Japanische Nuss-Eibe (Torreya nucifera)

Japanische Nusseibe Kaya
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Japanische Nusseibe (Torreya nucifera) – Kaya-Baum

Seit Jahrhunderten hallt der klare, melodische Klang von Go-Steinen über Bretter, die aus dem edlen, goldgelben Holz der Japanischen Nusseibe gefertigt wurden. In den nebligen Bergwäldern Südjapans und der koreanischen Insel Jeju wächst diese langlebige Konifere heran.

Dieser als Kaya bekannte Baum zeichnet sich durch ein extrem langsames Wachstum aus, was seinem Holz eine unvergleichliche Dichte verleiht. Neben der handwerklichen Bedeutung schätzen die Menschen in Ostasien auch die ölreichen, nussartigen Samen des Baumes.

Taxonomie

Morphologie

Die Torreya nucifera wächst als immergrüner, sehr langsam wüchsiger Nadelbaum heran, der Wuchshöhen von 15 bis 25 Metern erreicht. Ihr gerader Stamm kann einen Durchmesser von bis zu 1,5 Metern aufweisen und trägt eine graubraune bis rötliche Rinde, die im Alter in dünnen Streifen abblättert.

Die charakteristischen Nadeln weisen folgende botanische Merkmale auf:

  • Form und Anordnung: Die Nadeln sind linear, 2 bis 3 Zentimeter lang und etwa 3 Millimeter breit. Sie stehen spiralig am Zweig, sind aber an der Basis so gedreht, dass sie zweizeilig gescheitelt wirken.
  • Oberfläche und Spitze: Die Oberseite glänzt dunkelgrün, während die Unterseite zwei weißliche Spaltöffnungsbänder (Stomastreifen) zeigt. Die Nadelspitze läuft in einen sehr scharfen Dorn aus, der bei Berührung schmerzhaft sticht.
  • Geruch: Beim Zerreiben verströmen die Nadeln einen intensiven, oft als unangenehm empfundenen, harzig-stechenden Duft.

Als subdiözische Pflanze trägt ein Baum meist überwiegend männliche oder weibliche Blütenorgane. Die kugeligen männlichen Blütenzapfen sind 5 bis 6 Millimeter groß. Die weiblichen Zapfen stehen in kleinen Gruppen und reifen über einen Zeitraum von 18 bis 20 Monaten zu einer eiförmigen, fleischig umhüllten Samenfrucht heran.

Blütezeit

Die Bestäubung erfolgt im Frühjahr von April bis Mai.

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

Das wertvollste Produkt der Japanischen Nusseibe ist ihr feines, goldgelbes Holz, das traditionell für die Herstellung hochwertiger Go- und Shōgi-Spielbretter verwendet wird. Es besitzt eine feine Maserung und erzeugt beim Aufsetzen der Spielsteine einen charakteristischen, hellen Klang. Da die Wildbestände streng geschützt sind und nur natürlich abgestorbene Bäume verwertet werden dürfen, erzielen historische Bretter Preise von mehreren Tausend Dollar.

Darüber hinaus lassen sich weitere traditionelle und moderne Nutzungsformen identifizieren:

  • Ernährung: Die ölreichen Samen sind nach dem Entfernen der Bitterstoffe essbar. Sie werden geröstet als Knabbergebäck verzehrt oder zu einem hochwertigen Speiseöl gepresst.
  • Rituelle Verwendung: Im esoterischen Shingon-Buddhismus Japans dienen die Nadeln als symbolischer Blumenersatz. Das gepresste Öl wird traditionell als Lampenöl während lang andauernder Meditationen verbrannt.
  • Medizin: In der traditionellen ostasiatischen Heilkunde finden Extrakte zur Behandlung von Darmparasiten Anwendung. Neuere pharmakologische Studien untersuchen zudem Wirkstoffe des Baumes hinsichtlich ihrer antiviralen Effekte gegen SARS-CoV-2.

Interessante Fakten

Ein besonders berühmtes Exemplar der Japanischen Nusseibe steht am Nagoya-Schloss in Japan. Dieser über 600 Jahre alte Baum überlebte die schweren Luftangriffe des Jahres 1945 und gilt als wichtiges Naturdenkmal. Historischen Berichten zufolge schmückte der Daimyō Tokugawa Yoshinao vor Schlachten seine Speiseplatte mit Nüssen dieses Baumes als Glücksbringer.

Weitere faszinierende Aspekte rund um diese außergewöhnliche Konifere sind:

  • Namensherkunft: Der japanische Name „Kaya“ geht vermutlich auf das Wort „kayari“ zurück, was übersetzt Mückenabwehr bedeutet. In der Geschichte wurden die harzigen Nadeln verbrannt, um lästige Insekten zu vertreiben.
  • Verwechslungsgefahr: Die Art ähnelt optisch der Japanischen Kopfeibe (Cephalotaxus harringtonia), die auch als „Inugaya“ (Hunde-Kaya) bezeichnet wird. Im Gegensatz zur echten Kaya sind deren Nadeln jedoch weich und stechen nicht.
  • Historische Expeditionen: Der renommierte Botaniker Ernest Henry Wilson dokumentierte 1916 auf dem Berg Takao bei Tokio reiche Vorkommen dieser Nadelbäume, die dort vergesellschaftet mit Japanischen Tannen an steilen Schieferhängen wuchsen.

Verbreitungsgebiet

  • Japan
  • Südkorea

Natürliche Varietäten

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO): Kew Science
  • World Flora Online (WFO): World Flora Online Consortium
  • Tropicos: Missouri Botanical Garden
  • Global Biodiversity Information Facility (GBIF): GBIF Secretariat

Technische Information

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos