Darley-Baiere (Baiera darleyensis)
Baiera darleyensis: Triassische Ginkgopflanze aus Victoria
Die triassischen Ablagerungen von Victoria in Australien bergen die fossilen Überreste von Baiera darleyensis. Diese ausgestorbene Art der Ginkgogewächse stammt aus der berühmten Fundstelle Bald Hill bei Bacchus Marsh. Sie wurde in den 1920er Jahren erstbeschrieben und dokumentiert die frühe Evolution dieser Pflanzengruppe.
Systematisch wird sie direkt der fossilen Gattung Baiera zugeordnet. Ihre Fossilien sind für das Verständnis der Trias-Flora Australiens von großer Bedeutung. In dieser Epoche erholten sich die Ökosysteme vom großen Massenaussterben am Ende des Perms.
Taxonomie
- ∟ царство Plantae
- ∟ Abteilung Tracheophytes
- ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
- ∟ Überklasse Gymnospermae
- ∟ Klasse Ginkgoopsida (Ginkgopflanzen)
- ∟ Ordnung Ginkgoales
- ∟ Familie Ginkgoaceae (Ginkgogewächse)
- ∟ Gattung Baiera (Fächer-Mädchenhaarbaum)
- ∟ Art Baiera darleyensis (Darley-Baiere)
Morphologie
Die Blätter von Baiera darleyensis zeichnen sich durch eine keil- bis fächerförmige Spreite aus. Diese Spreite ist tief in schmale, bandartige Segmente geteilt, die sich dichotom verzweigen. Der Blattstiel is schlank und deutlich vom Blattkörper abgesetzt.
Die Blattanatomie weist folgende Besonderheiten auf:
- Schmale Segmente: Die Endabschnitte der Blätter sind extrem schmal und langgestreckt.
- Aderungsverlauf: Die Adern teilen sich an der Basis und verlaufen annähernd parallel bis in die Blattspitzen.
- Kutikuladicke: Die kutikuläre Schicht war dünner als bei späteren kretazischen Formen, was auf ein feuchtes Habitat hinweist.
Die Blätter wuchsen vermutlich in Büscheln an Kurztrieben. Dies ist ein typisches Wachstumsmerkmal der Ginkgogewächse, das auch beim rezenten Ginkgobaum zu beobachten ist.
Anwendungen
Da Baiera darleyensis ausschließlich aus fossilen Überresten bekannt ist, gibt es keine wirtschaftlichen Anwendungen. Ihre Bedeutung erstreckt sich auf rein wissenschaftliche Bereiche.
Die Fossilien werden in folgenden Disziplinen verwendet:
- Paläobiogeographie: Die Funde stützen Theorien über die frühe Verbreitung von Ginkgophyten auf dem Südkontinent.
- Paläoökologie: Die Anatomie der Blätter hilft bei der Rekonstruktion feuchter Flusslandschaften der Trias.
- Taxonomie: Die Art dient als Referenzpunkt für den Vergleich triassischer Floren der Südhalbkugel.
Interessante Fakten
Die Erstbeschreibung der Art erfolgte durch den Paläontologen Frederick Chapman im Jahr 1927. Seine Monographie über die Flora von Bald Hill gilt bis heute als ein Standardwerk für triassische Pflanzenfunde in Victoria.
Der Fundort Bacchus Marsh ist weltweit für seine eiszeitlichen Perm-Ablagerungen und die darauf folgenden triassischen Pflanzenschichten bekannt. Die Fossilien von Baiera darleyensis zeugen von einer deutlichen Erwärmung des Klimas nach den permischen Eiszeiten.
Verbreitungsgebiet
- Australien
Quellen
- Chapman, F. (1927). Monograph on the Triassic flora of Bald Hill, Bacchus Marsh, Victoria. Memoirs of the National Museum, Melbourne, 7: 121–155. DOI: 10.24199/j.mmv.1927.7.02.