Begonienartige Schlafbeere (Withania begoniifolia)

St.-Helena-Buchsbaum St. Helena boxwood
Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Withania begoniifolia (St.-Helena-Buchsbaum) – Infos & Merkmale

Auf der abgelegenen Atlantikinsel St. Helena überlebt eine der am stärksten bedrohten Pflanzenarten der Erde. Diese botanische Rarität galt lange Zeit als vollständig verschollen, bis Ende des 20. Jahrhunderts eine winzige Restpopulation wiederentdeckt wurde.

Die Art wächst als dichter, buschiger und immergrüner Zwergstrauch in den trockenen, felsigen Hängen der Insel. Heute wird ihr Überleben vor allem durch Erhaltungszuchten in den Royal Botanic Gardens in Kew gesichert.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Angiosperms
  • mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • eudicots
  • asterids
  • Ordnung Solanales
  • Familie Solanaceae
  • Unterfamilie Solanoideae
  • Tribus Physaleae
  • Gattung Withania (Schlafbeeren)
  • Art Withania begoniifolia (Begonienartige Schlafbeere)

Lebendiger Puls

Morphologie

Dieser ausdauernde Strauch erreicht eine Wuchshöhe von einem bis zwei Metern und zeichnet sich durch ein dichtes Gezweig aus. Die Blätter weisen folgende Merkmale auf:

  • Form: Eiförmig und von ledriger Konsistenz.
  • Farbe: Dunkelgrün mit einer robusten Oberfläche, die vor Verdunstung schützt.

Die Blüten sind klein, weiß und verströmen einen intensiven Duft. Sie sind in traubigen Blütenständen angeordnet. Ein auffälliges Merkmal ist der glockenförmige Blütenkelch, der sich nach der Befruchtung stark vergrößert und die reifende Frucht ähnlich wie bei der Gattung der Blasenkirschen (Physalis) schützend umhüllt.

Anwendungen

Aufgrund des extremen Bedrohungsstatus und der Seltenheit existieren keine kommerziellen oder gärtnerischen Anwendungen. Die Pflanze besitzt jedoch einen unschätzbaren Wert für die Erhaltungsbiologie und die Erforschung der Evolution isolierter Inselendemiten.

Interessante Fakten

Die wissenschaftliche Entdeckungsgeschichte ist eng mit historischen Persönlichkeiten verknüpft:

  • Ehrung: Die Gattung Mellissia (ein Synonym für diese Art) wurde nach dem Naturforscher John Charles Melliss benannt.
  • Wiederentdeckung: Nach jahrzehntelangem Verschollenheitsstatus spürte der Botaniker Stedson Stroud 1998 einige wenige überlebende Exemplare auf.
  • Rettungsaktion: Als die letzten wilden Pflanzen Dürreperioden und Schädlingen zum Opfer fielen, konnten Samen im Kew-Samenarchiv gerettet und erfolgreich kultiviert werden.

Verbreitungsgebiet

  • St. Helena

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO)
  • Global Biodiversity Information Facility (GBIF)
  • World Flora Online (WFO)

Technische Information

Externe Datenbanken: POWO, Tropicos

Siehe auch

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