Afrikanischer Zürgelbaum (Celtis africana)

Weißer Stinkbaum Camdeboo-Stinkholz
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Celtis africana (Weißer Stinkbaum): Herkunft & Merkmale

In den trockenen Weiten der afrikanischen Savannen bis hin zu dichten, feuchten Wäldern bildet Celtis africana mit seiner breiten, schattenspendenden Krone einen lebenswichtigen Zufluchtsort für unzählige Tierarten. Der im Deutschen oft als Weißer Stinkbaum bekannte Baum ist eine äußerst anpassungsfähige Spezies aus der Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae), die in ganz Afrika südlich der Sahara sowie auf der Arabischen Halbinsel beheimatet ist. Je nach Standort variiert seine Wuchsform dramatisch – von einem gedrungenen, bonsaibushartigen Strauch auf kargen Felsen bis hin zu einem stattlichen Waldriesen.

Die traditionelle Bezeichnung als Stinkbaum ist auf den leicht unangenehmen Geruch des frisch geschlagenen, grünen Holzes zurückzuführen, der an das echte Schwarze Stinkholz (Ocotea bullata) erinnert. Dennoch besitzt Celtis africana einen ganz eigenen visuellen Charme, der besonders im Frühjahr durch den starken Kontrast seiner hellgrauen, fast weißen Rinde zum zarten, hellgrünen Neuaustrieb des Laubes zur Geltung kommt.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Angiosperms
  • mesangiosperms
  • eudicots
  • Superrosids
  • rosids
  • Ordnung Rosales
  • Familie Cannabaceae (Hanfgewächse)
  • Gattung Celtis (Zürgelbäume)
  • Art Celtis africana (Afrikanischer Zürgelbaum)

Lebendiger Puls

Morphologie

Das äußere Erscheinungsbild von Celtis africana ist sehr stark vom jeweiligen Lebensraum geprägt. Freistehend erreicht der Baum meist eine mittlere Wuchshöhe von etwa 12 Metern und bildet eine sehr dichte, halbkugelförmige Krone aus. In feuchten Wäldern kann der glatte, unverzweigte Stamm jedoch eine Höhe von bis zu 25 Metern erreichen. Ein besonders charakteristisches Merkmal ist die glatte, blassgraue bis fast weiße Rinde, die bei älteren Exemplaren oft schuppig abblättert und auffällige horizontale Rillen aufweist.

Die wechselständigen, eiförmig bis zugespitzten Blätter besitzen drei markante Hauptadern, die gut sichtbar von der asymmetrischen Basis ausgehen. Während das untere Drittel des Blattrandes glatt verläuft, zeigt sich die obere Hälfte in Richtung der Spitze deutlich gesägt. Junge Blätter sind leuchtend frischgrün und auf der Oberseite behaart, bevor sie mit zunehmendem Alter eine dunklere Farbe annehmen und glatt werden.

Die kleinen, blassgelben bis leicht grünlichen, sternförmigen Blüten sind optisch eher unscheinbar. Aus ihnen entwickeln sich in großer Zahl kleine, rundliche Steinfrüchte von etwa 4 Millimetern Durchmesser, die an langen, dünnen Stielen sitzen und bei Reife eine gelblich-braune bis schwarze Färbung annehmen.

Blütezeit

Die Blütezeit erstreckt sich im natürlichen Verbreitungsgebiet vom späten afrikanischen Winter bis in das zeitige Frühjahr, typischerweise von August bis Oktober.

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

Aufgrund seiner ausladenden Krone und des dichten Blattwerks wird Celtis africana im südlichen Afrika sehr häufig als idealer Schattenspender in städtischen Parks, in großen Gärten und als Alleebaum angepflanzt. Seine tief reichenden Wurzeln und die hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Böden machen ihn zu einem äußerst widerstandsfähigen Element der Landschaftsarchitektur in urbanen Gebieten.

In der Landwirtschaft dienen die nahrhaften Blätter als wichtiges Futter für Weidevieh wie Rinder und Ziegen, selbst wenn sie nach dem Laubabwurf bereits am Boden liegen. Das Holz ist qualitativ jedoch deutlich schlechter als das des echten Schwarzen Stinkholzes und findet daher vorwiegend nur lokale handwerkliche Verwendung.

Interessante Fakten

Die kleinen, unscheinbaren Früchte von Celtis africana sind ein wahrer Magnet für die afrikanische Fauna. Sie werden von einer Vielzahl fruchtfressender Vogelarten im Ganzen konsumiert, darunter der Kapturako (Tauraco corythaix) und verschiedene Mausvogel-Arten. Auch Säugetiere wie Bärenpaviane (Papio ursinus) und Grünmeerkatzen schätzen die süßen Beeren als willkommene Nahrungsquelle.

  • Ökologische Keimung: Die Vögel verbreiten die Samen nicht nur über weite Strecken, sondern ermöglichen erst ihre erfolgreiche Keimung. Die Fruchtpulpe enthält keimhemmende Stoffe; erst wenn diese im Verdauungstrakt der Tiere vollständig abgebaut wurde, können die Samen problemlos austreiben.
  • Lebensraum für Insekten: Der Baum dient vielen Insekten, insbesondere dem Schmetterling Libythea labdaca, als unverzichtbare Wirtspflanze für die Eiablage und die Ernährung der Raupen.
  • Bestäubung: Obwohl Celtis africana getrenntgeschlechtliche Blüten bildet (männlich und weiblich), befinden sich beide auf demselben Baum und werden hauptsächlich durch Bienen bestäubt.

Verbreitungsgebiet

  • Südafrika
  • Simbabwe
  • Kenia
  • Äthiopien
  • Demokratische Republik Kongo
  • Namibia
  • Tansania
  • Jemen

Technische Information

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

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