Vielfrüchtiger Bischofsbaum (Bischofia polycarpa)

Vielffrüchtige Bischofie Chinesischer Bischofsbaum
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Bischofia polycarpa: Merkmale, Verwendung und Botanik des Baumes

Bischofia polycarpa ist ein stattlicher, laubabwerfender Baum aus den warm-gemäßigten und subtropischen Regionen Chinas, der im Herbst durch sein leuchtendes Laub und seine dichten Fruchttrauben auffällt. Das Art-Epitheton polycarpa stammt aus dem Griechischen und bedeutet „vielfrüchtig“ — ein treffender Hinweis auf die unzähligen kleinen, kugelförmigen Früchte, die an den Zweigen reifen.

Wissenschaftlich wurde der Baum zunächst 1911 von Augustin Abel Hector Léveillé als Celtis polycarpa beschrieben, bevor ihn der chinesische Botaniker Hsen Hsu Hu im Jahr 1925 in die Gattung Bischofia überführte, die nach dem Heidelberger Botaniker Gottlieb Wilhelm Bischoff benannt ist.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superrosids
  • ∟ rosids
  • ∟ Ordnung Malpighiales
  • ∟ Familie Phyllanthaceae
  • ∟ Gattung Bischofia
  • ∟ Art Bischofia polycarpa (Vielfrüchtiger Bischofsbaum)

Lebendiger Puls

Morphologie

Stamm, Krone und Blätter

Der Baum erreicht Wuchshöhen von 10 bis über 15 Metern und bildet eine breit gewölbte, schattenspendende Krone. Seine graubraune Borke ist im Alter längsrissig und führt bei Verletzungen einen wässrigen, rötlich-braunen Exsudatsaft, der reich an Gerbstoffen (Tanninen) ist.

Die lang gestielten, wechselständigen Blätter sind dreizählig zusammengesetzt (trifoliolat). Jedes der drei eiförmigen bis elliptischen Teilblättchen besitzt einen fein kerbig gesägten Rand, wobei etwa 2 bis 3 Zähnchen auf einen Zentimeter Blattrand entfallen.

Blüten und Früchte

  • Die Art ist zweihäusig (diözisch), sodass männliche und weibliche Blüten auf getrennten Bäumen in achselständigen, hängenden Trauben erscheinen.
  • Die unscheinbaren, grünlich-gelben Blüten verzichten vollständig auf Kronblätter (apetal) und sind auf den Wind sowie kleine Insekten zur Bestäubung ausgerichtet.
  • Aus den weiblichen Blütenständen reifen im Spätherbst dichte Bündel aus erbsengroßen, bräunlich-roten bis blauschwarzen, beerenartigen Steinfrüchten mit einer Durchmessergröße von 5 bis 8 Millimetern.

Blütezeit

Frühling (April bis Mai)

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Pflegeparameter

Licht

Vollsonnig bis leicht halbschattig; junge Bäume vertragen lichten Schatten, ausgewachsene Exemplare benötigen freies Sonnenlicht für den Kronenaufbau.

Bewässerung

Mäßig bis hoch; bevorzugt gleichmäßig frische bis feuchte, tiefgründige Böden und verträgt zeitweilige Staunässe im Uferbereich.

Temperatur

Warm-gemäßigt bis subtropisch; gut angepasst an milde Winter und warme, feuchte Sommer (ideal zwischen 10 °C und 30 °C).

Luftfeuchtigkeit

Mittel bis hoch; gedeiht am besten in Regionen mit ausgeglichener Luftfeuchtigkeit.

Toxizität

Rinde und Blätter enthalten hohe Mengen an Gerbstoffen (Tanninen); nicht zum rohen Verzehr durch Haustiere geeignet.

Anwendungen

Stadtbegrünung und Landschaftsbau

In Ostasien wird Bischofia polycarpa sehr geschätzt, um breite Alleen, Parkanlagen und Flussufer zu bepflanzen. Da ihr kräftiges Wurzelsystem feuchte Böden und selbst zeitweilige Überflutungen gut toleriert, eignet sie sich hervorragend zur Befestigung von Uferzonen und als robuster Straßenbaum mit schönem Herbstlaub.

Holzwirtschaft und Rohstoffgewinnung

  • Das dichte, rötlich-braune Kernholz zeichnet sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit unter feuchten Bedingungen aus und wird traditionell für den Wasser- und Brückenbau, für tragende Konstruktionen sowie für Möbel und Drechslerarbeiten verwendet.
  • Die Samen enthalten rund 30 Prozent fettes Samenöl, das technisch als Schmiermittel, in der Seifenherstellung und als Rohstoff für Farben und Lacke genutzt wird, während aus dem zuckerhaltigen Fruchtfleisch und der tanninreichen Rinde traditionelle Auszüge gewonnen werden.

Interessante Fakten

Der winterkahle Gegenentwurf für den Norden

Innerhalb der sehr kleinen Gattung Bischofia gibt es weltweit nur zwei anerkannte Arten, die sich die Klimazonen Asiens mit bemerkenswerter Präzision aufgeteilt haben. Während ihre Schwesterart Bischofia javanica als immergrüner Baum die warmen Tropen besiedelt, hat Bischofia polycarpa ein fein abgestimmtes Lebensprogramm für die kühleren Breiten Zentral- und Ostchinas entwickelt.

Ihr gesamter Jahresrhythmus zeigt, wie exakt Anatomie, Stoffwechsel und Fortpflanzung ineinandergreifen:

  • Anstatt ihre Blätter in frostgefährdeten Wintern mit hohem Energieaufwand zu erhalten, zieht die Pflanze im Herbst wertvolle Nährstoffe aus dem Laub zurück, färbt die Krone kupferrot und wirft die Blätter ab, um Frosttrocknis und Schneebruch an den Zweigen zu verhindern.
  • Während die Zweige im Spätherbst bereits kahl werden, bleiben die schweren, dicht gepackten Fruchttrauben gut sichtbar am Geäst hängen; ihre energiereichen, ölhaltigen Samen sind zeitlich genau so abgestimmt, dass durchziehende Wintervögel sie sofort entdecken und weit über die Flusstäler verbreiten.

Verbreitungsgebiet

  • China

Quellen

  • Flora of China, Vol. 11: Bischofia polycarpa (H. Léveillé) Airy Shaw.
  • Plants of the World Online (POWO): Bischofia polycarpa — Royal Botanic Gardens, Kew.
  • Global Biodiversity Information Facility (GBIF): Verbreitungs- und Taxonomiedaten zu Bischofia polycarpa.

Technische Information

Taxonsynonyme: Celtis polycarpa, Bischofia racemosa

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

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