Hannoa-Baum (Hannoa)

Hannoa: Traditionelle Heilpflanze und afrikanischer Tropenbaum

Tief verwurzelt in den tropischen Regionen Afrikas wachsen die Vertreter der Gattung Hannoa. Diese vielgestaltigen Bäume und Sträucher gehören zur botanischen Familie der Bittereschengewächse (Simaroubaceae) und können beachtliche Wuchshöhen von bis zu 20 Metern erreichen.

Die wissenschaftliche Entdeckung und erste Publikation der Gattung erfolgte 1846 durch den französischen Botaniker Jules Émile Planchon. Im Laufe der taxonomischen Geschichte gab es intensive Debatten über die genaue Artenzahl, da einige Pflanzen zeitweise den Gattungen Quassia oder Odyendea zugeordnet wurden.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Angiosperms
  • mesangiosperms
  • eudicots
  • Superrosids
  • rosids
  • malvids
  • Ordnung Sapindales
  • Familie Simaroubaceae (Bittereschengewächse)
  • Gattung Hannoa (Hannoa-Baum)

Morphologie

Das äußere Erscheinungsbild der Hannoa-Arten variiert stark und reicht von kleinen, dicht verzweigten Sträuchern bis hin zu majestätischen Einzelbäumen. Ihre Blätter sind unpaarig gefiedert, stehen wechselständig an den Zweigen und zeigen gelegentlich auffällige knotige Verdickungen.

Die Blüten, die in achsel- oder endständigen Rispen angeordnet sind, besitzen 6 bis 9 sich dachziegelartig überlappende Kronblätter. Die Früchte der Pflanze bilden charakteristische, aufbrechende Teilfrüchte (Merikarpien), die den Fortbestand der Art in ihrem natürlichen Habitat sichern.

Anwendungen

In mehreren Staaten Zentralafrikas spielen spezifische Arten wie Hannoa klaineana und Hannoa chlorantha eine fundamentale Rolle in der traditionellen Volksmedizin. Indigene Heiler nutzen seit Generationen die pflanzlichen Wirkstoffe dieser Gehölze.

Besonders geschätzt werden die Extrakte bei der Behandlung von schweren fieberhaften Erkrankungen. Durch die reichlich vorhandenen Bitterstoffe in den Rinden und Blättern werden pflanzliche Präparate zubereitet, die traditionell zur Linderung von Malaria eingesetzt werden.

Interessante Fakten

  • In den 1960er Jahren gingen Wissenschaftler davon aus, dass die Gattung genau fünf Arten umfasst, während heutige Datenbanken wie POWO offiziell nur zwei Arten (H. ferruginea und H. schweinfurthii) vollständig anerkennen.
  • Männliche Blüten besitzen oftmals einen stark verkümmerten Fruchtknoten, der fast unsichtbar in den weichen, fleischigen Blütengrund eingesunken ist.
  • Obwohl sie oft eng mit der Gattung Quassia synonymisiert wird, wird Hannoa vom US-Landwirtschaftsministerium (GRIN) nach wie vor als eigenständige Gattung geführt.

Verbreitungsgebiet

  • Kamerun
  • Nigeria
  • Sudan
  • Demokratische Republik Kongo

Natürliche Varietäten

Quellen

  • Planchon, J.E. (1846). The London Journal of Botany.
  • Plants of the World Online (POWO). Royal Botanic Gardens, Kew.
  • Tropicos.org. Missouri Botanical Garden.

Technische Information

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos