Hottles Ampelocera (Ampelocera hottlei)

Cuerillo Luin Bullhoof Ojoche blanco Coquito
Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Ampelocera hottlei: Tropischer Regenwaldbaum aus Mittelamerika

Ampelocera hottlei ist ein stattlicher Laubbaum des neotropischen Tieflandregenwaldes, der bis zu 30 Meter Höhe erreicht und durch seine glatte, weißlich-graue Rinde sowie bis zu zwei Meter hohe Brettwurzeln auffällt. Das Art-Epitheton hottlei ehrt den Forstmann William D. Hottle, der das Typusexemplar in den feuchten Wäldern von Honduras sammelte.

Die Art wurde 1929 vom US-amerikanischen Botaniker Paul Carpenter Standley zunächst als Celtis hottlei beschrieben und 1937 von ihm selbst in die Gattung Ampelocera gestellt. Während die Pflanze in der klassischen Systematik lange der Familie der Ulmengewächse (Ulmaceae) zugeordnet wurde, führen neuere molekularbiologische Übersichten sie auch innerhalb der Hanfgewächse (Cannabaceae).

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superrosids
  • ∟ rosids
  • ∟ Ordnung Rosales
  • ∟ Familie Ulmaceae
  • ∟ Gattung Ampelocera
  • ∟ Art Ampelocera hottlei (Hottles Ampelocera)

Lebendiger Puls

Morphologie

Der Stamm von Ampelocera hottlei erreicht einen Brusthöhendurchmesser von 10 bis 50 Zentimetern und wird an der Basis von schmalen, plattenartigen Brettwurzeln gestützt. Die hellgraue bis fast weiße Borke ist mit dunklen Lentizellen — kleinen Korkporen für den Gasaustausch des lebenden Rindengewebes — übersät.

Blätter und Zweige

  • Die wechselständigen, papierartigen bis leicht ledrigen Blätter werden 7 bis 26 Zentimeter lang und 2,6 bis 10,5 Zentimeter breit, wobei sie eine länglich-elliptische Form mit ausgezogener Träufelspitze (Apex acuminatus) aufweisen.
  • Charakteristisch ist die leicht asymmetrische, gerundete Blattbasis, aus der drei bis fünf Hauptadern handförmig entspringen, während beide Blattseiten völlig kahl sind.

Blüten und Früchte

  • In den Blattachseln sitzen kompakte, 1 bis 2,5 Zentimeter lange Trugdolden (Dichasien) aus 8 bis 17 unscheinbaren, gelblich-grünen bis purpurfarbenen Blüten.
  • Nach der Bestäubung reifen von März bis Juni verkehrt-eiförmige bis kugelige, 1,2 bis 1,5 Zentimeter große Steinfrüchte heran, die dicht samtig behaart sind, im reifen Zustand kräftig gelb leuchten und an der Spitze den bleibenden Griffel tragen.

Blütezeit

Hauptblüte im Februar (Früchte reifen von März bis Juni)

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

Das schwere, dichte und widerstandsfähige Holz von Ampelocera hottlei wird in Mittelamerika im ländlichen Bauwesen geschätzt und aufgrund seiner Druckfestigkeit traditionell für Eisenbahnschwellen sowie tragende Konstruktionen verwendet.

In der Volksmedizin des südmexikanischen Bundesstaates Chiapas nutzt man zudem das harzreiche Exsudat der Rinde zur Wundbehandlung. Dafür wird die innere Borke abgeschabt und als antiseptischer Verband direkt auf hartnäckige Hautgeschwüre aufgetragen, wie sie etwa durch den Stich von Sandmücken (der sogenannten Mosca chiclera) entstehen.

Interessante Fakten

In den windstillen, aber extrem niederschlagsreichen Tieflandregenwäldern zwischen Mexiko und Kolumbien kombiniert Ampelocera hottlei eine fein abgestimmte Statik mit einer cleveren Aufteilung seiner Blütenstände. Da die nährstoffreichen Bodenschichten im Regenwald nur wenige Zentimeter dünn sind, verzichtet der Baum auf eine tiefe Pfahlwurzel und spannt stattdessen bis zu zwei Meter hohe Brettwurzeln wie seitliche Zugseile auf, die den bis zu 30 Meter hohen Stamm selbst im aufgeweichten Lehmboden sicher verankern.

Arbeitsteilung im Blütenstand

  • Innerhalb jedes einzelnen, nur wenige Zentimeter kurzen Blütenbüschels herrscht eine präzise räumliche Rollenverteilung (Andromonözie): An der Basis des Blütenstands sitzen rein männliche Blüten mit rund 8 Staubblättern, während sich an der exponierten Spitze zwittrige Blüten mit einem Stempel und bis zu 16 Staubblättern öffnen.
  • Diese gestaffelte Architektur sorgt dafür, dass die unteren Blüten reichlich Pollen für den Wind- und Insektentransport bereitstellen, ohne den reifenden Früchten an der Spitze des Zweiges später den Platz oder die Nährstoffzufuhr streitig zu machen.
  • Die glatte, fast völlig kahle Blattoberfläche läuft in einer ausgeprägten Träufelspitze aus, über die das heftige Tropenregenwasser wie über eine Dachrinne rasch abfließt, sodass sich auf dem Blatt keine Moose oder Algen ansiedeln können, die das Sonnenlicht blockieren würden.

Verbreitungsgebiet

  • Mexiko
  • Belize
  • Guatemala
  • Honduras
  • El Salvador
  • Nicaragua
  • Costa Rica
  • Panama
  • Kolumbien

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO): Ampelocera hottlei (Standl.) Standl. – Royal Botanic Gardens, Kew.
  • World Flora Online (WFO): Ampelocera hottlei (Standl.) Standl.
  • Tropicos.org: Ampelocera hottlei – Missouri Botanical Garden (Flora Mesoamericana & Flora de Nicaragua).
  • Global Biodiversity Information Facility (GBIF): Ampelocera hottlei (Standl.) Standl.

Technische Information

Taxonsynonyme: Celtis hottlei

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

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