Komarows Tollkirsche (Atropa komarovii)

Komarov-Tollkirsche Turkmenistan-Belladonna
Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Atropa komarovii: Die seltene Turkmenistan-Tollkirsche

Nur in drei abgelegenen Schluchten des südwestlichen Kopet-Dag-Gebirges überlebt diese extrem seltene Wildpflanze. Ihre wissenschaftliche Erstbeschreibung im Jahr 1945 erweiterte das Wissen über die Diversität der Nachtschattengewächse in Zentralasien erheblich. Bis heute fasziniert sie die Forschung durch ihre hochspezifischen Keimanforderungen.

Aufgrund des sehr begrenzten Lebensraums reagiert die Art äußerst empfindlich auf klimatische Veränderungen. Sie steht unter strengem staatlichen Schutz, um das Überleben der verbliebenen Populationen zu sichern.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Angiosperms
  • mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • eudicots
  • asterids
  • Ordnung Solanales
  • Familie Solanaceae
  • Unterfamilie Solanoideae
  • Tribus Hyoscyameae
  • Gattung Atropa (Tollkirschen)
  • Art Atropa komarovii (Komarows Tollkirsche)

Lebendiger Puls

Morphologie

Diese mehrjährige krautige Pflanze bildet aufrechte Triebe mit wechselständiger Blattanordnung aus. Die Blüten weisen eine charakteristische gelbe Grundfärbung mit bräunlich-purpurnen Streifen auf. Sie stehen meist einzeln in den Blattachseln.

Die glatten Beeren reifen zwischen Juli und September heran und zeigen eine glänzende schwarze Färbung mit einem violetten Schimmer. Ein biologisches Spezifikum ist die Keimung der Samen, die ausschließlich in einem engen Temperaturbereich von 11 bis 24 °C erfolgt.

Blütezeit

Frühsommer bis Frühherbst (Mai bis September)

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

Aufgrund der extremen Seltenheit der Wildbestände erfolgt eine gezielte Kultivierung in botanischen Gärten und Forschungsstationen. Die Pflanze dient vor allem der wissenschaftlichen Untersuchung der Tropan-Alkaloid-Synthese unter ariden Bedingungen. Eine kommerzielle Nutzung findet wegen des strengen Schutzstatus nicht statt.

Alle Pflanzenteile weisen eine sehr hohe Konzentration an Giftstoffen auf. Sie ist für den Menschen und viele Weidetiere bei Verzehr absolut tödlich.

Interessante Fakten

Die Art besitzt einen diploiden Chromosomensatz von 2n = 74, was für genetische Vergleiche innerhalb der Gattung Atropa von Bedeutung ist. Ihre Entdeckung war eine botanische Sensation, da sie die östliche Grenze des Verbreitungsgebiets dieser Gattung markiert.

Die Ausbreitung wird stark durch anhaltende Dürreperioden und die historische Abholzung von schützenden Begleitsträuchern limitiert. Sie gilt als eines der wertvollsten botanischen Juwele Zentralasiens.

Verbreitungsgebiet

  • Turkmenistan
  • Iran

Quellen

  • Rotes Buch der Republik Turkmenistan – Status der Gefährdung und Schutzmaßnahmen.
  • IUCN Red List of Threatened Species (1997) – Internationaler Schutzstatus.
  • The Plant List / WFO – Systematische Validierung der Art.

Technische Information

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

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