Der Kakaobaum (Theobroma cacao) stammt ursprünglich aus den dicht bewachsenen Regenwäldern des Amazonas- und Orinoco-Beckens. Heute erstreckt sich sein Verbreitungsgebiet über den gesamten Tropengürtel rund um den Globus. Die immergrüne Pflanze stellt hohe Ansprüche an Temperatur und Luftfeuchtigkeit, weshalb sie nur in spezifischen Ökosystemen wächst.
Urwald und Plantagen: Wo gibt es Kakaobäume heute?
Auf die Frage, ob es Kakaobäume noch in unberührter Wildnis gibt, antworten Botaniker mit einem klaren Ja. Im Unterholz südamerikanischer Primärwälder wachsen nach wie vor wildformige Kakaobäume im Schatten mächtiger Urwaldriesen.
Der Großteil des heutigen Bestands konzentriert sich jedoch auf landwirtschaftlich genutzte Agroforstsysteme. Kakaobäume benötigen ganzjährig Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad Celsius sowie Niederschlagsmengen von mindestens 1.500 Millimetern.
Aus diesem Grund wachsen die Bäume ausschließlich in einem engen Geografiestreifen zwischen dem 20. nördlichen und dem 20. südlichen Breitengrad. Außerhalb dieser Tropenzone können Kakaobäume im Freiland nicht überleben.
- Lateinamerika: Ursprungsgebiet wilder Kakaobäume im Amazonasbecken sowie Kultivierung in Ecuador, Brasilien und Peru.
- Westafrika: Die heute ertragreichste Anbauregion der Erde mit riesigen Beständen in der Elfenbeinküste und in Ghana.
- Südostasien: Große Vorkommen auf den indonesischen Inseln Sulawesi und Sumatra sowie in Teilen von Papua-Neuguinea.
Bestand in Zahlen: Wie viele Kakaobäume gibt es auf der Erde?
Um präzise zu ermitteln, wie viele Kakaobäume es weltweit gibt, ziehen Agrarökonomen Satellitendaten und Ernteverzeichnisse heran. Schätzungen gehen von einem weltweiten Gesamtbestand von etwa 5 bis 6 Milliarden produktiven Kakaobäumen aus.
Auf einer Fläche von einem Hektar werden in traditionellen Agroforstsystemen typischerweise 1.000 bis 1.100 Kakaobäume gepflanzt. Bei intensiverer Bewirtschaftung unter Schattendächern steigt diese Zahl auf bis zu 1.600 Pflanzen pro Hektar.
Rund 85 bis 90 Prozent aller Kakaobäume befinden sich im Besitz von etwa fünf bis sechs Millionen Kleinbauern. Jede dieser Familienbetriebe bewirtschaftet meist kleine Parzellen von zwei bis fünf Hektar Größe.
Standortansprüche und agroforstliche Kultivierung
In ihrer natürlichen Heimat gedeiht Theobroma cacao als Unterholzpflanze unter dem dichten Blätterdach hoher Tropenbäume. Direkte, ungeschützte Sonneneinstrahlung führt bei jungen Kakaobäumen rasch zu Blattschäden und Wachstumsstillstand.
Der Kakaobaum gedeiht nicht im Monokultur-Mondlicht, sondern im schattigen Schutz eines vielschichtigen Regenwalddachs.
Moderne Kakaoplantagen nutzen daher schattenspendende Nutzpflanzen wie Bananenstauden, Inga-Bäume oder Edelhölzer. Diese Begleitpflanzen regulieren das Mikroklima und schützen den Kakaobaum vor extremen Winden und starker Verdunstung.
Zusätzlich verlangen Kakaobäume tiefe, humusreiche Böden mit exzellenter Wasserdurchlässigkeit. Staunässe führt binnen kurzer Zeit zur Fäulnis der empfindlichen Feinwurzeln und schädigt den Baum nachhaltig.
Gesundheitspotenzial der Rohkakaobohne und Anwendung
Die Samenkörner von Theobroma cacao enthalten eine Fülle an sekundären Pflanzenstoffen wie Flavonoiden, Theobromin und wertvollen Mineralstoffen. In der traditionellen Naturheilkunde Mesoamerikas wurden Aufgüsse aus rohen Kakaobohnen als kräftigendes Tonikum geschätzt.
Flavonoide wirken als starke Antioxidantien, während das enthaltene Theobromin sanft anregend auf das Herz-Kreislauf-System wirkt. Bei der Verarbeitung zu Röstkakao geht allerdings ein Teil dieser empfindlichen Wirkstoffe verloren.
Wer von den vollen Inhaltsstoffen profitieren möchte, greift bevorzugt zu ungerösteten Rohkakaobohnen oder kaltgepresstem Kakaopulver aus biologischem Anbau.
Tipps für die Anzucht im Gewächshaus und Wintergarten
Botanische Liebhaber können Kakaobäume auch in mitteleuropäischen Breitengraden erfolgreich als Kübelpflanze kultivieren. Voraussetzung dafür ist ein ganzjährig beheizter Wintergarten oder ein temperiertes Gewächshaus.
Ein stabiles Temperaturminimum von 18 Grad Celsius sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit von über 70 Prozent sind für das Überleben der tropischen Pflanzen unerlässlich.
- Frische Kakaobohnen unverzüglich in keimfreie, leicht saure Anzuchterde einsäen, da die Samen rasch ihre Keimfähigkeit verlieren.
- Den Standort hell, aber frei von direkter Prallsonne wählen und für hohe Luftfeuchtigkeit durch regelmäßiges Besprühen sorgen.
- Das Substrat stets gleichmäßig feucht halten und ausschließlich mit kalkarmem Regenwasser gießen.
- In den Sommermonaten organischen Dünger in schwacher Dosierung verabreichen, um das Blattwachstum zu fördern.
Mit Geduld und der richtigen Pflege entwickelt Theobroma cacao nach wenigen Jahren seine charakteristischen Blüten direkt am Stamm. Diese als Kauliflorie bezeichnete Botanik macht den Kakaobaum zu einem faszinierenden Blickfang in jeder Pflanzensammlung.