Humboldt-Araukarie
Araucaria humboldtensis
Eine kleine, stark gefährdete Araukarien-Art aus den rauen Bergregionen im Süden Neukaledoniens.
Vor etwa 160 Millionen Jahren dominierten gewaltige Nadelwälder die vulkanisch aktiven Landschaften des urzeitlichen Patagoniens. In dieser prähistorischen Welt streckte Araucaria mirabilis ihre gigantischen Stämme bis zu 100 Meter hoch in den Himmel.
Die bemerkenswert gut erhaltenen Fossilien dieser Art bieten einen einzigartigen Einblick in das Ökosystem des mittleren Jura. Selbst mikroskopische zelluläre Strukturen blieben durch eine plötzliche Ascheablagerung intakt und ermöglichen Paläobotanikern detaillierte anatomische Studien.
In den berühmten versteinerten Wäldern des Cerro Cuadrado zeugen die monumentalen Stämme von der einstigen Größe dieser Pflanzen. Sie teilten ihren Lebensraum mit riesigen Pflanzenfressern, die maßgeblich durch die Verfügbarkeit dieses prähistorischen Nahrungsangebots geprägt wurden.
Die versteinerten Stämme dieser gigantischen Bäume erreichten einen Durchmesser von bis zu 3,5 Metern und Höhen von knapp 100 Metern. Sie wuchsen zumeist schnurgerade und bildeten im oberen Bereich eine weite, schattenspendende Krone.
Die weiblichen Zapfen der Pflanze weisen spezifische Merkmale auf, die durch die Lithifizierung hervorragend konserviert wurden:
Besonders faszinierend für die Forschung ist die Erhaltung winziger embryonaler Strukturen im Inneren der Samen. Selbst die Keimblätter (Kotyledonen) können durch präparierte Dünnschliffe im Gestein weiterhin unter dem Mikroskop analysiert werden.
Die versteinerten Wälder des Cerro Cuadrado in Argentinien wurden erst im Jahr 1919 von dem Botaniker Anselmo Windhausen formell entdeckt. Zuvor hatten einheimische Bauern die auffälligen versteinerten Zapfen bereits jahrelang als kuriose Souvenirs gesammelt und aufbewahrt.
Die Paläoökologie der Jurazeit war eng mit diesen mächtigen Coniferen verwoben, was bis heute an fossilen Spuren ablesbar ist:
Aufgrund von Unterschieden in der Samengröße und Keimungsmethode im Vergleich zu heute noch lebenden Verwandten aus Australien, wird die genaue systematische Einordnung des Baumes in der Fachwelt weiterhin rege diskutiert.
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