Lanzettliche Kopfeibe (Cephalotaxus lanceolata)
Cephalotaxus lanceolata (Gongshan-Kopfeibe) – Merkmale & Schutz
Im abgelegenen Grenzgebiet zwischen dem südlichen China und dem nördlichen Myanmar überlebt eine der seltensten Nadelbaumarten unserer Erde. Cephalotaxus lanceolata besiedelt dort feuchte, immergrüne Laubwälder entlang von Flussläufen in Höhenlagen von bis zu 2000 Metern.
Aufgrund intensiver Abholzung und der Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen in der Vergangenheit ist die Population extrem geschrumpft. Heute gilt dieser immergrüne Baum als streng geschützt, und forstwirtschaftliche Aktivitäten in seinen Lebensräumen sind untersagt.
Taxonomie
- ∟ царство Plantae
- ∟ Abteilung Tracheophytes
- ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
- ∟ Überklasse Gymnospermae
- ∟ Abteilung Pinophyta
- ∟ Unterklasse Cupressidae
- ∟ Ordnung Cupressales (Zypressen und Wacholder)
- ∟ Familie Cephalotaxaceae (Pflaumeneibengewächse)
- ∟ Gattung Cephalotaxus (Kopfeiben)
- ∟ Art Cephalotaxus lanceolata (Lanzettliche Kopfeibe)
Morphologie
Dieser immergrüne Nadelbaum erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 20 Metern bei einem Stammdurchmesser von etwa 40 Zentimetern. Seine glatte Stammborke weist eine charakteristische violette Färbung auf, während die hängenden Zweige im Querschnitt V-förmig erscheinen.
Die dünnen, lederartigen Nadeln sind linear-lanzettlich geformt und leicht sichelförmig gebogen. Sie weisen eine Länge von 4,5 bis 10 Zentimetern sowie eine Breite von 4 bis 7 Millimetern auf. Während die Oberseite in einem dunklen Grün glänzt, zeigt die Unterseite zwei auffällige weiße Stomastreifen.
Die reifen Samen zeichnen sich durch einen fleischigen Samenmantel (Arillus) aus, der sich im Herbst bräunlich-grün verfärbt. Diese verkehrt-eiförmigen Samen erreichen eine Länge von bis zu 4,5 Zentimetern.
Anwendungen
Historisch wurde das dichte Holz dieses Baumes lokal für Bauzwecke und als Brennholz genutzt. Aufgrund der extremen Seltenheit der Art und des strengen Fällverbots findet heute jedoch keine wirtschaftliche Nutzung mehr statt.
In der traditionellen chinesischen Medizin und der modernen pharmazeutischen Forschung wird die Pflanze auf potenzielle medizinische Wirkstoffe hin untersucht.
Interessante Fakten
Die verbleibende Population in China wird auf weniger als 7.000 Individuen geschätzt, wovon nur ein Bruchteil ausgewachsene Bäume sind. Die Entdeckung und Erstbeschreibung erfolgte erst im Jahr 1975 durch den Botaniker Kuo Mei Feng.
Verbreitungsgebiet
- Yunnan (China)
- Myanmar
Quellen
- POWO: Cephalotaxus lanceolata K.M.Feng
- IUCN Red List: Endangered assessment
- Flora of China: Cephalotaxus lanceolata description