühen der Blätter fördert das gesunde Wachstum.

Toxizität

Schwach giftig für Haustiere und Menschen aufgrund von Calciumoxalat-Kristallen im Pflanzensaft.

Anwendungen

In vielen tropischen und subtropischen Ländern wird die Pflanze vor allem als robuste und dekorative Zimmerpflanze oder Gartenpflanze geschätzt. Sie eignet sich hervorragend zur Begrünung von Klettergerüsten oder Moosstäben.

  • Traditionelles Handwerk: Auf den Tonga-Inseln werden die langen, flexiblen Triebe traditionell zur Herstellung von Körben für rituelle Begräbniszeremonien verwendet.
  • Ethnomedizin: Frauen in Vanuatu nutzen traditionell die Spitzen der Luftwurzeln als natürliches Hilfsmittel zur Erleichterung der Geburt.
  • Pharmakologie: Wissenschaftliche Untersuchungen aus dem Jahr 2010 belegen, dass Inhaltsstoffe der Pflanze entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften besitzen.

Interessante Fakten

Aufgrund der tiefen Blattschlitze im reifen Stadium wird Epipremnum pinnatum im Handel fälschlicherweise oft als junge Monstera deliciosa angeboten. Ein weiteres faszinierendes Detail betrifft seine Früchte:

  • Süß, aber tückisch: Die reifen Früchte schmecken zwar süß, verursachen jedoch im Mund ein starkes Brennen und Jucken durch die enthaltenen Calciumoxalat-Nadeln.
  • Kultureller Name: Auf den Philippinen ist die Pflanze in der Tagalog-Sprache unter dem melodischen Namen Tibatib bekannt.
  • Zweifacher Lebensstil: Sie beginnt ihr Leben terrestrisch auf dem Boden und wechselt im Laufe ihres Aufstiegs zu einer rein epiphytischen Lebensweise über.

Sorten und Kultivare

  • 'Cebu Blue': Dieser beliebte Kultivar besticht durch seine schmalen Blätter mit einem markanten, silbrig-blauen Schimmer bei optimalen Lichtverhältnissen.
  • 'Ket Leaf': Zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Blattform aus, bei der die Blattspitze stark verengt ist, was dem Blatt das Aussehen eines Schlüssels verleiht.
  • 'New Guinea': Eine Zuchtform mit kleineren, dunkelgrünen Blättern, die zwar charakteristische Perforationen aufweisen, sich jedoch nicht fiederartig teilen.

Verbreitungsgebiet

  • Australien
  • China
  • Japan
  • Malaysia
  • Philippinen
  • Vietnam
  • Indien
  • Indonesien
  • Thailand

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO)
  • World Flora Online (WFO)
  • Tropicos.org - Missouri Botanical Garden
  • Global Biodiversity Information Facility (GBIF)

Technische Information

Taxonsynonyme: Epipremnum formosanum

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

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