Blains Guatterie (Guatteria blainii)

Haya minga

Guatteria blainii: Merkmale und Verbreitung des karibischen Baumes

Guatteria blainii, in ihrer karibischen Heimat auch als Haya minga bekannt, ist ein immergrüner Laubbaum der feuchten Berg- und Hügellandwälder mit ledrigen, aromatisch duftenden Blättern und gestielten Sammelfrüchten. Das Art-Epitheton blainii erinnert an den kubanischen Naturforscher José Blain y Cervantes, der sich im 19. Jahrhundert intensiv der Erforschung der heimischen Insel-Flora widmete.

Der Baum gehört zur artenreichen Tropenfamilie der Annonengewächse (Annonaceae). Er wurde erstmals von August Heinrich Rudolf Grisebach wissenschaftlich beschrieben und 1905 von Ignatz Urban in die neotropische Gattung Guatteria gestellt.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ magnoliids (Magnoliiden)
  • ∟ Ordnung Magnoliales
  • ∟ Familie Annonaceae (Annonengewächse)
  • ∟ Unterfamilie Annonoideae
  • ∟ Gattung Guatteria
  • ∟ Art Guatteria blainii (Blains Guatterie)

Lebendiger Puls

Morphologie

Als charakteristischer Vertreter der karibischen Feuchtwälder bildet Guatteria blainii einen schlanken, geraden Stamm mit einer dichten, regelmäßig verzweigten Baumkrone.

Stamm und Blätter

  • Die Rinde ist relativ glatt bis fein längsrissig und besitzt eine zähe, faserige Bastschicht, die beim Anschneiden einen würzigen, für Annonengewächse typischen Geruch nach ätherischen Ölen verströmt.
  • Die wechselständigen, kurz gestielten Blätter sind zweizeilig (distich — streng in einer Ebene links und rechts am Zweig aufgereiht) angeordnet, was den Zweigen ein fiederähnliches Erscheinungsbild verleiht.
  • Die ledrigen Blattspreiten sind elliptisch bis länglich-lanzettlich geformt, ganzrandig und laufen an der Spitze kurz zugespitzt aus, während die Mittelrippe auf der Blattunterseite kräftig hervortritt.

Blüten und Früchte

  • Die einzeln oder paarweise in den Blattachseln stehenden, zwittrigen Blüten besitzen drei kleine Kelchblätter und sechs dickfleischige, in zwei Kreisen angeordnete Kronblätter, die zahlreiche spiralig angeordnete Staubblätter und freie Fruchtblätter umschließen.
  • Nach der Befruchtung entwickelt sich aus den einzelnen Fruchtblättern einer einzigen Blüte eine Dolden-Sammelfrucht aus zahlreichen frei abstehenden, lang gestielten Einzelfrüchtchen (Monokarpien — beerenartige Teilfrüchte), die bei der Reife eine dunkle, fast schwarze Färbung annehmen.

Interessante Fakten

In den dichten, feuchten Bergwäldern der Karibik stehen Bäume wie Guatteria blainii vor der Aufgabe, ihre Pollen verlustfrei von Baum zu Baum zu transportieren, ohne dass der häufige Regen den Blütenstaub abwäscht.

Die Blüte als zeitgesteuerte Bestäubungskammer

Dafür nutzt die Art ein präzise getaktetes Zusammenspiel aus Blütenarchitektur, Duftchemie und verschobener Geschlechtsreife (Protogynie — die zeitliche Vorweiblichkeit der Blüte, bei der zuerst die Narben empfängnisbereit sind und erst später der eigene Pollen freigegeben wird).

  • Die drei inneren, fleischigen Kronblätter wölben sich während der Blütezeit wie eine geschlossene Kuppel über dem Blütenzentrum zusammen und bilden eine dunkle, vor Regen und Fressfeinden geschützte Bestäubungskammer.
  • In der ersten, weiblichen Phase lockt die Blüte durch fruchtig-gärige Duftstoffe kleine Käfer (vor allem Glanzkäfer der Familie Nitidulidae) in das Innere dieser Kammer, wo die mitgebrachten Pollenkörner anderer Bäume auf den klebrigen Narben abgestreift werden.
  • Erst nach etwa einem Tag schaltet die Blüte in die männliche Phase um, gibt ihren eigenen Blütenstaub frei und öffnet oder wirft die Kronblätter ab, sodass die nun frisch eingepuderten Käfer das Versteck verlassen und gezielt die nächste Blüte im weiblichen Stadium aufsuchen.

Verbreitungsgebiet

  • Kuba
  • Dominikanische Republik
  • Haiti
  • Puerto Rico

Technische Information

Taxonsynonyme: Uvaria blainii, Cananga blainii, Asimina neglecta, Guatteria cubensis, Asimina blainii

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

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