Verkehrtteilige Kalunga (Simaba obovata)
Simaba obovata: Die obovate Bitteresche des Amazonas
Mit ihren charakteristischen umgekehrt eiförmigen Blättern sticht die tropische Holzpflanze Simaba obovata in den feuchten Wäldern des Amazonasbeckens hervor. Dieses Vorkommen erstreckt sich über Kolumbien, Venezuela und das nördliche Brasilien. Die Art wurde wissenschaftlich von Richard Spruce und Adolf Engler beschrieben.
Im Laufe der botanischen Geschichte wurde sie unter verschiedenen Namen wie Quassia obovata und Simarouba obovata klassifiziert. Sie gedeiht vor allem in unberührten Regenwaldgebieten entlang von Flussläufen.
Taxonomie
- ∟ царство Plantae
- ∟ Abteilung Tracheophytes
- ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
- ∟ Angiosperms
- ∟ mesangiosperms
- ∟ eudicots
- ∟ Superrosids
- ∟ rosids
- ∟ malvids
- ∟ Ordnung Sapindales
- ∟ Familie Simaroubaceae (Bittereschengewächse)
- ∟ Gattung Simaba (Simaba-Baum)
- ∟ Art Simaba obovata (Verkehrtteilige Kalunga)
Morphologie
Die Blätter von Simaba obovata sind namensgebend umgekehrt eiförmig (obovat), was bedeutet, dass der breiteste Teil des Blattes nahe der Spitze liegt. Diese morphologische Struktur unterscheidet sie von nahe verwandten Arten innerhalb der Gattung.
Zu den weiteren botanischen Merkmalen gehören:
- Eine ledrige und glänzende Blattoberfläche zur Reduktion von Feuchtigkeitsverlust.
- Kleine, radiärsymmetrische Blüten mit unauffälligen Kronblättern in lockeren Blütenständen.
- Holzige Zweige, die im Anschnitt den charakteristischen bitteren Geruch der Simaroubaceae verströmen.
Die Steinfrüchte sind eiförmig-elliptisch und beherbergen einen einzelnen, nährstoffreichen Samen.
Anwendungen
Wegen des Gehalts an wirksamen Bitterstoffen findet Holz von nahen Verwandten wie Quassia amara breite Anwendung in der Naturheilkunde. Für Simaba obovata gibt es lokale Berichte über die Verwendung der Rinde als Fiebermittel in indigenen Gemeinschaften.
Eine moderne pharmazeutische Nutzung ist derzeit Gegenstand wissenschaftlicher Grundlagenforschung. Aufgrund der schweren Zugänglichkeit ihrer Habitate ist die kommerzielle Nutzung jedoch stark eingeschränkt.
Interessante Fakten
Ein historisches Detail ist die Erstbeschreibung durch den berühmten britischen Botaniker Richard Spruce, der das Amazonasgebiet jahrelang erforschte. Das Epitheton obovata verweist direkt auf die markante Keilform der Blätter.
Verbreitungsgebiet
- Kolumbien
- Brasilien
- Venezuela
Quellen
- POWO (Plants of the World Online): Simaba obovata Spruce ex Engl.
- WFO (World Flora Online): Simaba obovata
- IPNI (International Plant Names Index): Simaba obovata