Bärtige Athenaea (Athenaea pogogena)

Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Athenaea pogogena: Botanik, Blütenbau und Verbreitung in Brasilien

Athenaea pogogena ist ein tropischer Strauch aus den feuchten Wäldern des östlichen und südöstlichen Brasiliens, der besonders durch seine dicht behaarten Triebe und Blütenstrukturen auffällt. Das aus dem Altgriechischen abgeleitete Art-Epitheton pogogena bedeutet sinngemäß „barttragend“ oder „einen Bart hervorbringend“ und verweist auf die charakteristischen Haarbüschel im Inneren der Blüte sowie an den vegetativen Teilen.

Systematisch zählt die Art zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Sie wurde zuerst von dem Schweizer Botaniker Stefano Moricand beschrieben und 1846 von Otto Sendtner in die Gattung Athenaea überführt; zwischenzeitlich wurde sie von I. M. C. Rodrigues und João Renato Stehmann auch unter dem Synonym Aureliana pogogena behandelt, bevor moderne Revisionen den Namen Athenaea pogogena als akzeptiertes Taxon festigten.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ asterids
  • ∟ Ordnung Asterales
  • ∟ Familie Asteraceae
  • ∟ Unterfamilie Vernonioideae
  • ∟ Tribus Vernonieae
  • ∟ Gattung Struchium
  • ∟ Art Athenaea pogogena (Bärtige Athenaea)

Lebendiger Puls

Morphologie

Sprossachse und Blätter

Die Pflanze wächst als aufrechter, verzweigter Strauch, dessen junge Zweige, Blattstiele und Blütenstandsachsen von einem dichten Kleid aus vielzelligen Haaren (Trichomen) überzogen sind. Die Laubblätter sind wechselständig angeordnet, ganzrandig und zeigen eine elliptische bis eiförmige Gestalt mit spitz zulaufendem Ende.

  • Blatttextur: Die Spreiten fühlen sich durch die feine Behaarung weich und samtig an, wobei die Dichte der Trichome entlang der Mittelrippe und der Seitennerven am höchsten ist.
  • Blattstellung: Wie bei nahe verwandten Arten treten die Blätter an den oberen Zweigen oft in ungleich großen Paaren auf, die sich horizontal zum einfallenden Streulicht ausrichten.

Blütenbau und Früchte

In den Blattachseln entspringen kleine Gruppen lang gestielter, fünfzähliger Blüten. Die Blütenkrone ist tief in fünf schmale, zur Blütezeit oft zurückgeschlagene Zipfel geteilt und besitzt im Zentrum einen feinen Haarkranz, auf den sich der wissenschaftliche Artname bezieht.

  • Blütenhülle: Der glockenförmige Kelch ist außen dicht behaart und umschließt nach dem Verblühen als vergrößerte, schützende Hülle die heranreifende Beere.
  • Fruchtform: Die reife Frucht ist eine kugelige bis leicht eiförmige Beere, in deren saftigem Fruchtfleisch (Pulpa) zahlreiche abgeflachte, nierenförmige Samen eingebettet sind.

Interessante Fakten

Mikromechanik des „Blütenbartes“

Der Name Athenaea pogogena ist kein bloßes beschreibendes Detail, sondern verweist auf ein fein austariertes System aus Pflanzenhaaren in den Wäldern von Bahia bis São Paulo. In den feuchtwarmen Lebensräumen Brasiliens übernehmen diese Trichome im Inneren der Blüte und auf den Blättern gleich mehrere präzise aufeinander abgestimmte Aufgaben.

  • Schutz des Nektarraums: Die feinen Haarbüschel am Grund der Kronröhre und der Staubfäden wirken wie ein mikroskopisches Reusen-Gitter, das herablaufende Regentropfen sowie winzige, nicht bestäubende Ameisen vom Nektar fernhält.
  • Führung der Bestäuber: Gleichzeitig lassen sich die elastischen Haare von kräftigen, spezialisierten Wildbienen mühelos beiseitedrücken, wodurch diese gezielt mit den Staubbeuteln und der Narbe in Kontakt kommen.
  • Feuchtigkeitsregulierung auf dem Blatt: Das samtige Haarkleid der jungen Triebe bildet eine ruhende Luftschicht (Grenzschicht) über den Spaltöffnungen, die den Wasserhaushalt bei wechselnder Luftbewegung im Waldunterholz stabilisiert.

Verbreitungsgebiet

  • Brasilien

Technische Information

Taxonsynonyme: Athenaea pogogena var. glabra, Bassovia oocarpa, Witheringia pohliana, Witheringia schottiana, Solanum pogogenum, Bassovia pohliana, Aureliana pogogena, Bassovia micrantha, Bassovia pyrifolia, Withania micrantha, Withania schottiana, Withania pyrifolia, Saracha brasiliensis, Athenaea schottiana, Athenaea micrantha, Witheringia pogogena, Witheringia micrantha, Withania mollis, Withania novo-friburgensis, Athenaea pohliana, Bassovia schottiana, Bassovia mollis, Withania pohliana, Withania oocarpa

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

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