Behennussbaum
Moringa oleifera
Der Meerrettichbaum (Moringa oleifera) ist eine schnellwachende Nutzpflanze aus der Himalaya-Region. Fast alle Teile des …
In den flirrenden, von der Sonne verbrannten Steinwüsten Namibias ragt eine Gestalt empor, die mit ihrem geschwollenen, wasserreichen Stamm an ein Fabelwesen erinnert. Diese skurrile Pflanze trotzt der extremen Trockenheit der Namib-Wüste, indem sie kostbare Feuchtigkeit direkt in ihrem weichen Holz speichert.
Als charakteristischer Bestandteil des berühmten „Märchenwaldes“ im Etosha-Nationalpark prägt Moringa ovalifolia das Landschaftsbild auf einzigartige Weise. Ihre silbrig-kupferfarbene Rinde reflektiert das gleißende Sonnenlicht und schützt den Baum so vor der unbarmherzigen Hitze.
Der markante Baum erreicht Wuchshöhen von zwei bis sieben Metern und zeichnet sich durch einen stark angeschwollenen, sukkulenten Stamm aus. Dieser pachycaule Stamm kann einen Durchmesser von bis zu einem Meter erreichen und verjüngt sich flaschenförmig nach oben.
Die Blätter von Moringa ovalifolia sind doppelt gefiedert und erreichen eine Gesamtlänge von 50 bis 80 Zentimetern. Die einzelnen Fiederblättchen sind oval mit einer herzförmigen Basis und weisen auf der Unterseite eine filzige Behaarung auf.
Während der Blütezeit entwickeln sich bis zu 50 Zentimeter lange, reich verzweigte Rispenschaukeln mit zahlreichen kleinen, zwittrigen Blüten. Die weißen Kronblätter umgeben die Fortpflanzungsorgane und entwickeln sich später zu dreikantigen, bis zu 25 Zentimeter langen Kapselfrüchten, die geflügelte Samen freisetzen.
Die Blütezeit im südlichen Afrika erstreckt sich von November bis Mai.
In extremen Dürreperioden dient der sukkulente Stamm der indigenen Bevölkerung als lebensrettende Wasserquelle. Durch das Anbohren des weichen Holzes lässt sich ein bitterer, aber trinkbarer Pflanzensaft gewinnen.
Darüber hinaus stellt die Pflanze eine wichtige Nahrungsquelle für die Tierwelt der afrikanischen Savanne dar. Elefanten, Giraffen und Springböcke fressen die proteinreichen Blätter und Früchte, während Stachelschweine die fleischigen Wurzeln nutzen.
Im Etosha-Nationalpark bildet diese Art eine bizarre Waldformation, die als Märchenwald oder „Sprokieswoud“ weltbekannt ist. Die ungewöhnliche Häufung der Bäume in einer flachen Ebene steht im starken Kontrast zu ihrem sonst üblichen Wuchs an steilen, felsigen Hängen.
Die San-Gemeinschaften überliefern Legenden, nach denen die Bäume verkehrt herum vom Himmel fielen und mit den Wurzeln nach oben im Wüstensand stecken blieben. Diese Vorstellung wird durch die merkwürdige, knorrige Aststruktur der laublosen Krone im Winter genährt.
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