Bitterholzbaum
Picrasma
Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …
Ampelocera hottlei ist ein stattlicher Laubbaum des neotropischen Tieflandregenwaldes, der bis zu 30 Meter Höhe erreicht und durch seine glatte, weißlich-graue Rinde sowie bis zu zwei Meter hohe Brettwurzeln auffällt. Das Art-Epitheton hottlei ehrt den Forstmann William D. Hottle, der das Typusexemplar in den feuchten Wäldern von Honduras sammelte.
Die Art wurde 1929 vom US-amerikanischen Botaniker Paul Carpenter Standley zunächst als Celtis hottlei beschrieben und 1937 von ihm selbst in die Gattung Ampelocera gestellt. Während die Pflanze in der klassischen Systematik lange der Familie der Ulmengewächse (Ulmaceae) zugeordnet wurde, führen neuere molekularbiologische Übersichten sie auch innerhalb der Hanfgewächse (Cannabaceae).
Der Stamm von Ampelocera hottlei erreicht einen Brusthöhendurchmesser von 10 bis 50 Zentimetern und wird an der Basis von schmalen, plattenartigen Brettwurzeln gestützt. Die hellgraue bis fast weiße Borke ist mit dunklen Lentizellen — kleinen Korkporen für den Gasaustausch des lebenden Rindengewebes — übersät.
Hauptblüte im Februar (Früchte reifen von März bis Juni)
Das schwere, dichte und widerstandsfähige Holz von Ampelocera hottlei wird in Mittelamerika im ländlichen Bauwesen geschätzt und aufgrund seiner Druckfestigkeit traditionell für Eisenbahnschwellen sowie tragende Konstruktionen verwendet.
In der Volksmedizin des südmexikanischen Bundesstaates Chiapas nutzt man zudem das harzreiche Exsudat der Rinde zur Wundbehandlung. Dafür wird die innere Borke abgeschabt und als antiseptischer Verband direkt auf hartnäckige Hautgeschwüre aufgetragen, wie sie etwa durch den Stich von Sandmücken (der sogenannten Mosca chiclera) entstehen.
In den windstillen, aber extrem niederschlagsreichen Tieflandregenwäldern zwischen Mexiko und Kolumbien kombiniert Ampelocera hottlei eine fein abgestimmte Statik mit einer cleveren Aufteilung seiner Blütenstände. Da die nährstoffreichen Bodenschichten im Regenwald nur wenige Zentimeter dünn sind, verzichtet der Baum auf eine tiefe Pfahlwurzel und spannt stattdessen bis zu zwei Meter hohe Brettwurzeln wie seitliche Zugseile auf, die den bis zu 30 Meter hohen Stamm selbst im aufgeweichten Lehmboden sicher verankern.
Picrasma
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