Kelch-Ganzblättriger Götterbaum
Ailanthus integrifolia subsp. calycina
Eine großwüchsige Unterart aus der Familie der Simaroubaceae, heimisch in den tropischen und subtropischen Wäldern …
Ailanthus integrifolia subsp. integrifolia ist ein hoch aufragender Laubbaum der tropischen Tieflandregenwälder von Malesien bis zu den Salomonen, der mit seinem kerzengeraden Stamm oft das geschlossene Kronendach überragt. Das lateinische Epitheton integrifolia bedeutet „ganzblättrig“ und verweist auf die glatten, völlig ungezähnten Ränder seiner großen Fiederblättchen, durch die sich diese tropische Sippe deutlich von ihren gemäßigten Verwandten abhebt.
Die Erstbeschreibung der Art erfolgte bereits 1792 durch den französischen Naturforscher Jean-Baptiste de Lamarck auf Grundlage von Hinweisen des niederländischen Forschers Georg Everhard Rumphius von den Molukken. Die hier behandelte nominotypische Unterart grenzt die kahlen Bestände des östlichen Südostasiens und Melanesiens von der behaarten westlichen Unterart (subsp. calycina) ab.
Dieser mächtige Baum erreicht im primären Regenwald Wuchshöhen von 35 bis 60 Metern bei einem Stammdurchmesser von bis zu 1,5 Metern. Der zylindrische, astfreie Schaft bildet an der Basis meist keine echten Brettwurzeln aus und trägt eine helle, glatte bis leicht längsrissige, graubraune Rinde sowie eine hoch angesetzte, schirmförmig ausgebreitete Krone.
Die großen, wechselständig an den Zweigenden gehäuften Blätter sind paarig oder unpaarig gefiedert und erreichen Gesamtlängen von 30 bis über 90 Zentimetern. Bei der nominotypischen Unterart subsp. integrifolia zeigen die einzelnen Fiederblättchen und Blütenorgane charakteristische Merkmale, die sie von der zweiten Unterart unterscheiden:
Nach der Blüte entwickeln sich aus dem oberständigen Fruchtknoten 1 bis 5 freie, stark abgeflachte Flügelfrüchte (Samaras), die mit 11 bis 22 Zentimetern Länge und bis zu 5 Zentimetern Breite zu den größten innerhalb der Gattung zählen. Der flache, linsenförmige Samen sitzt exakt in der Mitte des pergamentartigen, netznervigen Flügels, dessen Spitze in sich leicht verdreht ist.
Die Blütezeit im äquatorialen Klima erstreckt sich vorwiegend über die trockeneren Monate von März bis August, während die Fruchtreife meist zwischen Juli und November stattfindet.
Das sehr leichte, weiche und gelblich-weiße Holz — im internationalen Handel oft als White Siris bekannt — lässt sich leicht schneiden und schälen, ist im Freien jedoch nicht dauerhaft witterungsbeständig. Es wird in Südostasien und Papua-Neuguinea vor allem für Schälfurniere, Sperrholz, leichte Verpackungskisten, Streichhölzer, Holzschuhe sowie zur Zellstoff- und Papierherstellung genutzt.
In großen tropischen Botanischen Gärten (wie etwa in Bogor auf Java oder Lae in Papua-Neuguinea) wird der Baum gelegentlich als imposanter Solitärbaum kultiviert, um Besuchern die Architektur emergenter Regenwaldriesen zu demonstrieren.
Während der bekannte Chinesische Götterbaum (Ailanthus altissima) an seinen Fiederblättchen deutliche Zähne mit großen Drüsen trägt, sind die Blättchen von Ailanthus integrifolia subsp. integrifolia vollkommen glattrandig und sichelförmig geschwungen. Dennoch verzichtet der Baum nicht auf seine biologische Schutztruppe: Die zuckerhaltigen Drüsen (extraflorale Nektarien) sind hier nicht an Blattzähne gekoppelt, sondern direkt in das Gewebe der Blattunterseite nahe der Basis eingelassen, wo sie patrouillierende Ameisen anlocken, die blattfressende Insektenlarven abwehren.
Eine besondere ingenieurtechnische Präzision offenbart sich beim Blick auf die bis zu 22 Zentimeter langen Flügelfrüchte, die aus bis zu 60 Metern Höhe aus der Baumkrone entlassen werden:
Diese Drehbewegung erzeugt einen starken dynamischen Auftrieb, der die Sinkgeschwindigkeit drastisch abbremst. Dadurch kann selbst eine schwache, aufsteigende Thermik über dem Kronendach des Regenwaldes die vergleichsweise schwere Frucht erfassen und weit über den Schattenwurf des Mutterbaumes hinaus in neue Lichtungen tragen.
Taxonsynonyme: Dysoxylum dasyphyllum, Ailanthus peekelii, Ailanthus guangxiensis
Ailanthus integrifolia subsp. calycina
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