Hain-Schmucktanne (Araucaria nemorosa)
Araucaria nemorosa: Eine kritisch bedrohte Küstenart
Als Relikt vergangener Epochen wächst Araucaria nemorosa in einem extrem eng begrenzten Areal rund um Port Boisé im äußersten Süden Neukaledoniens. Im Gegensatz zu vielen ihrer gigantischen Verwandten besiedelt diese Spezies bevorzugt den Unterwuchs dichter, immergrüner Küstenwälder. Sie gilt als ausgesprochen schattentolerant und gedeiht fast ausschließlich in unmittelbarer Meeresnähe auf Höhenlagen unter 100 Metern.
Die Lebensgrundlage dieser Pflanzen bilden stark spezialisierte Böden aus ultramafischem Gestein, insbesondere Peridotit. Mit einem winzigen Weltbestand von weniger als 5000 Individuen gehört sie zu den seltensten Bäumen der Erde. Neben Lebensraumverlust durch Bergbau macht der Art vor allem eine gefährliche genetische Verarmung durch Inzucht zu schaffen.
Taxonomie
- ∟ царство Plantae
- ∟ Abteilung Tracheophytes
- ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
- ∟ Überklasse Gymnospermae
- ∟ Abteilung Pinophyta
- ∟ Unterklasse Cupressidae
- ∟ Ordnung Araucariales (Südliche Schmucktannen)
- ∟ Familie Araucariaceae (Araukariengewächse)
- ∟ Gattung Araucaria (Affenbaum)
- ∟ Art Araucaria nemorosa (Hain-Schmucktanne)
Morphologie
Das Wuchsbild von Araucaria nemorosa ist im Vergleich zu anderen Vertretern der Gattung eher bescheiden und erreicht gewöhnlich Wuchshöhen von höchstens 15 Metern. Die Krone entwickelt sich anfänglich konisch und nimmt bei älteren Bäumen eine sanfte, rundliche oder ovale Form an. Die Rinde am Stamm fällt durch eine graue Färbung auf und schält sich in feinen, horizontalen Bändern ab.
Das Laub zeigt einen spürbar feineren und weniger stechenden Charakter als bei verwandten Arten. Jugendblätter wachsen nadelförmig und leicht einwärts gebogen. Das adulte Laub besteht aus schmalen, lanzettlichen Schuppen, die dicht dachziegelartig anliegen und Längen von 6 bis 10 Millimetern erreichen.
Für die Vermehrung bilden die Bäume Zapfen an den Triebspitzen. Die männlichen Pollenzapfen sind zylindrisch gestreckt, während die weiblichen Samenzapfen eine wuchtige Eiform von bis zu 11 Zentimetern Länge annehmen. Aus ihnen lösen sich später geflügelte Samen, die sich für eine Verbreitung durch küstennahe Winde eignen.
Anwendungen
Historische Aufzeichnungen belegen eine gelegentliche Nutzung des Holzes durch die lokale Bevölkerung für kleine Bauvorhaben. Wegen der drastischen Dezimierung der Populationen und des kritischen Erhaltungszustands ist heute jegliche wirtschaftliche Verwertung strengstens untersagt und ökologisch nicht mehr vertretbar.
Interessante Fakten
- Mehr als 90 Prozent des gesamten weltweiten Bestandes drängen sich auf nur sieben kleinen Parzellen in der Bucht von Port Boisé zusammen.
- Forscher haben festgestellt, dass die niedrige genetische Diversität zu einer alarmierend geringen Keimrate der natürlich produzierten Samen führt.
- Im Gegensatz zu vielen anderen Araukarien kann sich diese Art in schattigen Unterholzbedingungen behaupten, bevor sie in das obere Kronendach vordringt.
Verbreitungsgebiet
- New Caledonia
Quellen
- POWO (Plants of the World Online)
- GBIF (Global Biodiversity Information Facility)
- IUCN Red List of Threatened Species