Cochin-Meerrettichbaum (Hyperanthera cochinchinensis)

Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Hyperanthera cochinchinensis – Botanische Merkmale und Geschichte

Mit dem Epitheton Hyperanthera cochinchinensis benannte der portugiesische Botaniker João de Loureiro im Jahr 1790 eine Baumart aus der Region Cochinchina im heutigen Vietnam. Dieser schnellwüchsige Baum gedeiht in tropischen Klimazonen und bevorzugt gut durchlässige Böden. Die Art zeichnet sich durch eine enorme Vielseitigkeit in der Verwendung ihrer Blätter, Blüten und Samen aus.

In der modernen Taxonomie wird diese Pflanze zumeist als Synonym des weit verbreiteten Meerrettichbaums eingestuft. Trotz des veränderten wissenschaftlichen Status bleibt die historische Bezeichnung in der botanischen Literatur Südostasiens von großem Wert. Die Pflanze besitzt eine bemerkenswerte Toleranz gegenüber Hitze und vorübergehender Trockenheit.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ Superrosids
  • ∟ rosids
  • ∟ malvids
  • ∟ Ordnung Brassicales
  • ∟ Gattung Moringa (Meerrettichbaum)
  • ∟ Gattung Hyperanthera (Behennuss-Gattung)
  • ∟ Art Hyperanthera cochinchinensis (Cochin-Meerrettichbaum)

Lebendiger Puls

Morphologie

Der Baum erreicht Wuchshöhen von bis zu zehn Metern und bildet eine lockere, feine Krone mit schlanken Zweigen aus. Die Wurzeln weisen eine verdickte, fast rübenartige Form auf und verströmen einen scharfen Geruch, der an Meerrettich erinnert. Die Rinde ist korkig und von grauer Farbe.

Die anatomischen Merkmale gliedern sich wie folgt:

  • Blätter: Die Blätter sind wechselständig angeordnet, zwei- bis dreifach gefiedert und tragen kleine, eiförmige Fiederblättchen von frischgrüner Farbe.
  • Blüten: Die duftenden, cremeweißen Blüten erreichen einen Durchmesser von etwa zwei Zentimetern und stehen in hängenden Rispen.
  • Früchte: Es entwickeln sich lange, dreikantige Kapselfrüchte, die sich bei Reife öffnen und die dunkelbraunen, geflügelten Samen freigeben.

Anwendungen

Die Blätter gelten als hochgradig nahrhaft und werden in Südostasien traditionell als Gemüse zubereitet oder zu Pulver verarbeitet. Sie enthalten wichtige Aminosäuren sowie Vitamine und Mineralstoffe, was sie zu einem bedeutenden Nahrungsmittel macht. Die unreifen Fruchtkapseln werden ähnlich wie grüne Bohnen in verschiedenen Gerichten verwendet.

Aus den Samen wird das wertvolle Behenöl gewonnen, welches in der Kosmetikindustrie für Hautpflegeprodukte und Parfums Verwendung findet. In der lokalen Heilkunde werden Extrakte der Wurzeln und Rinden zur Linderung von Entzündungen eingesetzt.

Interessante Fakten

Der Name Cochinchinensis weist direkt auf das historische Anbaugebiet in Südvietnam hin, wo Loureiro die Pflanze erstmals wissenschaftlich erfasste. Ein interessantes Phänomen ist der scharfe Geschmack der Wurzeln, der durch Senfölglykoside verursacht wird und der Pflanze ihren volkstümlichen Namen einbrachte. Die Samen haben zudem die Fähigkeit, Bakterien und Schwebstoffe in Wasser zu binden, weshalb sie in ländlichen Gebieten zur Trinkwasseraufbereitung dienen.

Verbreitungsgebiet

  • Vietnam
  • Лаос
  • Камбоджа
  • China

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO)
  • World Flora Online (WFO)
  • Global Biodiversity Information Facility (GBIF)

Technische Information

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

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