Zimmertanne (Araucaria heterophylla)
Araucaria heterophylla: Zimmertanne Pflege & Merkmale
Ein Hauch unberührter Pazifikinseln weht durch unsere Wohnzimmer, wenn die filigranen Äste der Norfolk-Araukarie sich im Raum ausbreiten. Dieses exotische Nadelgewächs stammt ursprünglich von einer winzigen, windgepeitschten Insel zwischen Neuseeland und Neukaledonien.
Araucaria heterophylla, in Mitteleuropa meist liebevoll Zimmertanne genannt, bringt als eine der wenigen Koniferen lebendiges Grün in unsere Innenräume. Ihre perfekt symmetrische, pagodenartige Wuchsform macht sie zu einem faszinierenden Blickfang in jeder Einrichtung.
In ihrer maritimen Heimat reckt sie sich als gigantischer Baum majestätisch in den Himmel und trotzt den salzigen Meereswinden. Hinter unseren Fensterscheiben bleibt sie jedoch deutlich kompakter und entfaltet ihre volle Schönheit vor allem an kühlen, hellen Standorten.
Taxonomie
- ∟ царство Plantae
- ∟ Abteilung Tracheophytes
- ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
- ∟ Überklasse Gymnospermae
- ∟ Abteilung Pinophyta
- ∟ Unterklasse Cupressidae
- ∟ Ordnung Araucariales (Südliche Schmucktannen)
- ∟ Familie Araucariaceae (Araukariengewächse)
- ∟ Gattung Araucaria (Affenbaum)
- ∟ Art Araucaria heterophylla (Zimmertanne)
Morphologie
In freier Wildbahn präsentiert sich der immergrüne Nadelbaum mit einer stattlichen Wuchshöhe von 50 bis 70 Metern und einem massiven Stammdurchmesser von bis zu 2,5 Metern. Die graubraune Borke blättert charakteristisch in feinen Schuppen ab, während die Äste mehr oder weniger horizontal bis leicht hängend wachsen und in sehr regelmäßigen Quirlen zu viert bis siebt am Stamm stehen.
Das Artepitheton heterophylla weist auf die ausgeprägte Verschiedenblättrigkeit dieser Konifere hin. Junge Zweige tragen weiche, nadelförmige, etwa 1 bis 1,5 Zentimeter lange, gekrümmte Blätter, die sich weich anfühlen und spitz zulaufen.
Im Alter wandelt sich das Erscheinungsbild deutlich, da die Blätter dann schuppenförmig, leuchtend dunkelgrün und kaum überlappend wachsen. Die einhäusig getrenntgeschlechtige (monözische) Pflanze bildet längliche, gelblich-braun bis rötlich gefärbte männliche Zapfen, während die weiblichen Zapfen kugelig breit und bis zu 18 Zentimeter lang werden.
Pflegeparameter
Ein sehr heller, kühler Standort ist ideal. Im Sommer zwingend vor direkter Mittagssonne schützen.
Regelmäßig gießen, aber Staunässe unbedingt vermeiden. Im kühlen Winter die Wassergaben deutlich reduzieren.
Im Sommer sollte die Temperatur 18 °C nicht überschreiten. Eine kühle Überwinterung zwischen 5 und 10 °C ist für die Gesundheit essenziell.
Normale bis leicht erhöhte Luftfeuchtigkeit wird bevorzugt. Trockene Heizungsluft führt unweigerlich zu Nadelabfall.
Die Nadeln können für Haustiere bei starkem Verzehr leichte Reizungen verursachen, gelten jedoch als wenig giftig.
Anwendungen
In Regionen mit frostfreiem Klima und gemäßigten Sommertemperaturen wird sie als imposanter Zierbaum in öffentlichen Parks und weitreichenden Gärten gepflanzt. Sie ist extrem windresistent und verträgt das salzige Küstenklima hervorragend, was sie zu einem perfekten Baum für Küstenlandschaften macht.
In Europa liegt ihre Hauptbedeutung in der Nutzung als Zimmerpflanze für kühle und helle Räume, wie beispielsweise Treppenhäuser oder ungeheizte Wintergärten. Zur Weihnachtszeit dient sie nicht selten als lebendiger, dekorativer Weihnachtsbaum-Ersatz im Topf, der im Gegensatz zu herkömmlichen Tannen nicht so schnell nadelt.
Interessante Fakten
Die Art ist auf der winzigen Norfolkinsel im Pazifik absolut endemisch und hat dort eine so enorme kulturelle Bedeutung, dass sie sowohl die Flagge als auch das Wappen des kleinen australischen Außengebietes ziert.
Die Erstbeschreibung erfolgte 1807 durch Richard Anthony Salisbury, wobei die Pflanze anfangs als Eutassa heterophylla katalogisiert wurde. Erst im Jahr 1952 wurde sie durch den Botaniker João Manuel Antonio Paes do Amaral Franco offiziell in die Gattung der Araukarien (Araucaria) eingeordnet.
Obwohl sie ein ausgezeichneter Windbrecher ist, galt ihr robustes Holz für den Schiffbau als zu wenig widerstandsfähig. Englische Siedler, die ab 1788 auf der Insel landeten, mussten ihre Hoffnung aufgeben, die geraden Stämme als Masten für ihre Segelschiffe nutzen zu können.
Verbreitungsgebiet
- Norfolkinsel
Quellen
- Flora of China, Volume 4: Araucaria heterophylla
- The Gymnosperm Database (2010)
- Rote Liste gefährdeter Arten der IUCN (2011)