Rotflügeliger Götterbaum (Ailanthus rhodoptera)

Rotsamara-Götterbaum
Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Ailanthus rhodoptera: Der rötlich geflügelte Götterbaum

Wenn die sommerliche Hitze über den Baumwipfeln liegt, ziehen die auffällig rosarot gefärbten, geflügelten Früchte dieses Baumes alle Blicke auf sich. Ailanthus rhodoptera fasziniert Botaniker seit seiner Erstbeschreibung durch den deutsch-australischen Forscher Ferdinand von Mueller im Jahr 1862.

In führenden botanischen Datenbanken wie POWO und GBIF wird dieser Name heute als Synonym für den bekannten Götterbaum eingestuft. Dennoch zeugt die taxonomische Geschichte von Ailanthus rhodoptera von der intensiven Erfassung eingeführter und kultivierter Gehölze im Australien des 19. Jahrhunderts.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Angiosperms
  • mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • eudicots
  • Superrosids
  • rosids
  • malvids
  • Ordnung Sapindales
  • Familie Simaroubaceae (Bittereschengewächse)
  • Gattung Ailanthus (Götterbäume)
  • Art Ailanthus rhodoptera (Rotflügeliger Götterbaum)

Lebendiger Puls

Morphologie

Ailanthus rhodoptera wächst als schnellwüchsiger, sommergrüner Baum, der eine Wuchshöhe von über 20 Metern erreichen kann. Seine rötlich-braunen Triebe tragen auffällig große, unpaarig gefiederte Blätter, die sich aus zahlreichen eiförmigen Fiederblättchen zusammensetzen.

Die Blüten sind klein, gelbgrün und stehen in dichten, endständigen rispigen Blütenständen zusammen. Aus ihnen entwickeln sich die charakteristischen, gedrehten Flügelfrüchte (Samaras), deren zarte Fruchthäute sich während der Reifezeit kräftig rosarot färben.

  • Blätter: Wechselständig angeordnet, bis zu 60 Zentimeter lang, mit drüsigen Zähnen an der Basis der Fiederblättchen.
  • Blüten: Eingeschlechtlich oder zwittrig, mit einem intensiven, von manchen als unangenehm empfundenen Duft.
  • Früchte: Geflügelte Nussfrüchte, die dem Wind als Verbreitungsorgan dienen und durch ihre Färbung auffallen.

Blütezeit

Frühsommer, meist von Juni bis Juli in der nördlichen Hemisphäre.

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

Obwohl das Holz von Ailanthus rhodoptera relativ weich ist, findet es im asiatischen Raum traditionell Verwendung bei der Herstellung von Zellstoff, Sperrholz und einfachen Kisten. In der forstwirtschaftlichen Praxis wird der Baum wegen seiner extremen Anpassungsfähigkeit gelegentlich zur Stabilisierung von Erosionshängen genutzt.

Die Rinde spielt in der traditionellen Volksmedizin eine Rolle, wo sie zur Linderung von Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt wird. Dennoch überwiegt heute in vielen Regionen außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebiets das Management als invasive Pflanzenart, da die Wurzeln starke Ausläufer bilden.

Interessante Fakten

Der berühmte Botaniker Ferdinand von Mueller beschrieb Ailanthus rhodoptera im dritten Band seiner wissenschaftlichen Schriftenreihe Fragmenta Phytographiae Australiae. Er stützte sich dabei auf Exemplare, die durch ihre leuchtend rosa gefärbten Flügelfrüchte auffielten.

  • Etymologie: Der Artname leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet wörtlich „rosarot geflügelt“.
  • Allelopathie: Die Pflanze gibt über ihre Wurzeln und Blätter chemische Stoffe ab, die das Keimen anderer Pflanzenarten in ihrer unmittelbaren Umgebung hemmen.
  • Pioniergehölz: Durch die hohe Toleranz gegenüber Schwefeldioxid und extremen Bodenbedingungen siedelt sich der Baum mühelos in urbanen Industrieflächen an.

Verbreitungsgebiet

  • China
  • Australien

Technische Information

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

Hoher Götterbaum

Hoher Götterbaum

Ailanthus excelsa

Ein großer, laubabwerfender Baum Südasiens, geschätzt für den Erosionsschutz, seine medizinische Verwendung und als Feinstaubfilter.