Krähenfuß-Zwergnachtschatten (Chamaesaracha coronopus)

Greenleaf five eyes Green false nightshade Smooth chamaesaracha
IUCN: Nicht gefährdet

Chamaesaracha coronopus: Merkmale, Lebensraum und Botanik

Chamaesaracha coronopus ist eine niedrig wachsende, krautige Staude, die in trockenen Ebenen, Halbwüsten und offenen Buschlandschaften im Südwesten der USA sowie im nördlichen Mexiko beheimatet ist. Ihr Artepitheton coronopus bedeutet „krähenfußartig“ und beschreibt die schmalen, oft unregelmäßig gebuchteten oder fiederspaltigen Blätter, während der englische Volksname „Greenleaf five eyes“ auf die fünf grünlichen Saftmale im Zentrum der Blüte anspielt.

Die Art gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und ist eng mit den Blasenkirschen (Physalis) verwandt. Sie wurde 1852 von Michel Félix Dunal zunächst als Solanum coronopus beschrieben, bevor der amerikanische Botaniker Asa Gray sie 1876 in die eigenständige Gattung Chamaesaracha überführte.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ asterids
  • ∟ Ordnung Solanales
  • ∟ Familie Solanaceae
  • ∟ Unterfamilie Solanoideae
  • ∟ Tribus Physaleae
  • ∟ Gattung Chamaesaracha
  • ∟ Art Chamaesaracha coronopus (Krähenfuß-Zwergnachtschatten)

Lebendiger Puls

Morphologie

Die ausdauernde Pflanze wächst aus einem verzweigten, unterirdischen Rhizom (einem horizontal kriechenden Erdspross), aus dem niederliegende bis aufsteigende, stark verzweigte Stängel von 10 bis 40 Zentimetern Länge entspringen. Die Sprossachsen und Blätter sind meist fast kahl oder nur spärlich mit winzigen, unter der Lupe erkennbaren Stern- oder Gabelhaaren (verzweigten Trichomen) besetzt.

Blätter, Blüten und Früchte

  • Blattform: Die wechselständigen, grau- bis mittelgrünen Blätter sind linealisch-lanzettlich bis schmal elliptisch (2 bis 6 Zentimeter lang), am Grund keilförmig verschmälert und am Rand variabel von fast ganzrandig bis tief buchtig gezähnt oder fiederspaltig.
  • Radförmige Blüten: Die einzeln oder zu zweit in den Blattachseln stehenden Blüten besitzen eine flach ausgebreitete, fünfeckig-sternförmige Krone (ein verwachsenes Blütenblatt-Rad von 1 bis 1,5 Zentimetern Durchmesser) von cremeweißer bis blassgelber Farbe, deren Schlund durch fünf grünliche, fein behaarte Polster markiert ist.
  • Fruchtkelch und Beere: Nach der Bestäubung vergrößert sich der grüne Kelch (die äußere Blütenhülle) und legt sich eng wie eine straffe Schale um die heranreifende, kugelige Beere (5 bis 8 Millimeter groß), ohne sie jedoch wie eine aufgeblasene Laterne komplett zu verschließen; die reife Frucht bleibt an der Spitze sichtbar und färbt sich gelblich-grün bis matt weißlich.

Blütezeit

Frühling bis Herbst (April bis September, abhängig von den Regenfällen)

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Interessante Fakten

Auf den ersten Blick wirkt Chamaesaracha coronopus wie eine unscheinbare Verwandte der bekannten Physalis, doch bei genauerer Betrachtung offenbart sie ein präzise auf die sengende Hitze und Trockenheit der Chihuahua- und Sonora-Wüste abgestimmtes Überlebenskonzept. Jedes Bauelement von der Blattgeometrie bis zur Blütenmitte greift ineinander, um Wasserverlust zu minimieren und gleichzeitig die Fortpflanzung in einer kargen Umgebung zu sichern.

Feinmechanik gegen Wüstenhitze und Verdunstung

  • Geteilte Blattflächen als Hitzeschild: Die namensgebende, krähenfußartig eingeschnittene Blattform (coronopus) verkleinert die durchgehende Blattoberfläche, wodurch die Grenzschicht (das dünne, unbewegte Luftpolster direkt auf der Blatthaut) schneller durch leichten Wind gekühlt wird; das Blatt vermeidet so gefährliche Überhitzung, ohne wertvolles Wasser für die Verdunstungskühlung opfern zu müssen.
  • Die „fünf Augen“ als staubdichte Nektarpforte: Im Zentrum der flachen Blütenkrone sitzen fünf dicht behaarte, grünliche Gewebepolster, die nicht nur als optische Wegweiser („Five eyes“) für spezialisierte Wildbienen (wie Arten der Gattung Perdita) dienen, sondern den Nektarraum am Blütengrund wie feine Bürstendichtungen vor dem Austrocknen durch den heißen Wüstenwind und vor eingewehtem Sand schützen.
  • Der maßgeschneiderte Schutzkelch: Anders als bei den Blasenkirschen (Physalis), die eine luftgefüllte Papierlaterne bilden, wächst der Kelch bei Chamaesaracha als eng anliegender, derber Becher direkt mit der Schwellung der Beere mit; er schirmt die wasserreiche, sich entwickelnde Frucht vor intensiver UV-Strahlung und Fraßfeinden ab, lässt aber die obere Kuppe frei, sodass samenverbreitende Tiere die reife Beere sofort erkennen und entnehmen können.

Verbreitungsgebiet

  • Mexiko
  • Vereinigte Staaten

Technische Information

Taxonsynonyme: Saracha coronopus, Withania coronopus, Chamaesaracha felgeri, Chamaesaracha arida, Solanum coronopus

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

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