Bitterholzbaum
Picrasma
Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …
Allaeanthus greveanus ist ein laubabwerfender Strauch oder mittelgroßer Baum, der in den sommerheißen Trockenwäldern und Dickichten im Westen und Süden Madagaskars sowie auf den Komoren heimisch ist. Die Pflanze zeichnet sich durch eine glatte, blassgraue Rinde, milchigen Pflanzensaft und getrenntgeschlechtliche Blütenstände aus, während das Art-Epitheton greveanus an den französischen Naturforscher Grevé erinnert, der im 19. Jahrhundert die madagassische Flora untersuchte.
Die Art wurde 1895 vom französischen Botaniker Henri Ernest Baillon als Broussonetia greveana erstbeschrieben und 1948 vonジャン-Анри Юмбером (Jean-Henri Humbert) und Жакем Леаки (Jacques Leandri) in die Gattung Allaeanthus übertragen. In modernen taxonomischen Datenbanken wie POWO wird das Taxon heute wieder unter dem akzeptierten Namen Broussonetia greveana geführt.
Der Wuchs von Allaeanthus greveanus reicht von einem stark verzweigten, mehrstämmigen Strauch bis hin zu einem Baum von bis zu 15 Metern Höhe mit einem Stammdurchmesser von etwa 30 bis 40 Zentimetern. Bei Verletzungen der Rinde oder junger Triebe tritt ein charakteristischer, weißlicher bis leicht gelblicher Milchsaft (Latex) aus, der das Gewebe sofort versiegelt.
Blütezeit zu Beginn der Regenzeit im Frühjahr der Südhalbkugel (Oktober bis Dezember)
In den ländlichen Regionen West- und Südmadagaskars ist Allaeanthus greveanus eine vielseitig genutzte Wildpflanze für die lokale Bevölkerung. Das mittelschwere, zähe Holz lässt sich gut bearbeiten und dient im traditionellen Hausbau als Rahmenholz sowie zur Herstellung von Werkzeugstielen und Alltagsgegenständen.
Die bastreiche Innenrinde enthält lange, reißfeste Zellulosefasern, aus denen vor Ort Schnüre, Seile und grobe Flechtwaren gefertigt werden. Zudem werden die süßlichen, reifen Sammelfrüchte saisonal als Wildobst gesammelt und das Laub in der Trockenzeit gelegentlich als Futter für Ziegen und Rinder genutzt.
Das Überleben in den westmadagassischen Trockenwäldern auf Kalkstein (Tsingy) und Sandböden erfordert ein präzises Zeitmanagement zwischen monatelanger Dürre und plötzlichen Regenfällen. Allaeanthus greveanus hat dafür eine genau abgestimmte Kombination aus hydraulischer Sicherheit und schneller Regeneration entwickelt.
Diese zeitliche Abstimmung zwischen vollständigem Laubabwurf, strahlungsreflektierender Rinde und explosionsartigem Blühbeginn greift wie ein präzises Uhrwerk ineinander und sichert die Samenreife genau in der feuchtesten Phase des Jahres.
Taxonsynonyme: Maclura greveana, Chlorophora greveana, Broussonetia greveana, Maclura humbertii, Chlorophora humbertii
Picrasma
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