Japanische Pflaumeneibe (Cephalotaxus harringtonia)

Japanische Kopfeibe
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Japanische Kopfeibe (Cephalotaxus harringtonia) | Infos

In den nebelverhangenen, schattigen Bergwäldern Ostasiens überdauert dieses edle Koniferengewächs seit Jahrhunderten im Unterholz. Die Rede ist von der Japanischen Kopfeibe, wissenschaftlich als Cephalotaxus harringtonii bekannt, die im Jahr 1829 ihren Weg in europäische Gärten fand.

Ihre Entdeckung verdanken wir unter anderem dem Earl of Harrington, der dieses elegante Nadelgehölz als einer der Ersten auf seinem Anwesen anpflanzte. Heute erfreut sich Cephalotaxus harringtonii großer Beliebtheit bei Gärtnern, die eine robuste und schattenverträgliche Alternative zur klassischen Eibe suchen.

Taxonomie

Morphologie

Die Japanische Kopfeibe wächst als immergrüner Strauch oder kleiner Baum und erreicht Wuchshöhen von bis zu 10 Metern. Ihre graubraune bis rötlich-braune Borke schält sich im Alter in dünnen Längsstreifen ab, während die jungen Zweige in den ersten drei Jahren leuchtend grün bleiben.

Die charakteristischen Nadeln weisen folgende Merkmale auf:

  • Sie werden etwa 3 bis 5 Zentimeter lang und bis zu 3 Millimeter breit.
  • Auf den Zweigen sind sie in zwei V-förmig nach oben gerichteten Reihen angeordnet.
  • Die Oberseite glänzt in einem tiefen Dunkelgrün, während die Unterseite zwei auffällige, silbrig-weiße Spaltöffnungsbänder zeigt.

Als zweihäusig getrenntgeschlechtige Pflanze trägt Cephalotaxus harringtonii entweder männliche oder weibliche Blüten. Die männlichen Blütenstände sind cremeweiß bis gelblich und stehen in dichten Gruppen. Aus den weiblichen Blüten entwickeln sich olivenförmige, etwa 3 Zentimeter lange Samen, die von einem fleischigen Arillus umgeben sind und sich bei Reife im zweiten Jahr bräunlich verfärben.

Blütezeit

Die Blütezeit beziehungsweise der Pollenflug erstreckt sich von März bis Mai.

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

Die Japanische Kopfeibe findet vielseitige Anwendung in verschiedenen Bereichen. In der Medizin hat die Pflanze eine große Bedeutung erlangt, da aus ihren Nadeln das Alkaloid Omacetaxin gewonnen wird, welches als Wirkstoff in der Krebstherapie gegen Leukämie eingesetzt wird.

Weitere traditionelle und moderne Nutzungsbereiche sind:

  • Garten- und Landschaftsbau: Aufgrund ihrer hohen Schnittverträglichkeit und extremen Schattenresistenz wird sie gerne als Ziergehölz oder für Hecken gepflanzt.
  • Kulinarik: Die fleischige Hülle der Samen ist essbar und schmeckt süß, während der eigentliche Samenkern bitter und ungenießbar ist.
  • Historische Nutzung: Aus den Samen wurde früher Öl für Lampen gepresst, das besonders im Winter für Tempelzeremonien geschätzt wurde, da es nicht gefriert. Zudem wurde das elastische Holz im alten Japan für den Bogenbau verwendet.

Interessante Fakten

Rund um die Japanische Kopfeibe gibt es faszinierende historische Details:

  • Namenspatron: Der botanische Name ehrt Charles Stanhope, den 4. Earl of Harrington, der die Art ab 1829 erstmals in seinem englischen Garten in Elvaston anpflanzte.
  • Prähistorische Funde: Archäologische Ausgrabungen aus der Jomon-Zeit belegen, dass die Ureinwohner Japans das zähe Holz für Jagdbögen und Paddel verwendeten.
  • Frostsicheres Leuchtmittel: Da das aus den Samen gepresste Öl selbst bei Temperaturen unter -5 °C flüssig bleibt, wurde es im späten 19. Jahrhundert als zuverlässiger Brennstoff für Leuchtschiffe genutzt.

Verbreitungsgebiet

  • Japan
  • Südkorea
  • Nordkorea
  • China
  • Taiwan

Natürliche Varietäten

Technische Information

Taxonsynonyme: Taxus drupacea, Taxus harringtonia, Cephalotaxus drupacea, Cephalotaxus pedunculata

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos