Großer Portulak (Portulaca grandis)

Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Portulaca grandis: Merkmale, Verbreitung in Ostafrika und Botanik

Portulaca grandis ist ein sukkulentes Kraut aus den sonnendurchfluteten Dornbuschsavannen Ostafrikas, das auf kargen, steinigen Böden in Südäthiopien, Kenia und im Nordosten Tansanias gedeiht. Das lateinische Art-Epitheton grandis bedeutet „groß“ oder „ansehnlich“ und verweist auf die für afrikanische Wildarten dieser Gattung bemerkenswert großen Blüten sowie den kräftigen Wuchs.

Die Art gehört zur Familie der Portulakgewächse (Portulacaceae) und wurde im Jahr 1928 vom deutschen Botaniker Gustav Albert Peter in seiner umfassenden Flora von Deutsch-Ostafrika wissenschaftlich erstbeschrieben. Innerhalb der Art werden keine Unterarten unterschieden, und der Name gilt in der modernen Systematik als vollständig akzeptiert.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superasterids
  • ∟ Ordnung Caryophyllales
  • ∟ подотряд / подпорядок Portulacineae
  • ∟ Familie Portulacaceae (Portulakgewächse)
  • ∟ Gattung Portulaca (Portulak Gattung)
  • ∟ Art Portulaca grandis (Großer Portulak)

Lebendiger Puls

Morphologie

Als spezialisierter Sukkulent – also eine Pflanze mit fleischigen, saftreichen Organen zur Wasserspeicherung – ist Portulaca grandis optimal an lange Trockenperioden angepasst. Die Pflanze wächst als einjähriges oder kurzlebiges ausdauerndes Kraut mit verzweigten, oft rötlich überlaufenen Sprossachsen.

Vegetative Merkmale

  • Die Laubblätter stehen wechselständig bis fast gegenständig, sind im Querschnitt stielrund bis leicht abgeflacht und speichern im inneren Wassergewebe große Mengen Feuchtigkeit.
  • In den Blattachseln sitzen dichte Büschel aus weißlichen Trichomen – feinen Pflanzenhaaren, die den morgendlichen Tau einfangen und die Knospen vor der intensiven Sonneneinstrahlung abschirmen.

Blüten und Früchte

  • Die Blüten sitzen einzeln oder in kleinen Gruppen am Ende der Triebe, sind von einem Kranz aus Hochblättern umgeben und öffnen ihre zarten, leuchtend gelben bis rötlichen Kronblätter nur für wenige Stunden bei voller Sonne.
  • Nach der Bestäubung reift eine Deckelkapsel (Pyxidium) heran – eine trocken-häutige Kapselfrucht, deren oberer Teil sich bei Reife wie ein kleiner Topfdeckel abhebt und zahlreiche winzige, dunkel glänzende Samen freigibt.

Interessante Fakten

Der Lebensraum von Portulaca grandis in den ostafrikanischen Halbwüsten zwischen dem Rudolfsee-Becken und den Ebenen Tansanias ist durch unberechenbare, kurze Regenzeiten und monatelange Hitze geprägt. Um trotz der extremen Verdunstung großflächige, weiche Blütenblätter entfalten zu können, nutzt die Art ein fein abgestimmtes hydraulisches Zeitmanagement.

Präzises Zusammenspiel von Wasserhaushalt und Blüte

  • Tagsüber hält die Pflanze ihre Stomata – die mikroskopisch kleinen Spaltöffnungen in der Blatthaut – fest geschlossen, während sie erst in der kühleren Nacht Kohlendioxid aufnimmt und in organische Säuren einbaut.
  • Die Entfaltung der großen Blütenkrone erfolgt ausschließlich an sonnigen Vormittagen für ein eng begrenztes Zeitfenster von wenigen Stunden, gesteuert durch rasche Verschiebungen des Turgors, also des inneren Zelldrucks in den Gelenkzellen an der Blütenbasis.
  • Sobald die Mittagshitze ihren Höhepunkt erreicht, schließt und verwelkt die Blütenhülle kontrolliert über dem Fruchtknoten, sodass das kostbare Wasser aus dem Gewebe zurückgewonnen wird und die heranreifenden Samen unter einer schützenden Haube verborgen bleiben.

Diese genaue Abstimmung von nächtlicher Atmung, kurzzeitigem hydraulischem Aufblühen und anschließendem Geweberecycling ermöglicht es der Pflanze, selbst auf glühend heißem Gestein erfolgreich Bestäuber anzulocken, ohne ihre Wasserreserven zu gefährden.

Verbreitungsgebiet

  • Äthiopien
  • Kenia
  • Tansania

Technische Information

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch