Kräftige Baiere (Baiera robusta)

Baiera robusta: Fossile Ginkgo-Art aus der Koonwarra-Lagerstätte

Wissenschaftliche Funde dieser prähistorischen Pflanze stammen aus den berühmten kreidezeitlichen Ablagerungen im australischen Bundesstaat Victoria. Erstbeschrieben wurde das Taxon Baiera robusta im Jahr 1892 auf Basis von gut erhaltenen Blattabdrücken. In der modernen Systematik wird dieser Fund als Synonym der Art Ginkgo australis geführt.

Die Erforschung dieser fossilen Belege liefert wichtige Daten zur Rekonstruktion des Paläoklimas der südlichen Hemisphäre. Sie verdeutlicht zudem die einstige morphologische Diversität der Ginkgopflanzen im Mesozoikum.

Taxonomie

Morphologie

Die fossilen Blätter weisen eine kräftige Struktur mit einer tief geteilten Blattspreite auf. Typisch für diese Form sind die breiteren und robusteren Segmente im Vergleich zu anderen Vertretern der Gattung. Die Nervatur verläuft streng dichotom und fächert sich zur Spitze hin auf.

Die Spaltöffnungen auf der Blattoberfläche weisen Ähnlichkeiten mit rezenten Gymnospermen auf. Durch diese dicke Kutikula waren die Pflanzen gut an die jahreszeitlichen Klimaschwankungen der Unterkreide angepasst.

Interessante Fakten

Die Sedimente der Koonwarra-Fossillagerstätte, in denen diese Art gefunden wurde, entstanden in einem urzeitlichen See. Dank der sauerstoffarmen Bedingungen am Seeboden wurden selbst zarte Blattstrukturen über Jahrmillionen detailgetreu konserviert. Diese Entdeckungen zeigen, dass Ginkgopflanzen auch in kühleren, feuchten Zonen des einstigen Großkontinents Gondwana gut gedeihen konnten.

Verbreitungsgebiet

  • Australien

Quellen

  • Drinnan, A.N. & Chambers, T.C. (1986). Flora of the Lower Cretaceous Koonwarra Fossil Bed (Korumburra Group), South Gippsland, Victoria.
  • Stirling, J. (1892). Reports on the Victorian Coalfields.

Technische Information

Taxonsynonyme: Ginkgo australis