Paratrophis glabra

Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Paratrophis glabra: Tropischer Waldbaum mit glattem Laub

Paratrophis glabra ist ein immergrüner Baum des tropischen Unter- und Mittelholzes, der in den feuchten Regenwäldern von der Malaiischen Halbinsel über Indonesien und die Philippinen bis nach Neuguinea verbreitet ist. Das lateinische Artepitheton glabra bedeutet „glatt“ oder „kahl“ und verweist auf die glänzenden, unbehaarten Laubblätter, an denen das Regenwasser rasch abperlt.

Die Art wurde erstmals 1916 von Elmer Drew Merrill als Gironniera glabra beschrieben und 1924 von Cornelis Gijsbert Gerrit Jan van Steenis zu Paratrophis glabra umkombiniert. In modernen Florenwerken wird dieses Taxon häufig als Synonym für das akzeptierte Trophis philippinensis (Bureau) Corner (oder in jüngeren phylogenetischen Gliederungen als Sloetia- bzw. Streblus-Verwandtschaft) geführt.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superrosids
  • ∟ rosids
  • ∟ Ordnung Rosales
  • ∟ Familie Moraceae
  • ∟ Gattung Paratrophis
  • ∟ Art Paratrophis glabra

Lebendiger Puls

Morphologie

Stamm und Milchsaft

Paratrophis glabra wächst als schlanker bis mittelgroßer Baum, der in geschlossenen Waldbeständen meist Höhen von 10 bis 25 Metern erreicht. Bei Verletzungen der glatten, grau-braunen Rinde tritt ein weißlicher bis cremefarbener Milchsaft (Latex) aus.

Laub und zweihäusige Blütenstände

  • Blattarchitektur: Die wechselständig angeordneten Blätter sind länglich-elliptisch geformt, völlig kahl (glaber) und laufen an der Spitze in eine deutliche Träufelspitze (Acumen) aus.
  • Diözie (Zweihäusigkeit): Männliche und weibliche Blüten befinden sich auf getrennten Individuen, wobei die männlichen Blüten in schmalen, kätzchenartigen Ähren und die weiblichen in kurzen, wenigblütigen Ständen sitzen.
  • Steinfrüchte: Aus den befruchteten weiblichen Blüten reifen kleine, fleischige Früchte heran, die sich bei Reife rötlich bis orange verfärben und von fruchtfressenden Waldvögeln verbreitet werden.

Anwendungen

In den ländlichen Regionen Malesiens und auf den Philippinen wird das Holz des Baumes gelegentlich im lokalen Handwerk genutzt.

  • Lokale Holznutzung: Das mäßig harte Holz dient im Innenbereich für leichte Konstruktionen, Werkzeugstiele oder als Brennholz.
  • Forstbotanische Dokumentation: Darüber hinaus dient die Art in tropischen Waldinventuren Südostasiens als Zeigerpflanze für intakte, immerfeuchte Tiefland- und Hügelregenwälder.

Interessante Fakten

Oberflächenspannung und Staubschutz im Dauerregen

Im schattigen Unterwuchs der südostasiatischen Regenwälder ist Licht knapp und die Luftfeuchtigkeit dauerhaft hoch – Bedingungen, unter denen feuchte Blätter schnell von Moosen, Flechten und Algen (sogenannten Epiphyllen) überwuchert werden. Der Artname glabra weist direkt auf die bauliche Lösung hin, mit der dieser Baum seine Blätter sauber und funktionsfähig hält.

  • Selbstreinigende Blattfläche: Die vollkommen kahle, mit einer glatten Wachsschicht überzogene Blattoberfläche bietet Sporen und Wassertropfen kaum Halt, sodass jeder Regenguss Staub und organische Partikel mühelos abspült.
  • Gezielte Wasserableitung: Die ausgezogene Träufelspitze am Blattende bündelt das abfließende Wasser wie eine kleine Regenrinne und leitet es rasch vom Blatt weg, damit die Oberfläche schnell wieder abtrocknet und der Gasaustausch ungehindert weiterlaufen kann.
  • Verschluss durch Milchsaft: Sollte ein herabfallender Ast oder ein Insekt dennoch das glatte Gewebe verletzen, tritt sofort klebriger Latex aus den Leitbahnen aus, der die Wunde gegen Pilzsporen des feuchten Waldklimas versiegelt.

Verbreitungsgebiet

  • Malaysia
  • Indonesien
  • Philippinen
  • Papua-Neuguinea
  • Brunei

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO): Paratrophis glabra (Merr.) Steenis / Trophis philippinensis (Bureau) Corner – Royal Botanic Gardens, Kew.
  • World Flora Online (WFO): Taxonomischer Datensatz zu Paratrophis glabra.
  • Global Biodiversity Information Facility (GBIF): Herbarbelege und Verbreitungskarten für Malesien und Neuguinea.

Technische Information

Taxonsynonyme: Streblus glaber subsp. australianus, Streblus glaber subsp. urophyllus, Streblus glaber, Gironniera glabra, Pseudostreblus caudatus

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

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