Der Echte Hopfen (Humulus lupulus) beeindruckt durch seine enorme Wuchskraft von bis zu 30 Zentimetern am Tag. Wer die winterharte Kletterpflanze im eigenen Garten vervielfältigen möchte, greift am besten auf vegetative Methoden zurück.
Rhizomteilung und Fechser: Die verlässliche Vermehrung über Wurzeln
Die Teilung des Wurzelstocks gilt bei erfahrenen Gärtnern als sicherste Methode für kräftige Jungpflanzen. Da Echter Hopfen unterirdische Ausläufer bildet, lassen sich diese im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb mühelos freilegen.
Aus den wurzelnahen Abschnitten gewinnt man sogenannte Fechser, die bereits über lebensfähige Knospenanlagen verfügen. Aus diesen vitalen Teilstücken entwickeln sich innerhalb einer Saison beachtliche Klettertriebe.
- Graben Sie den Wurzelstock im März oder April vorsichtig mit einer Grabegabel frei.
- Schneiden Sie 10 bis 15 Zentimeter lange Rhizomstücke mit mindestens zwei gesunden Augen ab.
- Pflanzen Sie die gewonnenen Teilstücke waagerecht etwa 5 bis 8 Zentimeter tief in humose Erde.
- Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht, ohne Staunässe zu verursachen.
Gesunde Echter Hopfen Ableger bewurzeln am neuen Standort rasch und treiben bei steigenden Temperaturen zügig aus. Achten Sie darauf, den Boden vor dem Pflanzen gründlich zu lockern.
Vor dem Einsetzen der Stecklinge empfiehlt sich die Vorbereitung eines nährstoffreichen Substrats aus Reifekompost und Sand. Dies sichert eine optimale Belüftung im Wurzelbereich.
Hopfen über Stecklinge im Wasserglas und Substrat vermehren
Neben der Rhizomteilung lässt sich Echter Hopfen vermehren, indem man im Frühsommer Kopfstecklinge von den jungen Trieben gewinnt. Wählen Sie hierfür kräftige Seitentriebe mit einer Länge von etwa 15 bis 20 Zentimetern.
Wer Hopfen vermehren und Steckling für Steckling anziehen möchte, hat die Wahl zwischen Anzuchterde und dem Bewurzeln in Flüssigkeit. Beide Verfahren führen bei richtiger Pflege schnell zum Erfolg.
- Schneiden Sie den Trieb direkt unterhalb eines Blattknotens mit einem scharfen Messer ab.
- Entfernen Sie die untersten Blätter, um Verdunstung und Fäulnis zu minimieren.
- Kürzen Sie die verbleibenden oberen Blätter um die Hälfte ein.
- Setzen Sie den Steckling in feuchte Anzuchterde oder ein Gefäß mit frischem Wasser.
„Die vegetative Vermehrungskraft von Humulus lupulus zeigt sich im Frühjahr besonders eindrucksvoll: Ein Steckling mit zwei Blattknoten bildet unter optimalen Bedingungen oft schon nach wenigen Wochen eigene Wurzeln.“
Ob sich Hopfen vermehren im Wasserglas dauerhaft lohnt, hängt von der Pflege ab. Wechseln Sie das Wasser alle zwei Tage, um Keimbildung zu vermeiden und den Sauerstoffgehalt hoch zu halten.
Sobald die feinen Wurzeln im Wasserglas eine Länge von etwa drei bis fünf Zentimetern erreicht haben, müssen die Jungpflanzen vorsichtig in nährstoffreiche Anzuchterde umgepflanzt werden.
Standortpflege und Weiterkultur der Jungpflanzen
Nach erfolgreicher Bewurzelung benötigen die jungen Hopfenpflanzen einen sonnigen bis halbschattigen Standort im Garten. Humulus lupulus bevorzugt tiefgründige, humusreiche Böden mit gleichmäßiger Feuchtigkeit.
Da die Pflanze rasch in die Höhe strebt, sollte von Beginn an eine geeignete Kletterhilfe bereitgestellt werden. Stabile Schnüre, Gitter oder Rankgerüste bieten den Winden die nötige Stütze.
- Wässern Sie junge Hopfenpflanzen in den ersten Wochen regelmäßig bei trockener Witterung.
- Versorgen Sie das Substrat im Frühjahr mit organischem Langzeitdünger oder Kompost.
- Mulchen Sie den Wurzelbereich, um die Bodenfeuchtigkeit auf natürliche Weise zu bewahren.
Mit der richtigen Vorbereitung entwickeln sich die selbst vermehrten Pflanzen rasch zu imposanten Sichtschutzwänden und liefern im Spätsommer die charakteristischen, aromatischen Hopfendolden.