Fremder Götterbaum (Ailanthus peregrina)

Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Ailanthus peregrina: Merkmale, Herkunft & Wissenswertes

Tief im Herzen der ostasiatischen Gebirgswälder überdauert ein Baum, dessen unbändige Wuchskraft und Anpassungsfähigkeit seit Jahrhunderten die Landschaften prägen. Botanische Reisende brachten diese markante Pflanze einst über alte Handelswege nach Europa, wo sie bald großes Interesse weckte.

Ailanthus peregrina fasziniert durch die Fähigkeit, selbst auf kargen Böden Fuß zu fassen und rasch in die Höhe zu schießen. Historisch eng verbunden mit der Entdeckung exotischer Gehölze, symbolisiert dieses Taxon die Schnittstelle zwischen klassischer Systematik und gärtnerischer Neugier. Die markanten, gefiederten Blätter verströmen beim Zerreiben einen charakteristischen, intensiven Duft.

Heute gilt Ailanthus peregrina als ein bemerkenswertes Zeugnis für die Dynamik pflanzlicher Migration. Ihre außergewöhnliche Robustheit macht sie zu einem faszinierenden Forschungsobjekt der modernen Gehölzkunde.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Angiosperms
  • mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • eudicots
  • Superrosids
  • rosids
  • malvids
  • Ordnung Sapindales
  • Familie Simaroubaceae (Bittereschengewächse)
  • Gattung Ailanthus (Götterbäume)
  • Art Ailanthus peregrina (Fremder Götterbaum)

Lebendiger Puls

Morphologie

Die Wuchsform zeichnet sich durch einen geraden Stamm mit glatter, hellgrauer Rinde aus, die im Alter flache Längsrisse entwickelt. Die großen, unpaarig gefiederten Blätter können eine Länge von bis zu 90 Zentimetern erreichen und bestehen aus zahlreichen lanzettlichen Fiederblättchen, die an der Basis kleine Drüsen tragen.

Im Frühsommer erscheinen endständige, rispige Blütenstände mit kleinen, grünlich-gelben Blüten. Aus diesen entwickeln sich die charakteristischen, länglichen Flügelnüsse (Samaras), die sich im Wind drehend verbreiten und im reifen Zustand eine auffällige rötliche bis bräunliche Färbung annehmen.

Blütezeit

Blütezeit im Frühsommer, meist von Juni bis Juli.

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

In der traditionellen asiatischen Medizin wurden Rinde und Wurzeln für verschiedene therapeutische Zwecke genutzt. Das Holz findet aufgrund seiner schnellen Zuwachsraten gelegentlich Verwendung in der Zellstoffherstellung oder als Brennholz. Zudem wird die Pflanze wegen ihrer extremen Toleranz gegenüber Umweltgiften in der forstlichen Rekultivierung von Industriebrachen untersucht.

Interessante Fakten

  • Der Gattungsname leitet sich vom ambonischen Wort „Ailanto“ ab, was übersetzt so viel wie „Himmelsbaum“ bedeutet und auf die enorme Höhe anspielt.
  • Die Erstbeschreibung basiert auf historischen Aufzeichnungen, bei denen die Pflanze fälschlicherweise der Gattung Rhus zugeordnet wurde.
  • Die geflügelten Samen sind aerodynamische Meisterwerke, die kilometerweit durch den Wind verbreitet werden können.

Verbreitungsgebiet

  • China

Technische Information

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

Hoher Götterbaum

Hoher Götterbaum

Ailanthus excelsa

Ein großer, laubabwerfender Baum Südasiens, geschätzt für den Erosionsschutz, seine medizinische Verwendung und als Feinstaubfilter.