Menzies-Calandrinie (Calandrinia menziesii)

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Calandrinia menziesii: Merkmale, Standort und Verwendung

Calandrinia menziesii ist eine flach wachsende, leicht sukkulente einjährige Pflanze aus dem westlichen Nordamerika, die im Frühling offene Wiesen, Küstenhänge und Halbwüsten mit leuchtend karmin- bis magentaroten Blüten überzieht. Ihr Artname würdigt den schottischen Chirurgen und Naturforscher Archibald Menzies, der das Gewächs Ende des 18. Jahrhunderts während der berühmten Vancouver-Expedition an der Pazifikküste sammelte.

Erstbeschrieben wurde die Sippe 1833 von William Jackson Hooker zunächst in der Gattung Talinum, bevor John Torrey und Asa Gray sie 1838 zu Calandrinia stellten. In den heutigen Florenwerken wie Plants of the World Online (POWO) wird Calandrinia menziesii als Synonym der weiter gefassten Art Calandrinia ciliata geführt.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superasterids
  • ∟ Ordnung Caryophyllales
  • ∟ Familie Montiaceae
  • ∟ Gattung Calandrinia
  • ∟ Art Calandrinia menziesii (Menzies-Calandrinie)

Lebendiger Puls

Morphologie

Die Pflanze bildet aus einer dünnen Pfahlwurzel heraus eine lockere Rosette, aus der zahlreich verzweigte, niederliegende bis aufsteigende Stängel von 5 bis etwa 40 Zentimetern Länge entspringen. Durch das wasserhaltige Gewebe wirken sowohl die Triebe als auch die Blätter saftig und geschmeidig.

Blätter und feine Bewimperung

Die wechselständigen Laubblätter sind linealisch bis schmal-verkehrt-eiförmig gestaltet und erreichen Längen von bis zu 10 Zentimetern, wobei sie sich zur Basis hin allmählich verschmälern. Namensgebend für das akzeptierte Taxon Calandrinia ciliata sind die feinen Cilien — winzige, borstige Wimperhärchen — entlang der Blattränder und der beiden Kelchblätter.

  • Diese zarten Randhaare brechen den Wind unmittelbar an der Blattoberfläche und verringern so die Verdunstung in den oft trockenen Frühjahrswinden Kaliforniens und der Sonora-Wüste.
  • Die beiden bleibenden Kelchblätter umschließen die Blütenknospe wie zwei schützende grüne Schalen und weisen auf ihrer Rückseite oft einen feinen Kiel auf.

Blüten und glänzende Samen

In den Blattachseln stehen die gestielten, schalenförmigen Blüten, die meist fünf (seltener drei bis sieben) intensiv purpurrote, rosafarbene oder selten weiße Kronblätter mit einer feinen Aderung besitzen. Im Zentrum heben sich 3 bis 15 Staubblätter mit hellen Staubbeuteln kontrastreich vom dunklen Grund der Blütenkrone ab.

  • Aus dem oberständigen Fruchtknoten entwickelt sich eine eiförmige Kapselfrucht, die sich bei der Reife von der Spitze her mit drei Klappen öffnet.
  • Jede Kapsel entlässt bis zu zwanzig linsenförmige, tiefschwarze und spiegelglatte Samen von kaum anderthalb Millimetern Durchmesser.

Blütezeit

Spätwinter bis Frühsommer

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Pflegeparameter

Licht

Vollsonnig; die Blüten öffnen sich ausschließlich bei direkter und heller Sonneneinstrahlung.

Bewässerung

Mäßig während des Wachstums im Frühjahr, sehr geringer Wasserbedarf nach der Blüte; Staunässe unbedingt vermeiden.

Temperatur

Bevorzugt milde Frühlingstemperaturen zwischen 12 °C und 22 °C; verträgt leichten Frost im Jungstadium.

Luftfeuchtigkeit

Niedrige bis mittlere Luftfeuchtigkeit, ideal für luftige, trockene Standorte.

Toxizität

Ungiftig; Blätter und Samen gelten als essbar.

Anwendungen

Für die indigenen Völker Kaliforniens, wie die Chumash, Miwok und Cahuilla, zählte Calandrinia menziesii über Jahrhunderte hinweg zu den wichtigsten Nahrungspflanzen des Frühjahrs. Die öl- und energiereichen schwarzen Samen wurden in großen Mengen gesammelt, geröstet und zu Pinole — einem nahrhaften, lange haltbaren Mehl für Fladen und Brei — vermahlen.

  • Auch in der modernen Wildkräuterküche werden die jungen, mild-säuerlichen und saftigen Blätter roh in Salaten oder kurz gedünstet als Spinatersatz geschätzt.
  • Im naturnahen Gartenbau Nordamerikas dient die Art als unkomplizierter, trockenheitstoleranter Lückenfüller für Steingärten, Dachbegrünungen und heimische Wildblumenmischungen, die frühe Wildbienen und Schwebfliegen ernähren.

Interessante Fakten

Wer ein Feld mit Calandrinia menziesii am frühen Morgen oder bei bewölktem Himmel besucht, übersieht die Pflanzen fast vollständig, denn ihre leuchtenden Blüten bleiben dann fest geschlossen. Erst am späten Vormittag öffnen sich die Kronblätter für wenige Stunden bis zum Nachmittag — ein präzise gesteuerter Vorgang, den die Botanik als Photonastie und Thermonastie bezeichnet, also eine durch Licht- und Wärmereize ausgelöste Bewegung.

Synchronisation mit Bestäubern und Selbstsicherung

Das Öffnen und Schließen wird durch feine Druckveränderungen (den sogenannten Turgordruck) und unterschiedliches Streckungswachstum auf der Ober- und Unterseite der Kronblattbasis gesteuert. Auf diese Weise präsentiert die Blüte ihren empfindlichen Pollen und Nektar exakt in jenem engen Zeitfenster, in dem wärmeliebende Bestäuber wie kleine Furchenbienen und Schwebfliegen ihre höchste Flugaktivität erreichen.

  • Bleiben die Insekten aufgrund von kaltem Regenwetter aus, greift ein eingebauter Sicherheitsmechanismus: Beim abendlichen Schließen der Blütenblätter werden die Staubbeutel sanft gegen die eigene, dreigeteilte Narbe gedrückt.
  • Durch diese perfekt abgestimmte Autogamie (Selbstbestäubung als Notfallreserve) produziert jede Blüte verlässlich keimfähige Samen, selbst wenn im gesamten Frühjahr kein einziger Bestäuber vorbeikommt.

Verbreitungsgebiet

  • Kanada
  • Vereinigte Staaten
  • Mexiko
  • Guatemala

Technische Information

Taxonsynonyme: Calandrinia arizonica, Calandrinia dielsii, Talinum menziesii, Calandrinia elegans, Calandrinia stenophylla, Calandrinia pulchella, Calandrinia feltonii, Calyptridium depressum, Calandrinia muricata, Calandrinia menziesii var. alba, Calandrinia heterophylla, Calandrinia filifolia, Calandrinia ciliata var. menziesii, Calandrinia ciliolaris, Claytonia menziesii

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

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