Korallen-Portulak (Portulaca coralloides)

Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Portulaca coralloides: Korallenartiger Portulak aus Kenia

Portulaca coralloides ist eine außergewöhnlich feingliedrige, sukkulente Pflanze aus den trockenen Ebenen im Osten Kenias, deren verzweigte, dicht beblätterte Triebe verblüffend an winzige Meereskorallen erinnern. Diesem ungewöhnlichen Wuchsbild verdankt die Art ihren lateinischen Namen coralloides, der „korallenähnlich“ bedeutet.

Das Gewächs gehört zur Familie der Portulakgewächse (Portulacaceae). Es wurde im Jahr 2000 von der britischen Botanikerin Sylvia Mabel Phillips am Royal Botanic Gardens in Kew im Rahmen der Aufarbeitung ostafrikanischer Sukkulenten wissenschaftlich erstbeschrieben.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superasterids
  • ∟ Ordnung Caryophyllales
  • ∟ подотряд / подпорядок Portulacineae
  • ∟ Familie Portulacaceae (Portulakgewächse)
  • ∟ Gattung Portulaca (Portulak Gattung)
  • ∟ Art Portulaca coralloides (Korallen-Portulak)

Lebendiger Puls

Morphologie

Im Gegensatz zu breitblättrigen Vertretern ihrer Gattung setzt Portulaca coralloides auf eine starke Verkleinerung der Blattoberfläche und einen kompakten, gliederartigen Aufbau.

Korallenartiger Habitus

  • Die zarten, aber fleischigen Stängel verzweigen sich reichlich und bilden niedrige, rasenartige Matten, die eng am steinigen oder sandigen Untergrund anliegen.
  • Die winzigen, fast kugelig bis kurz-zylindrisch geformten Blätter stehen so dicht an den Stängeln, dass die Triebe wie Perlenschnüre oder feine Korallenäste wirken.

Blütenbau und Samen

  • Die kleinen Blüten erscheinen einzeln oder zu wenigen an den Zweigspitzen und sind von einem Kranz oberer Blätter umgeben.
  • Wie bei anderen Arten der Verwandtschaft öffnet sich die reife Kapselfrucht über einen quer verlaufenden Riss (circumscissil), woraufhin der Wind oder Regentropfen die mikroskopisch skulpturierten Samen ausstreuen.

Interessante Fakten

Der korallenähnliche Wuchs von Portulaca coralloides ist ein Paradebeispiel für biophysikalische Optimierung unter extremem Strahlungs- und Trockenstress im Osten Kenias.

Geometrie des Überlebens

  • Eine Kugel besitzt von allen geometrischen Körpern das kleinste Verhältnis von Oberfläche zu Volumen: Indem die Pflanze ihre Blätter zu winzigen, fast rundlichen Wasserspeichern umformt, maximiert sie den inneren Wasservorrat bei gleichzeitig minimaler Verdunstungsfläche.
  • Wenn in der langen Trockenzeit der Wasserdruck in den Zellen (Turgor) sinkt, ziehen sich die einzelnen Glieder der korallenartigen Triebe harmonisch zusammen, ohne dass das Leitgewebe reißt oder abstirbt.
  • Die nahtlose Koordination aus Oberflächengestaltung, elastischer Zellstruktur und hitzereflektierender Wuchsform wirkt wie ein bis ins Detail durchdachtes technisches System, das es diesem fragil wirkenden Gewächs erlaubt, auf glühend heißen Böden dauerhaft zu bestehen.

Verbreitungsgebiet

  • Kenia

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO): Royal Botanic Gardens, Kew — Portulaca coralloides S.M.Phillips.
  • Kew Bulletin (2000): Notes on Portulaca L. (Portulacaceae) in Tropical East Africa by S. M. Phillips.
  • World Flora Online (WFO) & GBIF: Taxonomic records for Portulaca coralloides.

Technische Information

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch