Savis Araukarie (Araucaria saviana)

Brasilianische Araukarie Paraná-Kiefer Brasilkiefer
В опасности

Araucaria saviana: Botanik der Brasilianischen Araukarie

In den nebligen Höhenlagen des südlichen Brasiliens durchbrechen schirmartige Kronen urzeitlich anmutender Baumriesen das Blätterdach des Atlantischen Regenwaldes. Die historisch als Araucaria saviana beschriebene Pflanze ist ein botanischer Zeuge einer vergangenen Epoche, dessen Abstammungslinie bis ins Mesozoikum zurückreicht. In der modernen Taxonomie wird dieser Nadelbaum meist als Synonym der bekannten Brasilianischen Araukarie betrachtet.

Diese immergrüne Baumart prägt nicht nur visuell die Landschaft, sondern ist auch tief in der Ökologie ihrer subtropischen Heimat verwurzelt. Die Art spielt eine entscheidende Rolle in den Bergwäldern, wo sie zahlreichen Tierarten als Nahrungsquelle und Lebensraum dient. Die imposanten Bäume wachsen sehr langsam und können ein Alter von mehreren hundert Jahren erreichen.

Taxonomie

Morphologie

Araucaria saviana bildet einen geraden, zylindrischen Stamm aus, der im hohen Alter eine auffällig flache, breite Krone entfaltet. Die Rinde ist harzreich, sehr dick und von rötlich-brauner bis aschgrauer Färbung, die sich oft in horizontalen Streifen ablöst. Ihre primären Zweige stehen in regelmäßigen Quirlen und neigen sich an den Enden leicht nach oben.

Die ledrigen Blätter sind immergrün, starr und lanzettlich zugespitzt. Sie enden in einer scharfen, stechenden Spitze und sitzen spiralförmig dicht an den Zweigen. Eine dunkelgrüne Färbung und eine glänzende Oberfläche schützen das Laub effektiv vor Feuchtigkeitsverlust.

Als zweihäusige Pflanze bringt die Art getrennte männliche und weibliche Zapfen auf unterschiedlichen Individuen hervor. Die weiblichen Zapfen sind fast kugelig, massiv verholzt und können ein beträchtliches Gewicht erreichen. Darin verbergen sich die großen, nährstoffreichen Samen.

Blütezeit

Die Bestäubung der Zapfen erfolgt im südamerikanischen Frühling, vornehmlich von September bis Oktober.

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

Historisch betrachtet lieferte das Holz der Araucaria saviana einen der wichtigsten Baustoffe Südamerikas. Das weiche, gleichmäßige und fast harzfreie Holz wurde intensiv für die Konstruktion von Häusern sowie im Möbelbau geschätzt.

Die großen, stärkehaltigen Samen sind essbar und besitzen eine immense Bedeutung für die regionale Esskultur. Sie werden meist gekocht oder über offenem Feuer geröstet genossen und sind besonders in den Wintermonaten eine nahrhafte Delikatesse.

Ferner stellen die Samen in der Natur eine überlebenswichtige Nahrungsressource dar. Einheimische Vögel und kleine Säugetiere sind im subtropischen Winter stark auf diese energiedichte Kost angewiesen.

Interessante Fakten

Rund um diese historische Baumart ranken sich spannende botanische und ökologische Fakten.

  • Der Artname Araucaria saviana wurde 1861 von Filippo Parlatore veröffentlicht, gilt heute jedoch nach WFO und POWO als taxonomisches Synonym für Araucaria angustifolia.
  • Ein einzelner weiblicher Zapfen dieses Baumes kann bis zu 150 große Samen, in Brasilien "Pinhões" genannt, enthalten.
  • Die natürliche Ausbreitung der Samen geschieht fast ausschließlich durch Vögel wie die Kappenblaurabe, die Nahrungsverstecke anlegen und vergessene Samen keimen lassen.
  • Fossile Funde belegen, dass eng verwandte Vorfahren dieser Bäume bereits zur Zeit der Dinosaurier ausgedehnte Wälder auf dem Urkontinent Gondwana bildeten.

Verbreitungsgebiet

  • Brasilien
  • Argentinien
  • Paraguay

Technische Information

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos