Südliche Baiere (Baiera australis)
Baiera australis: Eine urzeitliche Ginkgopflanze
Funde von Baiera australis stammen aus den mesozoischen Sedimentschichten Australiens und dokumentieren die historische Vielfalt der Ginkgopflanzen. Diese fossile Art wurde ursprünglich im 19. Jahrhundert anhand von Abdrücken in sandigen Schiefern beschrieben. Sie gehört zur Familie der Ginkgogewächse und repräsentiert eine Zeit, in der diese Pflanzengruppe weltweit verbreitet war.
In modernen paläobotanischen Revisionen wird die Art meist unter dem Namen Ginkgo australis geführt. Die Fossilien stammen vorwiegend aus der Korumburra-Gruppe in Victoria. Diese Funde belegen, dass Ginkgophyten ein wichtiger Bestandteil der arktischen und subarktischen Vegetation der südlichen Hemisphäre waren.
Taxonomie
- ∟ царство Plantae
- ∟ Abteilung Tracheophytes
- ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
- ∟ Überklasse Gymnospermae
- ∟ Klasse Ginkgoopsida (Ginkgopflanzen)
- ∟ Ordnung Ginkgoales
- ∟ Familie Ginkgoaceae (Ginkgogewächse)
- ∟ Gattung Baiera (Fächer-Mädchenhaarbaum)
- ∟ Art Baiera australis (Südliche Baiere)
Morphologie
Die Blätter von Baiera australis waren tief geteilt und besaßen einen ausgeprägten, langen Blattstiel. Die Spreite spaltete sich fächerförmig in mehrere schmale Segmente auf, die oft eine lineare Form besaßen. Jedes Segment wies eine abgerundete Spitze auf und war von feinen Adern durchzogen.
Wichtige morphologische Merkmale umfassen:
- Mehrfache Gabelung: Die Blätter teilten sich meist drei- bis viermal dichotom.
- Aderungsdichte: Jedes Segment enthielt zwischen zwei und vier parallele Längsadern.
- Kutikulastruktur: Die Blattepidermis besaß verholzte Spaltöffnungsapparate, die vor Verdunstung schützten.
Die robuste Struktur der Blätter deutet darauf hin, dass die Pflanze saisonalen Laubfall zeigte. Dies war eine Anpassung an die dunklen, aber relativ milden polaren Winter der Kreidezeit.
Anwendungen
Da Baiera australis vor Millionen von Jahren ausgestorben ist, existieren keine praktischen Anwendungen im Alltag. Ihre wissenschaftliche Bedeutung für die Rekonstruktion der Urzeit-Flora ist jedoch erheblich.
Zu den wissenschaftlichen Anwendungsbereichen gehören:
- Paläobiogeographie: Die Verteilung der Fossilien dokumentiert die Landbrücken und Migrationswege zwischen den Kontinenten Gondwanas.
- Klimarekonstruktion: Dichte und Struktur der Spaltöffnungen dienen als Indikatoren für den prähistorischen Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre.
- Stratigraphische Datierung: Das Auftreten der Art charakterisiert bestimmte geologische Formationen der Unterkreide.
Interessante Fakten
Das Basionym der Art wurde bereits 1892 von Frederick McCoy beschrieben. Dies macht sie zu einer der am frühesten dokumentierten Ginkgopflanzen Australiens. Die ursprünglichen Funde wurden während geologischer Vermessungen von Kohlelagerstätten in Victoria entdeckt.
Obwohl die Gattung Baiera heute ausgestorben ist, zeigt ihr enger Bezug zu Ginkgo, dass die grundlegende Blattanatomie über mehr als 150 Millionen Jahre stabil geblieben ist.
Verbreitungsgebiet
- Australien
Quellen
- Drinnan, A.N. & Chambers, T.C. (1986). Flora of the Lower Cretaceous Koonwarra Fossil Bed (Korumburra Group), South Gippsland, Victoria. Memoirs of the Association of Australasian Palaeontologists, 3: 1–77.
- McCoy, F. in Stirling, J. (1892). Reports on the Victorian Coal-fields. Special Reports of the Department of Mines, Victoria, 1: 1–12.