Wüsten-Zürgelbaum (Celtis pallida)

Dorniger Zürgelbaum Granjeno
Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Celtis pallida (Wüsten-Zürgelbaum): Lebensweise und Ökologie

Celtis pallida, im Südwesten Nordamerikas und in Mexiko meist als Granjeno oder Wüsten-Zürgelbaum bekannt, ist ein dicht verzweigter, wehrhafter Strauch oder kleiner Baum der trockenen Buschländer und Halbwüsten. Das lateinische Art-Epitheton pallida bedeutet „blass“ oder „bleich“ und beschreibt den graugrünen, das grelle Sonnenlicht reflektierenden Farbton seiner rauen Blätter und der hellen Rinde.

Die Art gehört zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae) und wurde 1859 vom US-amerikanischen Botaniker John Torrey im Rahmen der berühmten Grenzvermessungsexpedition zwischen den USA und Mexiko wissenschaftlich erstbeschrieben. In manchen Florenwerken wird das Taxon auch als Unterart von Celtis ehrenbergiana geführt, während zahlreiche Datenbanken wie GRIN und GBIF den Artrang Celtis pallida beibehalten.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superrosids
  • ∟ rosids
  • ∟ Ordnung Rosales
  • ∟ Familie Cannabaceae (Hanfgewächse)
  • ∟ Gattung Celtis (Zürgelbäume)
  • ∟ Art Celtis pallida (Wüsten-Zürgelbaum)

Lebendiger Puls

Morphologie

Celtis pallida wächst als sparriger, oft mehrstämmiger Strauch oder kleiner Baum von 1 bis 6 Metern Höhe, dessen graue, im Zickzack-Muster verlaufende Zweige mit paarigen oder einzeln stehenden, scharfen Dornen bewehrt sind. Diese kräftigen Sprossdornen sind umgewandelte Kurztriebe, die bis zu 2,5 Zentimeter lang werden und selbst gelegentlich kleine Blätter tragen können.

Blätter und Oberfläche

  • Die wechselständigen, nur 1 bis 4 Zentimeter langen Laubblätter sind eiförmig bis länglich-deltaförmig, am Grund oft leicht asymmetrisch dreinervig und am Rand ganzrandig oder mit wenigen groben Zähnen versehen.
  • Beide Blattseiten fühlen sich durch kurze, steife Borstenhaare wie feines Sandpapier an (scabros) und behalten in milden Wintern fast ganzjährig ihr blass-graugrünes Laub.

Blüten und Früchte

  • Die winzigen, grünlich-weißen und unscheinbaren Blüten erscheinen in kleinen achselständigen Büscheln und werden vorwiegend vom Wind sowie von kleinen Wildbienen bestäubt.
  • Aus ihnen entwickeln sich 5 bis 8 Millimeter große, eiförmige bis kugelige Steinfrüchte, die bei Reife leuchtend gelb bis orangefarben glänzen und ein dünnes, süßlich schmeckendes Fruchtfleisch um einen harten Steinkern besitzen.

Blütezeit

Frühling bis Spätsommer (oft nach den saisonalen Regenfällen)

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

Die reifen, orangegelben Steinfrüchte von Celtis pallida sind essbar und wurden von indigenen Völkern der Sonora- und Chihuahua-Wüste wie den Seri, Pima und Tohono O'odham frisch verzehrt, zu Mus zerstoßen oder für den Wintervorrat getrocknet. Das harte, zähe Holz diente zudem lokal als hochwertiges Brennholz sowie zur Anfertigung von Werkzeuggriffen und Zaunpfählen.

Im modernen, wassersparenden Landschaftsbau (Xeriscaping) der trockenen Südstaaten der USA wird der Strauch heute gezielt als dornige Schutzhecke, Erosionsschutzpflanze und hitzetolerantes Vogelschutzgehölz kultiviert.

Interessante Fakten

Um in der glühenden Hitze der Sonora- und Chihuahua-Wüste zu bestehen, verknüpft Celtis pallida seinen Verdunstungsschutz mit einer ungewöhnlichen Partnerschaft für die Samenverbreitung. Die namensgebende blasse Färbung (pallida) entsteht durch eine dichte Auflage winziger, rauer Borstenhaare auf der Blattoberfläche, die das Sonnenlicht streuen und eine dünne, unbewegte Luftschicht direkt über den Spaltöffnungen festhalten, wodurch der Wasserverlust im trockenen Wüstenwind drastisch sinkt.

Zickzack-Architektur und ökologische Schlüsselrolle

  • Die Zweige wachsen in einem auffälligen Zickzack-Winkel von Knoten zu Knoten, wobei an jeder Biegung steife Sprossdornen nach außen weisen, die ein für größere Pflanzenfresser fast undurchdringliches Käfiggeflecht um das innere Laub bilden.
  • Genau dieses dornige Dickicht dient der Kalifornischen Wüstenmistel (Phoradendron californicum) als bevorzugter Wirt: Vögel wie der Seidenschnäpper fressen im selben Strauch sowohl die süßen orangen Zürgelbaum-Früchte als auch die Mistelbeeren und streifen die klebrigen Samen direkt an den Zweigen ab.
  • Gleichzeitig sind die kleinen, sandpapierartigen Blätter die unverzichtbare Kinderstube für spezialisierte Wüstenschmetterlinge wie den Kaiserfalter Asterocampa leilia (Empress Leilia) und die Würfelfalter-Art Libytheana carinenta, deren Raupen farblich perfekt getarnt zwischen den grauen Dornen leben.

Verbreitungsgebiet

  • Vereinigte Staaten
  • Mexiko

Natürliche Varietäten

Quellen

  • USDA, ARS, Germplasm Resources Information Network (GRIN): Celtis pallida Torr.
  • World Flora Online (WFO): Celtis pallida Torr.
  • Plants of the World Online (POWO): Celtis pallida Torr. / Celtis ehrenbergiana – Royal Botanic Gardens, Kew.
  • Global Biodiversity Information Facility (GBIF): Celtis pallida Torr.

Technische Information

Taxonsynonyme: Celtis tala f. subtomentosa, Celtis spinosa var. pallida, Celtis tala var. pallida, Celtis tala f. subpilosa, Momisia lancifolia, Momisia pallida

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch