Südlicher Ginkgofarn (Ginkgoites australis)
Ginkgoites australis – fossiler Ginkgo-Verwandter der Kreidezeit
Fossile Funde von Ginkgoites australis aus der Unterkreide Australiens bieten wertvolle Einblicke in die Evolution der Flora auf der Südhalbkugel. Diese ausgestorbene Art dokumentiert die einstige Verbreitung der Ginkgoaceae auf dem Südkontinent Gondwana. Reste aus den Koonwarra-Fossillagerstätten in Victoria sind aufgrund ihrer hervorragenden Erhaltung von großer Bedeutung.
Die systematische Zuordnung zeigt eine Zuordnung zur Familie Ginkgoaceae. Ursprünglich wurde das Taxon unter dem Basionym Baiera australis beschrieben, bevor spätere taxonomische Revisionen erfolgten.
Taxonomie
- ∟ царство Plantae
- ∟ Abteilung Tracheophytes
- ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
- ∟ Überklasse Gymnospermae
- ∟ Klasse Ginkgoopsida (Ginkgopflanzen)
- ∟ Ordnung Ginkgoales
- ∟ Familie Ginkgoaceae (Ginkgogewächse)
- ∟ Gattung Ginkgoites (Ur-Mädchenhaarbaum)
- ∟ Art Ginkgoites australis (Südlicher Ginkgofarn)
Morphologie
Die Blätter von Ginkgoites australis zeigen die für ginkgoide Pflanzen charakteristische fächerförmige Gestalt. Sie besitzen eine deutlich ausgeprägte, dichotom verzweigte Aderung, die sich vom Blattgrund bis zum Rand erstreckt. Im Vergleich zu anderen Vertretern der Gattung weisen die Blattsegmente spezifische Teilungsmuster auf.
Die Cuticula-Struktur, sofern in Fossilien erhalten, liefert wichtige Merkmale zur Unterscheidung von verwandten Formen:
- Blattform: Fächerförmig mit variabler Lappung.
- Aderung: Eng stehende, sich gabelnde Nervenbahnen ohne echte Anastomosen.
- Blattstiel: Deutlich abgesetzter, stabiler Petiolus zur Befestigung am Kurztrieb.
Interessante Fakten
Die Fossilien dieser Art wurden in den berühmten klastischen Sedimenten der Koonwarra-Lagerstätte in Australien entdeckt. Diese Schichten stammen aus einer Zeit, als die Region nahe dem Südpol lag und kühles Klima vorherrschte. Die Funde belegen, dass frühe Ginkgo-Verwandte an saisonal kalte Bedingungen angepasst waren.
- Polarer Lebensraum: Überleben in subpolaren Breiten der Kreidezeit.
- Erhaltungsqualität: Feine Abdruckfossilien im lakustrinen Tonstein.
- Nomenklatur: Benannt nach dem Fundort auf der Südhalbkugel.
Verbreitungsgebiet
- Australien
Quellen
- Drinnan, A.N. & Chambers, T.C. (1986). Flora of the Lower Cretaceous Koonwarra Fossil Bed (Korumburra Group), South Gippsland, Victoria. Memoirs of the Association of Australasian Palaeontologists 3: 1–77.
- Fossilworks: Ginkgoites australis.
- International Fossil Plant Names Registry (IFPNR).