Vielteiliger Ginkgofarn (Ginkgoites pluripartita)

Ginkgoites pluripartita: Prähistorische Ginkgo-Art der Kreidezeit

Unter dem Namen Ginkgoites pluripartita beschreiben Paläobotaniker eine fossile Ginkgopflanze aus der Kreidezeit. Diese prähistorische Gymnospermen-Art ist durch zahlreiche Blattabdrücke gut dokumentiert, insbesondere aus den kontinentalen Ablagerungen der Unterkreide in Europa. Die Funde belegen die einstige Vielfalt und weite Verbreitung der Ginkgo-Verwandten vor Jahrmillionen.

Die Art wurde ursprünglich im 19. Jahrhundert unter einem anderen Gattungsnamen beschrieben, bevor sie der Sammelgattung Ginkgoites zugeordnet wurde. Ihre Fossilien helfen dabei, die Evolutionsgeschichte der heutigen Familie Ginkgoaceae zu verstehen.

Taxonomie

Morphologie

Die fossilen Blätter von Ginkgoites pluripartita zeigen eine charakteristische Gliederung, die sie von anderen fossilen Vertretern unterscheidet. Wichtige morphologische Merkmale sind:

  • Fächerförmige Spreite: Das Blatt besitzt eine fächerförmige Form, die durch tiefe Einschnitte in zahlreiche schmale Segmente geteilt ist.
  • Mehrfach-Teilung: Der Artname verweist auf die vielfache (pluripartite) Aufspaltung der Spreite in schlanke Abschnitte.
  • Dichotome Aderung: Die Blattadern teilen sich gabelig und verlaufen parallel bis in die Spitzen der Segmente.
  • Blattstiel: Ein deutlicher, schlanker Blattstiel verbindet die Blattspreite mit dem Spross.

Die Untersuchung der Cuticula zeigt Stomata, die anatomisch denen des heutigen Ginkgobaums ähneln, was die enge Verwandtschaft untermauert.

Anwendungen

Da es sich um eine seit Jahrmillionen ausgestorbene Pflanze handelt, existieren keine wirtschaftlichen oder gärtnerischen Anwendungen für Ginkgoites pluripartita. Die Fossilien dienen ausschließlich der paläobotanischen Grundlagenforschung. Sie ermöglichen die Rekonstruktion eiszeitfreier Ökosysteme des Mesozoikums.

Interessante Fakten

Die Fossilgeschichte von Ginkgoites pluripartita bietet spannende Einblicke in die Erdgeschichte:

  • Wealden-Vorkommen: Besonders gut erhaltene Fossilien stammen aus den berühmten Wealden-Ablagerungen in Norddeutschland und England.
  • Lebendes Fossil: Die Gattung steht in direkter Linie zu Ginkgo biloba, der als einziger Überlebender dieser einst artenreichen Ordnung gilt.
  • Klimaindikator: Die dichte Behaarung oder die Beschaffenheit der Stomata lässt Rückschlüsse auf CO2-Konzentrationen in der Kreidezeit zu.

Quellen

  • Seward, A. C. (1919): Fossil Plants, Volume IV.
  • Schenk, A. (1871): Die fossile Flora der Nordwestdeutschen Wealdenformation.
  • GBIF (Global Biodiversity Information Facility): Ginkgoites pluripartita