Timor-Zürgelbaum (Celtis timorensis)

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Celtis timorensis – Botanik, Verbreitung und Besonderheiten

In den dichten Regenwäldern Süd- und Südostasiens verströmt Celtis timorensis einen unverkennbaren, strengen Duft, der oft das gesamte umgebende Waldgebiet durchdringt. Dieser imposante Waldbaum, der Wuchshöhen von bis zu 25 Metern erreichen kann, gehört systematisch zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). Die bemerkenswerte Geruchsentwicklung von Rinde und Harz, die an Exkremente erinnert, ist auf das reichliche Vorhandensein der organischen Verbindung Skatol zurückzuführen.

Trotz seines ungewöhnlichen Geruchs nimmt das Gewächs eine feste ökologische Position in saisonalen und trockeneren Regenwäldern ein. Sein Verbreitungsgebiet ist enorm ausgedehnt und reicht vom indischen Subkontinent über die indonesischen Archipel bis hin zu den Rändern Australiens.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Angiosperms
  • mesangiosperms
  • eudicots
  • Superrosids
  • rosids
  • Ordnung Rosales
  • Familie Cannabaceae (Hanfgewächse)
  • Gattung Celtis (Zürgelbäume)
  • Art Celtis timorensis (Timor-Zürgelbaum)

Lebendiger Puls

Morphologie

Die Laubblätter von Celtis timorensis sind stark dreinervig, erreichen eine Länge von 50 bis 130 Millimetern und weisen eine abgeflachte bis längliche Form auf. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu optisch sehr ähnlichen Arten sind die deutlich gesägten Ränder der Blätter. Die Blütenstände entwickeln sich geschlechtsspezifisch: Männliche Blüten erscheinen als grünliche, kurze und traubige Zymen, während die weiblichen Blüten zartere, achselständige oder endständige Zymen ausbilden.

Die Früchte reifen als birnenförmige Steinfrüchte heran, die eine kleine Schnabelform an der Spitze besitzen. Jeder Samen wird von einem 7 bis 11 Millimeter langen, extrem harten und widerstandsfähigen Endokarp geschützt. Diese robuste Schale spielt eine zentrale Rolle bei der Ausbreitung der Samen durch natürliche Wasserströmungen.

Anwendungen

Das Kernholz dieser Pflanzen ist in bestimmten südasiatischen Regionen tief in der traditionellen Naturmedizin verwurzelt. In Sri Lanka, wo das Holz unter dem lokalen Namen Gurenda bekannt ist, kommt es in alten ayurvedischen Heilverfahren zur Behandlung von Infektionskrankheiten wie Syphilis und Windpocken zum Einsatz. Andere asiatische Traditionen nutzen Extrakte der Blätter erfolgreich als Mittel gegen schwere Verdauungsprobleme oder als Anthelminthikum.

Interessante Fakten

Die thailändische Folklore verbindet diesen Waldbaum mit einer alten Legende rund um den historischen König Phra Ruang. Demnach soll der legendäre Herrscher der Sukhothai-Dynastie die Blätter für seine persönliche Hygiene verwendet haben, was dem Baum in der Landessprache wenig schmeichelhafte volkstümliche Namen einbrachte.

Verbreitungsgebiet

  • Indien
  • Sri Lanka
  • China
  • Indonesien
  • Thailand
  • Vietnam
  • Philippinen
  • Malaysia

Quellen

  • POWO (Plants of the World Online)
  • Flora of China
  • GBIF

Technische Information

Taxonsynonyme: Celtis dysodoxylon, Celtis waitzii, Celtis hamata, Celtis reticulosa

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

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