Bitterholzbaum
Picrasma
Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …
Annona glabra, im Deutschen als Teichapfel oder Alligatorapfel bekannt, ist ein mittelgroßer tropischer Baum mit glatter Rinde, ledrigen Blättern und apfelgroßen, gelb-orangen Früchten. Er besiedelt überschwemmte Küstensümpfe, Flussmündungen und Mangrovenränder von Florida über die Karibik und das tropische Amerika bis nach Westafrika, während sein lateinisches Art-Epitheton glabra („kahl“ oder „unbehaart“) auf die völlig glatte Oberfläche der Blätter und Früchte hinweist.
Die Art gehört zur Familie der Annonengewächse (Annonaceae) und ist eng mit bekannten Obstbäumen wie der Cherimoya und der Stachelannone verwandt. Wissenschaftlich erstbeschrieben wurde die Pflanze bereits im Jahr 1753 von dem schwedischen Naturforscher Carl von Linné in seinem Werk Species Plantarum.
Annona glabra wächst als halbimmergrüner bis immergrüner Strauch oder Baum und erreicht in der Regel Wuchshöhen von 3 bis 12 Metern, unter günstigen Bedingungen bis zu 15 Metern. Der schlanke, graue Stamm bildet an der Basis oft markante Brettwurzeln oder verdickte Stammfüße aus, die dem Baum in weichem, wassergesättigtem Schlamm sicheren Halt geben.
Die wechselständig und zweizeilig angeordneten Laubblätter sind eiförmig bis länglich-elliptisch geformt und laufen an der Spitze scharf zu. Sie werden 7 bis 15 Zentimeter lang sowie 4 bis 6 Zentimeter breit und sitzen an kurzen, völlig kahlen Blattstielen.
Die kurzlebigen, einzeln stehenden Blüten erreichen einen Durchmesser von 2 bis 3 Zentimetern und entspringen an einem kräftigen, gebogenen Blütenstiel. Sie besitzen eine doppelte Blütenhülle aus insgesamt sechs dicken, fleischigen Kronblättern, während der Blütenstaub in Form von permanenten Tetraden – dauerhaft zu Vierergruppen verbundenen Pollenkörnern – freigesetzt wird.
Nach der Bestäubung entwickelt sich eine kugelige bis eiförmige Sammelfrucht (ein Syncarpium, das aus zahlreichen miteinander verschmolzenen Einzelstempeln entsteht), die 7 bis 15 Zentimeter lang wird und eine glatte, schwach gefelderte Schale besitzt. Bei der Reife verfärbt sich die anfangs grüne Frucht leuchtend gelb und birgt ein trocken-cremiges, intensiv duftendes Fruchtfleisch, das im Gegensatz zum weißen Mark anderer Annona-Arten kräftig gelb bis rosa-orange gefärbt ist.
Im Fruchtfleisch liegen 100 oder mehr glatte, leicht gewölbte Samen von hellbrauner Farbe, die etwa 1 bis 1,5 Zentimeter lang sind. Diese Samen besitzen schwimmfähige Gewebeschichten, mit deren Hilfe sie nach dem Zerfall der Frucht über weite Strecken auf dem Wasser treiben können.
Die Blütezeit erstreckt sich in den Tropen und Subtropen überwiegend von Mai bis Januar, mit einem Schwerpunkt in den warmen Regenmonaten.
Obwohl das süßlich duftende, im Geschmack an reife Honigmelone erinnernde Fruchtfleisch für den Menschen essbar ist, hat Annona glabra nie die kommerzielle Bedeutung der eng verwandten Stachelannone (Annona muricata) erreicht. Dennoch wird die Pflanze in ihren Heimatregionen und auf einigen Inselgruppen vielseitig genutzt.
Während fast alle Vertreter der Gattung Annona auf gut belüftete, trockene Böden angewiesen sind, hat sich Annona glabra auf einen Lebensraum spezialisiert, der für die meisten Landpflanzen tödlich ist: den Übergangsbereich zwischen Süßwassersümpfen und salzigen Gezeitenmangroven. Um dort zu bestehen, greifen bei diesem Baum anatomische und physiologische Mechanismen präzise ineinander.
Als sogenannter fakultativer Halophyt – eine Pflanze, die sowohl in reinem Süßwasser als auch in salzhaltigem Brackwasser gedeihen kann – meistert der Baum gleich zwei physikalische Extreme gleichzeitig: Sauerstoffmangel im überfluteten Wurzelraum und osmotischen Salzstress. Seine verbreiterte Stammbasis und das Korkgewebe mit großen Lentizellen (spezialisierten Korkporen in der Rinde, die den Gasaustausch ermöglichen) versorgen das Wurzelsystem auch dann mit Sauerstoff, wenn der Boden monatelang unter Wasser steht.
Ebenso fein abgestimmt ist die Hydrochorie, also die Ausbreitung der Art über das Wasser. Die reifen Früchte fallen exakt zur Regen- und Hochwasserzeit in die Flüsse und Lagunen, wo zunächst die ganze Frucht und später die einzelnen, mit luftgefüllten Kammern ausgestatteten Samen wie kleine Bojen an der Wasseroberfläche treiben.
In den Sümpfen der Everglades in Florida bildet die raue, feuchtigkeitsspeichernde Rinde älterer Bäume das bevorzugte Fundament für hochspezialisierte Aufsitzerpflanzen (Epiphyten). Insbesondere die seltene, blattlose Geisterorchidee (Dendrophylax lindenii) klammert sich mit ihren fotosynthetisch aktiven Wurzeln an die Stämme von Annona glabra, da das Mikroklima über dem stehenden Sumpfwasser die Orchidee im Winter vor gelegentlichen Frösten schützt.
Taxonsynonyme: Guanabanus palustris, Annona peruviana, Asimina arborea, Annona palustris var. grandifolia, Annona palustris, Cassia ketschta, Annona laurifolia
Picrasma
Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …
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