Bitterholzbaum
Picrasma
Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …
Guioa pleuropteris ist ein immergrüner Strauch oder kleiner bis mittelgroßer Baum aus den feuchten Tropen Südostasiens, der durch seine markant geflügelten Blattspindeln sofort ins Auge fällt. Das Art-Epitheton pleuropteris setzt sich aus den griechischen Wörtern für „Rippe“ oder „Seite“ (pleura) und „Flügel“ (pteron) zusammen und verweist direkt auf diese seitlichen grünen Säume entlang der Blattachse.
Die Art gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) und wurde ursprünglich von Carl Ludwig von Blume unter dem Namen Cupania pleuropteris beschrieben. Im Jahr 1879 überführte der deutsche Botaniker Ludwig Radlkofer das Taxon in die Gattung Guioa, unter der es heute wissenschaftlich anerkannt ist.
Die Pflanze wächst meist als reich verzweigter großer Strauch oder Baum und erreicht in der Natur Wuchshöhen von 3 bis 25 Metern. Die jungen Zweige, Blattstiele und Blütenstände sind dicht mit rostbraunen bis gelblichen Härchen besetzt, die der Oberfläche eine samtige Textur verleihen.
Die wechselständigen Laubblätter sind paarig gefiedert und tragen meist zwei bis fünf Paare ledriger, asymmetrisch geformter Fiederblättchen. Auf der Unterseite der Blättchen befindet sich in den Achseln der Seitennerven oft jeweils ein kleines Domatium — eine winzige taschenförmige Vertiefung, die mikroskopisch kleinen nützlichen Milben als Unterschlupf dient.
Die kleinen, weißlichen bis grünlich-cremefarbenen Blüten stehen in achselständigen, verzweigten Rispen (Thyrsen) zusammen. Jede Blüte besitzt fünf Kelchblätter und fünf Kronblätter, an deren Basis kleine, behaarte Schuppen sitzen, die den ringförmigen Nektardiskus schützen.
In den ländlichen Regionen Malaysias, Indonesiens und der Philippinen wird Guioa pleuropteris gelegentlich in der traditionellen Volksmedizin sowie als lokale Holzquelle genutzt. Ein Aufguss aus den Wurzeln oder Blättern dient in der traditionellen Heilkunde regional zur Linderung von Magenbeschwerden, Fieber und Hauterkrankungen.
Das mäßig harte, feinfaserige Holz eignet sich im lokalen Handwerk für kleinere Konstruktionen, Werkzeugstiele oder als Brennholz. Darüber hinaus wird der Baum aufgrund seiner attraktiven rötlichen Früchte und seiner Toleranz gegenüber sandigen Küstenböden mitunter in naturnahen Aufforstungsprojekten in Südostasien gepflanzt.
In den mehrschichtigen Küsten- und Tieflandwäldern Borneos, Sumatras und der Malaiischen Halbinsel ist Sonnenlicht im unteren Kronenbereich eine knappe Ressource. Bei Guioa pleuropteris übernimmt daher selbst das tragende Gerüst des Blattes eine aktive Rolle bei der Energiegewinnung.
Während die Blattspindel (Rhachis) bei den meisten Fiederblättern lediglich als drehrunde, verholzte Leitungs- und Stützachse dient, ist sie bei dieser Art seitlich zu flachen grünen Gewebestreifen verbreitert. Diese Flügelsäume sind reich an Chloroplasten und fangen genau jene Sonnenflecken auf, die zwischen den einzelnen Fiederblättchen hindurchfallen würden.
Das Zusammenspiel aus statischer Verstärkung, erweiterter Lichtsammelfläche und präzise abgestimmter Samenpräsentation zeigt, wie fein die Bauelemente dieses Baumes auf die Bedingungen des südostasiatischen Regenwaldes abgestimmt sind.
Taxonsynonyme: Sapindus guisian, Guioa forbesii, Quassia tricarpa, Cupania pleuropteris, Cupania griffithiana
Picrasma
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