Jehol-Mammutbaum (Sequoia jeholensis)

Silhouette: Michele M Tobias / Lizenz

Sequoia jeholensis – Prähistorischer Mammutbaum aus dem Jura

Ausgedehnte Wälder des Mesozoikums beherbergten mit Sequoia jeholensis eine der frühesten bekannten evolutionären Linien der Mammutbäume. Fossile Überreste dieses Nadelbaums stammen aus dem mittleren bis späten Jura der chinesischen Provinz Liaoning sowie aus der frühen Kreidezeit der Inneren Mongolei.

Die Entdeckung dieser Art liefert wichtige Beweise dafür, dass die Gattung Sequoia ursprünglich in Asien entstand. Von dort aus verbreiteten sich die Urzeit-Bäume über andere Kontinente, bevor sie in weiten Teilen ihres einstigen Verbreitungsgebiets ausstarben.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Überklasse Gymnospermae (Nacktsamer)
  • Abteilung Pinophyta
  • Unterklasse Cupressidae
  • Ordnung Cupressales (Zypressen und Wacholder)
  • Familie Cupressaceae (Zypressengewächse)
  • Unterfamilie Sequoioideae (Mammutbäume)
  • Gattung Sequoia (Küstenmammutbaum)
  • Art Sequoia jeholensis (Jehol-Mammutbaum)

Lebendiger Puls

Morphologie

Das fossile Typusmaterial dieser prähistorischen Art besteht aus einem gut erhaltenen, etwa 15 Zentimeter langen und 1 Zentimeter breiten Zweig. Die Nadelblätter weisen folgende Merkmale auf:

  • Spiralförmige Anordnung in zwei Zeilen entlang des Triebs
  • Lineare bis lanzettliche Form der Nadeln
  • Herablaufende Basis mit leicht gefurchter Mittelrippe

Im zeitigen Frühjahrswachstum sowie an der Basis von Seitentrieben bildeten sich zudem schuppenartige Blätter aus. In ihrer Struktur zeigt die fossile Belaubung eine verblüffende Ähnlichkeit mit den Nadeln des heute noch lebenden Küstenmammutbaums (Sequoia sempervirens).

Anwendungen

Wissenschaftliche Analysen der Fossilien ermöglichen die Rekonstruktion des Klimas im Jura und der Kreidezeit. Zudem dienen die Funde als Schlüssel zur Entschlüsselung der Evolution der Cupressaceae.

Interessante Fakten

Japanische Paläobotaniker Seido Endo beschrieb diese Art im Jahr 1951 zum ersten Mal anhand von Funden aus der Haifanggou-Formation. Die Entdeckung verschob die bekannte Evolutionsgeschichte der Gattung Sequoia weit in die Jurazeit zurück.

Verbreitungsgebiet

  • China

Quellen

  • Endo, S. (1951). Sequoia from south Manchuria oldest in the world. Transactions and proceedings of the Paleontological Society of Japan, 1(1), 17-18.
  • Paleobiology Database
  • World Flora Online (WFO)

Technische Information

Externe Datenbanken: GBIF

Siehe auch

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