Schlanke Baiere (Baiera subgracilis)

Baiera subgracilis: Fossile Ginkgopflanze aus der Kreidezeit

Funde dieser fossilen Pflanzengruppe geben wertvolle Einblicke in die Evolution der Ginkgoartigen während der frühen Kreidezeit. Die versteinerten Überreste stammen vorwiegend aus historischen Fundstätten im südöstlichen Australien. Systematisch wird diese fossile Form heute meist der Art Ginkgo australis zugeordnet.

Die ursprüngliche Erstbeschreibung erfolgte durch den Paläontologen Frederick McCoy im späten 19. Jahrhundert. Ihre Entdeckung in den Sedimenten der Korumburra-Gruppe dokumentiert die weite Verbreitung von ginkgophyten Pflanzen auf dem ehemaligen Südkontinent Gondwana.

Taxonomie

Morphologie

Die Blätter der Gattung zeichnen sich durch eine charakteristische, tief geschlitzte Fächerform aus. Im Gegensatz zu modernen Vertretern besitzen sie keinen deutlich ausgeprägten Blattstiel, sondern verschmälern sich keilförmig zur Basis hin. Die Blattspreite ist mehrfach gabelig in schmale Segmente geteilt.

Jedes dieser Segmente weist mehrere parallele Adern auf, die ebenfalls eine dichotome Verzweigung zeigen. Diese typische Blattnervatur half Paläobotanikern dabei, die fossilen Abdrücke eindeutig den Ginkgoales zuzuordnen.

Interessante Fakten

Die fossilen Funde aus den Koonwarra-Fossillagerstätten gehören zu den am besten erhaltenen Pflanzenfossilien der Südhalbkugel. Sie zeigen feinste Details der Blattanatomie, was präzise Vergleiche mit der heutigen Ginkgo biloba ermöglicht. Diese Versteinerungen belegen, dass die Familie der Ginkgoaceae einst eine weltweite Verbreitung und eine deutlich höhere Vielfalt besaß.

Verbreitungsgebiet

  • Australien

Quellen

  • Drinnan, A.N. & Chambers, T.C. (1986). Flora of the Lower Cretaceous Koonwarra Fossil Bed (Korumburra Group), South Gippsland, Victoria.
  • Stirling, J. (1892). Reports on the Victorian Coalfields.