Strauchiger Dünensellerie (Dasispermum suffruticosum)

Dune Celery
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Dasispermum suffruticosum (Dune celery): Küstenpflanze Südafrikas

Dasispermum suffruticosum, im Englischen als Dune Celery (Dünensellerie) bekannt, ist eine salztolerante Küstenpflanze mit fleischigen, doppelt gefiederten Blättern, die auf den Sanddünen und Meeresstränden Südafrikas von der Tafelbucht bis nach KwaZulu-Natal zu Hause ist. Das Art-Epitheton suffruticosum bedeutet „halbstrauchartig“ und beschreibt die besondere Wuchsform der Pflanze, deren untere Sprossachsen verholzen, während die oberen Triebe krautig und biegsam bleiben.

Die Art gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und ist ein klassischer Vertreter der südafrikanischen Küstenflora, dessen systematische Einordnung lange diskutiert wurde. Erstmals wurde die Pflanze im 18. Jahrhundert vom schwedischen Botaniker Peter Jonas Bergius unter dem Basionym Conium suffruticosum beschrieben, ehe Brian Laurence Burtt sie im Jahr 1988 in der Fachzeitschrift des Royal Botanic Garden Edinburgh unter dem heute gültigen Namen Dasispermum suffruticosum neu kombinierte.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ asterids
  • ∟ Ordnung Apiales
  • ∟ Familie Apiaceae
  • ∟ Tribus Tordylieae
  • ∟ Gattung Dasispermum
  • ∟ Art Dasispermum suffruticosum (Strauchiger Dünensellerie)

Lebendiger Puls

Morphologie

Der Habitus von Dasispermum suffruticosum ist ganz auf beweglichen Dünensand und ständigen Seewind ausgerichtet. Die völlig kahle Pflanze (glaber — frei von jeglicher Behaarung auf Stängeln und Blättern) bildet verzweigte, zylindrische und fein gerillte Triebe, die sowohl aufrecht wachsen als auch flach über den Sand kriechen können.

Sukkulente Blätter und Halbstrauch-Basis

  • Verholzte Basis: Als echter Suffrutex (Halbstrauch — eine Pflanze mit dauerhaft verholztem Grundgerüst und krautigen Jahrestrieben) besitzt die Art eine feste, holzige Basis, die dem abschmirgelnden Sandflug standhält.
  • Fleischiges Fiederlaub: Die lang gestielten Blätter sind doppelt gefiedert (bipinnatisekt — zweifach tief eingeschnitten in kleine, längliche Blattabschnitte) und weisen eine deutlich fleischige, dickliche Struktur mit stumpfen oder kurz zugespitzten Enden auf.

Doldenblütenstände und Früchte

  • Vielstrahlige Dolden: An den Triebspitzen sowie seitlich an den Stängeln erscheinen zusammengesetzte Dolden (Umbellen — schirmförmige Blütenstände, bei denen alle Blütenstiele wie die Speichen eines Regenschirms von einem Punkt ausgehen), die sich aus 9 bis 16 kräftigen Hauptstrahlen aufbauen.
  • Spaltfrüchte im Küstensand: Nach der Blüte entwickeln sich typische Doppelachänen (Mericarpien — in zwei einsamige Teilfrüchte zerfallende Trockenfrüchte der Doldenblütler), deren gerippte und teils korkig verdickte Fruchtwand sowohl vom Wind über den Strand gerollt als auch vom Meerwasser verdriftet werden kann.

Interessante Fakten

Direkt am Meeresstrand zu wachsen bedeutet für eine Landpflanze Dauerstress: Salzwassergischt entzieht den Zellen Feuchtigkeit, lockerer Sand speichert kaum Regenwasser, und ständiger Wind wirkt mit fliegenden Quarzkörnern wie Sandpapier. Dasispermum suffruticosum begegnet diesen drei Herausforderungen mit einem fein abgestimmten Paket aus Bauplan und Zellphysiologie.

Dreifache Anpassung an den wandernden Strand

  • Wasserspeicher im Fiederblatt: Durch die Blattsukkulenz — das Ausbilden von dickem, wasserspeicherndem Gewebe im Inneren der Fiederblättchen — kann die Pflanze aufgenommenes Regenwasser verdünnt einlagern, sodass eingedrungene Salzionen die empfindlichen Stoffwechselprozesse nicht lahmlegen.
  • Fiederung gegen Winddruck: Obwohl die Blätter fleischig sind, bleiben sie fein in schmale Segmente unterteilt; dadurch bieten sie dem stürmischen Küstenwind kaum Angriffsfläche, lassen Sandkörner einfach hindurchfliegen und geben überschüssige Wärme unter der prallen Küstensonne rasch ab.
  • Wachsende Verankerung: Wenn Wanderdünen die Pflanze teilweise verschütten, treiben die niederliegenden, verholzenden Stängel immer wieder durch die neue Sandschicht hindurch, sodass ein weitverzweigtes, unterirdisches Netzwerk entsteht, das den losen Dünensand festhält und die Pflanze zugleich vor dem Ausreißen schützt.

Verbreitungsgebiet

  • Südafrika

Technische Information

Taxonsynonyme: Cnidium suffruticosum, Athamanta capensis, Ptychotis rigens, Capnophyllum jacquinii, Conium rigens, Heteroptilis suffruticosa, Bunium rigens, Cicuta rigens, Ligusticum capense, Cicuta suffruticosa, Dasispermum maritimum, Heteroptilis arenaria, Selinum suffruticosum, Conium suffruticosum, Capnophyllum jacquini, Conium rigidum, Trachydium rigens, Sium patulum, Trachyspermum rigens

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

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