Armits Portulak (Portulaca armitii)

Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Portulaca armitii: Merkmale, Verbreitung und Lebensraum

Portulaca armitii ist eine niedrig wachsende, krautige Sukkulente, die in den sonnendurchfluteten Savannen und offenen Trockenwäldern des nördlichen Australiens beheimatet ist. Ihr Artname ehrt den Naturforscher William Edington de Margrat Armit, der im 19. Jahrhundert als Polizist und Pflanzensammler die abgelegenen Regionen von Queensland erkundete.

Wissenschaftlich beschrieben wurde das Gewächs im Jahr 1877 von Ferdinand von Mueller, dem bedeutendsten Erforscher der australischen Flora seiner Zeit. In der modernen Systematik wird das Taxon als Synonym zu Portulaca filifolia oder innerhalb des Verwandtschaftskreises von Portulaca digyna geführt, ohne dass hierdurch seine spannende Entdeckungsgeschichte an Bedeutung verliert.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superasterids
  • ∟ Ordnung Caryophyllales
  • ∟ подотряд / подпорядок Portulacineae
  • ∟ Familie Portulacaceae (Portulakgewächse)
  • ∟ Gattung Portulaca (Portulak Gattung)
  • ∟ Art Portulaca armitii (Armits Portulak)

Lebendiger Puls

Morphologie

Der Habitus von Portulaca armitii ist ganz auf das Überleben in stark besonnten, rasch austrocknenden Böden ausgerichtet. Die einjährige oder kurzlebig ausdauernde Pflanze bildet niederliegende bis aufsteigende Sprosse, die sich dicht über das Substrat schieben.

Sprossachse und Blätter

Die fleischigen Stängel verzweigen sich bereits nahe der Basis und speichern in ihrem Wasserspeichergewebe — großen, dünnwandigen Zellen im Inneren — wertvolle Feuchtigkeitsreserven für Trockenperioden. An den Knoten sitzen unscheinbare Haarbüschel, die als Axillarhaare bezeichnet werden und das Mikroklima rund um die jungen Knospen schützen.

  • Die wechselständig bis fast gegenständig angeordneten Laubblätter sind dicklich-sukulent, schmal-lanzettlich bis stielrund geformt und besitzen eine glatte Kutikula, also eine wachsartige Schutzschicht gegen Verdunstung.
  • Durch die stark verkleinerte Blattoberfläche heizt sich das Gewebe in der intensiven Strahlung des australischen Nordens deutlich weniger auf als bei breitblättrigen Kräutern.

Blüten und Kapselfrüchte

Die einzeln oder in kleinen Gruppen am Ende der Triebe sitzenden Blüten öffnen sich nur für wenige Stunden bei voller Sonneneinstrahlung. Ihre zarten Kronblätter leuchten in warmen Gelb- oder Rosatönen und umgeben zahlreiche Staubblätter, die bei leichter Berührung durch bestäubende Insekten ihren Pollen freigeben.

  • Nach der Befruchtung reift eine sogenannte Deckelkapsel (Pyxidium) heran, deren oberer Teil sich bei Trockenheit wie ein kleiner, präzise geschnittener Topfdeckel abhebt.
  • Im Inneren liegen winzige, nierenförmige Samen, deren Oberfläche unter der Lupe feine Höcker oder sternförmige Warzen zeigt, mit denen sie sich im lockeren Sandboden verankern.

Blütezeit

Sommer bis Herbst (in der Regenzeit der Südhalbkugel)

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Interessante Fakten

Während die meisten Pflanzen bei extremer Hitze und Trockenheit ihre Stomata — die mikroskopisch kleinen Spaltöffnungen der Blätter — schließen müssen und dadurch in eine Art Hungerzustand verfallen, nutzt Portulaca armitii wie ihre nahen australischen Verwandten eine außergewöhnliche biochemische Doppelstrategie.

Zwei Motoren für den Kohlenstoffwechsel

Unter normalen Bedingungen nach den Sommerregen arbeitet das Gewächs mit dem hocheffizienten C4-Stoffwechsel, bei dem Kohlendioxid räumlich getrennt vorfixiert wird, sodass selbst bei hohen Temperaturen kaum Wasser verloren geht. Sobald der Boden jedoch vollkommen austrocknet, schaltet die Pflanze nahtlos auf den CAM-Mechanismus (Crassulaceen-Säurestoffwechsel) um und öffnet ihre Poren ausschließlich in der kühlen Nacht.

  • Diese biochemische Umschaltung innerhalb desselben Blattes erfordert eine präzise zeitliche und räumliche Abstimmung von Enzymen, Zellwandstrukturen und Vakuolen, die wie ein zweistufiges Getriebe auf den Feuchtigkeitsgehalt der Umwelt reagiert.
  • Selbst die Samenkapseln sind Teil dieser durchdachten Konstruktion: Die feine Trennlinie der Deckelkapsel besteht aus speziell geformten Zellen, die erst bei einem bestimmten Trockenheitsgrad einreißen, sodass die Samen genau dann freigegeben werden, wenn der Wind sie ungehindert über den offenen Boden tragen kann.

Verbreitungsgebiet

  • Australien

Technische Information

Taxonsynonyme: Sedopsis armitii

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

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Portulaca hereroensis

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